Von Unternehmerfamilien lernen: Wie der Umstieg vom «New Normal» zurück zum «Old Normal» gelingt

Von Unternehmerfamilien lernen: Wie der Umstieg vom «New Normal» zurück zum «Old Normal» gelingt

Familienunternehmer sind mitunter eine besondere, aber extrem erfolgreiche Spezies. Die charakteristische Art, in der diese Familien ihre Unternehmen führen, ist einer der entscheidenden Gründe für ihren Erfolg. Das bedeutet auch, dass sie erwarten, dass ihr Vermögensverwalter ihr Vermögen anders als bei einem typischen Private-Banking-Mandat betreut. Das ist positiv. Andere Anleger können von ihrem Ansatz lernen, der schliesslich für viele Familien seit Generationen erfolgreich ist.

Es gibt zahlreiche Faktoren, die sie zu erfolgreichen Unternehmern und Investoren machen. Was sie unter anderem auszeichnet, sind Mut zu einer langfristigen Ausrichtung, Disziplin und Geduld (Investieren über mehrere Investmentzyklen…), schnelle Entscheidungs- und Kontrollwege, Konzentration auf das Wesentliche, kein Zocken, sondern kontrolliertes Risiko, Unabhängigkeit und Flexibilität im Denken und Handeln. Familienunternehmen sind inhabergeführt und nicht von Managerinteressen getrieben. Der Erfolg gibt ihnen recht: Studien zeigen, dass sich von Familien maßgeblich beeinflusste Unternehmen besser entwickeln als andere. Das gilt für börsennotierte und private Unternehmen.
Viele dieser unternehmerischen Grundsätze kann man nahtlos auf die Vermögensveranlagung für Unternehmerfamilien übertragen. Dabei suchen Unternehmerfamilien nach dem bestmöglichen Team und fordern eine überdurchschnittliche Performance – allerdings nicht innerhalb des Zyklus, sondern langfristig und damit darüber hinaus. Was bringt es, wenn es um das eigene Vermögen geht, wenn man 2006 und 2007 eine überdurchschnittliche Performance erzielt, um 2008 und 2009 große Teile seines Vermögens zu verlieren? Die Enkelfähigkeit von Investments hat für viele Unternehmerfamilien eine hohe Bedeutung.
Eine verantwortungsvolle Vermögensveranlagung sieht sich aktuell einer ganzen Anzahl von Herausforderungen gegenüber: Nach dem längsten Bullenmarkt seit über 100 Jahren sind sowohl der Hochpunkt im Wirtschafts- und Unternehmensgewinnzyklus als auch eine globale Zinswende in Sicht. Wir bewegen uns vom „New Normal“ zum „Old Normal“. Die Liquidität für Volkswirtschaften und Märkte verschlechtert sich bereits. Wir sind entweder bereits in einem Bärenmarkt oder sehen aktuell deutliche Vorzeichen eines solchen. Dazu kommt eine Vielzahl technischer Neuerungen, die unsere Volkswirtschaften und unsere Gesellschaft grundsätzlich verändern: Artificial Intelligence, Fracking, alternative Energien und Energiespeicherung, medizinischer Fortschritt oder Digitalisierung sind nur einige davon. Damit deutet sich eine neue Weltordnung an. Eine große Stärke von über Generationen erfolgreichen Familienunternehmen ist das Managen von Zeitwenden und Umbrüchen. Das hat heute mit Sicherheit große Aktualität. Das fordern sie, zu recht gerade heute, auch von ihren Vermögensverwaltern.
Trotz oder gerade wegen dieser aktuellen Herausforderungen bleibt das Bedürfnis nach Kapitalschutz bestehen. Allerdings gilt: Strategien, die in der Vergangenheit gute Ergebnisse lieferten, beinhalten nun mitunter hohe Risiken. Investoren müssen im Denken und Handeln unabhängig und flexibel sein, um Vermögen sichern zu können.  
