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Tipps in der Krise 1: Haben Sie genug Liquidität für 3 Jahre?

Tipps in der Krise 1: Haben Sie genug Liquidität für 3 Jahre?

Wie muss man sich als Investor für sich selbst und seine Familie verhalten? Hier würde ich gerne meine Erfahrungen mit Ihnen teilen. Diese Erfahrungen habe ich nicht aus Büchern und nicht an der Universität gelernt, sondern im Laufe meines Lebens gesammelt.

Liquidität

Dabei ist eine Erfahrung besonders wichtig und das ist meine Zeit in Australien zwischen 1989-91. Zuvor hatte ich den Finanzcrash 1987 bei Dow Chemical als Finanzmanager hautnah miterlebt. Die viel wichtigere Erfahrung war jedoch, in Australien während der Wirtschaftskrise 1990-91 zu arbeiten, die durch eine vorangegangene Finanzkrise entstand, in der die Sollzinsen zwischen 18-20% lagen. In dieser Zeit habe ich erlebt, wie es Menschen geht, die Besitz haben und sich Sorgen machen.

Das wichtigste ist, einen kühlen und klaren Kopf zu bewahren und gegen die Ängste anzukämpfen. In einer Krise, die man selbst nicht ändern kann, ist der entscheidende Punkt die Liquiditätsläge auf Ihren Finanzkonten. „Cash ist King“ – dieser alte Spruch gilt tatsächlich. Mein Ratschlag: Überschauen Sie sehr genau Ihren Cashflow über einen Zeitraum von drei Jahren. Haben Sie in den nächsten drei Jahren gesicherte Einkünfte und genug liquide Mittel auf den Bankkonten, sodass Sie in dieser Zeit nicht gezwungen sein werden, durch Zahlungsverpflichtungen Dinge verkaufen zu müssen? In einer Krise gilt: Nicht unter Zahlungsdruck kommen.

Sie als Privatinvestoren dürfen nicht aus Angst und Sorge wegschauen, sondern müssen genau hinsehen und überlegen, was in den nächsten drei Jahren an Zahlungen auf Sie zukommt. Wie ist meine Haushaltslage? Wie viel geben wir im Monat aus? Wie hoch ist zum Beispiel die Mietbelastung? Wenn Sie hier einen Puffer für drei Jahre besitzen, ist das eine gute Sache. An dieser Reserve würde ich auf keinen Fall rütteln, egal wie günstig die Preise eines Tages sein sollten. In der Krise selbst gibt es kaum Gewinner, also verpassen Sie auch nichts.

Was ist also bei dieser Reserve an liquiden Mitteln zu beachten? Erstens sollten Sie nicht alles bei einer Bank lagern. Verteilen Sie Ihr Geld! Zweitens sollten Sie nicht alles in einer Währung halten. Ab einer gewissen Größenordnung sollte man sein Geld auf die drei großen Währungen verteilen: Schweizer Franken, Euro und US-Dollar. Bislang zeigt sich der Schweizer Franken wieder einmal als große Zufluchtswährung. US-Dollar ist im Zweifelsfall, auch wenn die Krise überschwappt, eine sichere Währung, da sie auch für Asiaten und Südamerikaner die Zufluchtswährung ist. Wegen des Euros bin ich ein bisschen besorgt. Im Vergleich zu den anderen Kontinenten ist Europa mit Sicherheit der Kontinent, der den Menschen und Unternehmen am meisten helfen wird. Das heißt, die Geldschöpfung durch Hilfsmaßnahmen des Staates wird in Europa sehr viel höher ausfallen als in Asien oder Amerika. Die Amerikaner sind traditionsgemäß kapitalistischer orientiert und neigen zu einer größeren Härte in Bezug auf diesen Punkt. Europa geht mit dem Euro ohnehin geschwächt in diese Krise. Das Italien-Problem existierte schon vor Corona und wird jetzt wahrscheinlich so extrem, dass selbst bei moderatem Ausgang allein die Belastung seitens Italiens dem Euro ganz schön zu schaffen machen wird. Man muss sich also mit einem Worst-Case-Szenario beschäftigen. Dieses könnte durchaus so aussehen, dass wir, bei all der Geldschöpfung über Schuldenfinanzierung seitens der Staaten, doch auf eine Währungsreform zulaufen.

Das alles ändert nichts an der Tatsache, dass Sie jetzt am besten beraten sind, liquide Mittel für drei Jahre zu besitzen, damit Sie später Opportunitäten nutzen können und vor allem jetzt ruhig schlafen.

 

Der Autor Dr. Markus Elsässer ist seit 1998 selbstständiger Investor und Fondsberater sowie Gründer der ME-Fonds, die er seit mehr als 18 Jahren betreut. In seinem "Des klugen Investors Handbuch", "Des klugen Investors Podcast"  und auf seinem YouTube-Channel geht er regelmäßig auf Handwerkszeug zum Value-Investing, psychologische Gefahren beim Investieren und wertvolle Tipps zum Vermögensaufbau ein.

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