Benchmarkdenken, passiv mit dem zu Markt schwimmen, blind auf Altbewährtes zu setzen kann im aktuellen Wandel gefährlich werden. Die Möglichkeit, wirklich aktiv zu investieren, bietet die besten Chancen, im Wandel zu bestehen. Kein Unternehmer würde sich hier einschränken lassen und künstliche Linien ziehen oder sich von täglichen Schwankungen (der Volatilität), statt von langfristigen Aussichten leiten lassen. Als Investoren dürfen wir das auch nicht tun, sondern müssen dort investieren, wo sich die besten Chancen und Risikoquellen für unsere Portfolios bieten. Dazu müssen wir den Mut und die Unabhängigkeit haben, Allokation und Investmentquoten aktiv zu steuern. Als Unternehmer und Investoren müssen wir die Stärke ausspielen, nein sagen zu können: Wir müssen nicht immer voll investiert sein. Es ist eine langfristige Herausforderung, in dem Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeiten eine wichtige Rolle spielen. Unternehmerfamilien haben in der Regel ein gutes Gespür dafür, wann man in welchem Bereich mehr engagiert sein sollte und wann weniger.
Wie gesagt ist ein großer Vorteil von Familienunternehmen, dass nicht die kurzfristige Gewinnoptimierung im Mittelpunkt steht, sondern allein der langfristige Ausbau des Unternehmens. Dieser Mut, langfristig zu denken, ist auch ein Schlüsselfaktor für den Erfolg in der Vermögensverwaltung. Das klingt einfach, ist es aber nicht immer. Beim Investieren ist es für uns Menschen schwer zu verstehen, dass Zyklen so lange anhalten können. Außerdem ist es manchmal schwer, lange durchzuhalten. Aktuell haben wir z.B. seit 35 Jahren sinkende Zinsen und seit über 100 Monaten steigende Aktienkurse. Dazu gibt es immer gute Begründungen, warum es dieses Mal anders ist. So scheinen z.B. viele Erfahrungen aus der Finanzkrise schon wieder vergessen. Manchmal muss man also für den langfristigen Erfolg erhebliche Geduld und Umsetzungsdisziplin zeigen: warten und gegen den Strom schwimmen können. Gerade weil es so schwer ist, sich dem Zyklus und der allgemeinen Auffassung und Handlungsweise zu entziehen, gibt es Zyklen überhaupt. Märkte sind von Menschen und damit von Emotionen und unvollständiger Informationsverarbeitung geprägt.
Ebenfalls typisch für das Handeln nach (familien-)unternehmerischen Vorsichtsprinzipien in der Vermögensverwaltung ist, dass im Rahmen einer ganzheitliche Betrachtung Risiken vor allem dort gemanagt werden, wo sie eingegangen werden, und nicht in einem nachgelagerten Risikomanagement. Trotz einer vorsichtigen Vorgehensweise darf man im richtigen Moment nicht ängstlich sein. Sonst ist es fast unmöglich, auch mal über Zyklen hinwegzudenken, Marktschwächen auch als Chance zu sehen und sich auch mal anti-zyklisch zu positionieren. Erst die Ruhe, die einem Grundprinzipien, ein eigenes Weltbild und die langfristige Ausrichtung geben, eröffnet die Möglichkeit, ergänzend auch sich kurzfristig ergebende Chancen wahrzunehmen.
Wenn uns Menschen fragen, was sie von Familien lernen können, die seit Generationen erfolgreich sind, sagen wir ihnen: Langfristig ausrichten, statt kurzfristig mitzittern, Lösungen für das gesamte liquide Vermögen finden, statt Bruchteile für sich arbeiten zu lassen, realistische Ziele festlegen, statt unrealistischen Erwartungen nachjagen, diversifizieren, statt zocken, ruhige Hand mit Demut vor dem Markt, statt Hektik mit Übermut, Prozesse festlegen, statt aus der Hüfte zu schießen, eigene Lösung und Team finden…. Setzen Sie auf diese Bausteine für Ruhe, Beständigkeit und dauerhaften Erfolg ein. Es wird Ihr Vermögen und Leben vereinfachen und verbessern. Simply your Fortune.

Andreas Lesniewicz
Verwaltungsrat CONREN Fortune / Geschäftsführer CONREN Research

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