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Supremum im Interview

Mit der Kombination aus VWL, Mathematik und IT die Märkte outperformen?

Mit der Kombination aus VWL, Mathematik und IT die Märkte outperformen? Wie Ökonometrie, Statistik, und Machine Learning menschliche Fehler minimieren, Muster identifizieren und ein effizientes US-Portfolio zusammenstellen. Die Initiatoren des Supremum Fonds wissen, wie es geht.

Supremum im Interview

1)    Was genau ist die Philosophie hinter dem Supremum Fonds?

Kuhle: Wir haben für den Supremum Fonds eine spezielle computergestützte Anlagestrategie entwickelt. Dabei ist der Grundgedanke, die modernen Methoden aus Ökonometrie, Statistik und Machine Learning zu nutzen, um Muster in Finanzmarktdaten zu identifizieren. Dabei stellen wir die folgenden drei Kernanforderungen:

  • 1.    Persistenz: Die Muster müssen seit langem in den historischen Daten nachweisbar sein. Dann können wir auch davon ausgehen, dass sie in der Zukunft weiter auftreten.
  • 2.    Häufigkeit: Um ein diversifiziertes Portfolio aufzubauen, müssen sich z.B. ausreichend viele der 1.500 auf dem nordamerikanischen Markt vorliegenden Aktien mehrfach in der Woche so verhalten, wie es unsere Mustererkennung verlangt.
  • 3.    Profitabilität: Die Muster müssen nach Abzug der Transaktionskosten profitabel sein. Dieser Ansatz lässt sich nur computerisiert und mit modernen ökonometrischen Methoden realisieren.

Mit Markus Knopf und mir im Team haben wir einen Mathematiker und IT Spezialisten sowie einen Wirtschaftswissenschaftler. Das ergänzt sich in diesem Zusammenhang wunderbar, weil unser Ansatz aus zwei Komponenten besteht: Er hat Bestandteile aus der Mathematik und IT. Gleichzeitig ist das Design des Trading-Algorithmus auf eine ökonomische Problemstellung zurückzuführen.

Knopf: Genau. Wir stehen für eine Kombination aus Mathematik und Ökonomie, und genau diesen Mix haben wir am Markt in dieser Form noch nicht häufig gesehen. Einer der größten Vorteile bei unserer computergestützten Auswahl ist, dass wir menschliche Fehler umgehen. Wir sind in unserer Allokation verlässlicher. Der Computer kann viel größere Datenmengen präziser Auswerten als dies ein Mensch kann oder können wird.

2)    Was können Sie uns über den Algorithmus verraten?

Kuhle: In die Entwicklung sind theoretische, ökonomische und ökonometrische Komponenten eingeflossen. Das allgemeine Design unseres Algorithmus ist ein ökonomisches Modell, in dem weitere Parameter konkret auf ein tatsächliches Problem kalibriert werden, wie bei einem klassischen wissenschaftlichen Aufsatz. Um zu testen, ob das Modell und die Kalibrierung wirklich funktionieren haben wir sie mit historischen Daten verifiziert. Genau das ist die Co-Produktion zwischen Markus Knopf und mir. Die Konzeption des allgemeinen Designs war mein Part. Damit es in der Realität funktioniert, muss es mit den Daten in Verbindung gebracht werden. Dabei kommt Markus Knopf ins Spiel.

Knopf: Richtig. Es sind zwei Dinge parallel zueinander entstanden. Zunächst der theoretische Aufsatz am Reißbrett. Das ist auch ein typisches Phänomen, welches man bei computergestützen Anlageformen kennt. Oftmals wird ein gewisses Modell zu Grunde gelegt und die Parameter dahingehend optimiert, um die Vergangenheit gut zu matchen. Bei uns war es so, dass beide Dinge voneinander getrennt waren. Unabhängig von dem Parameter-Fitting hat sich Wolfgang Kuhle Gedanken gemacht und ökonomische und betriebswirtschaftlichen Aspekte einfließen lassen. Ich habe losgelöst davon die Verbindung zu den Realdaten hergestellt, um die Theorie zu testen. Das hat sehr gute Ergebnisse erzielt.

3)    Wo sehen Sie die größten Stärken zwischen VWL – Mathe und dem Fondsmanagement

Kuhle: Die Mathematik hat seit Langem in allen Zweigen der VWL Einzug erhalten. Paul A. Samuelson hat seinen Nobelpreis u.a. dafür bekommen, dass er Mathematik und VWL permanent zusammengebracht hat. So sind seine Foundations of economics and analysis entstanden. Seitdem ist die Mathematik in der VWL allgegenwärtig. Ich habe Markus in Mannheim kennengelernt, wo wir beide promoviert haben. Damals habe ich zusätzlich Mathe-Kurse belegt, um in dem Bereich einige Lücken zu schließen. Die Symbiose zwischen Mathematik und VWL ist für mich folgende: Der Volkswirt kennt das Problem genau und der Mathematiker leistet einen Beitrag in der exakten Formulierung bzw. der Transformation von Annahme zu Schlussfolgerung.

Knopf: Wenn man sich die Fondslandschaft anschaut, findet man diejenigen, die sich sehr auf den ökonomischen Teil konzentrieren und andere, die ihren Schwerpunkt auf den Bereich der mathematisch-formalen Titelauswahl legen. Eine Verknüpfung beider Bereiche in der Form, wie wir es aufgesetzt haben und entwickeln findet man kaum. Es ist auch eher untypisch, weil man in der Regel Fachexperten aus dem einen oder anderen Bereich hat. Wir haben Menschen an einen Tisch gebracht, die die Expertise aus verschiedenen Fachbereichen einbringen und können daher die genannten Bereiche sehr gut kombinieren. Vor diesem Hintergrund sehen wir sehr spannende Interaktionen zwischen den Akteuren.

4)    Warum legen Sie den Schwerpunkt auf Mega Caps in Nordamerika?

Kuhle/Knopf: Wir haben uns zum Start erstmal auf den nordamerikanischen Markt festgelegt, weil dieser uns die liquidesten Marktplätze und die modernste Dateninfrastruktur bietet. Gleichzeitig finden wir dort auch die größte Anzahl von großen Large bzw. Mega Caps, die wir mit unserem Algorithmus untersuchen können. Je mehr Aktien wir finden, die liquide sind und für die uns ein guter Datenhintergrund vorliegt, desto einfacher ist es für den Algorithmus, profitable Titel auszuwählen. Nordamerika hat ca. 1.500 genau solcher sehr liquiden Titel. Das ist der Hauptgrund. Wir denken aktuell darüber nach, für Europa und Asien ebenfalls ein solches Modell zu entwickeln aber gegenwärtig ist Nordamerika der logische Anfangspunkt für unseren Fonds. Es ist der beste Startpunkt für unser Projekt.

5)    Spannendstes Investment des Fonds?

Kuhle/Knopf: Also generell sind wir nicht besonders sentimental was die Titel angeht (lacht). Wir durchsuchen mit unserem Programm die vorliegenden Daten und machen eine Risk-Reward-Analyse. Eine Aktie, die wir im Januar kaufen, kann schon im März wieder verkauft werden. Es gibt in dem Sinne keine spannenden Investments, sondern eine große Anzahl von „vielversprechenden Alternativen“. Diese große Anzahl führt dazu, dass wir im Mittel ein stabiles Ergebnis produzieren können. Grundsätzlich sind nordamerikanische Traditionsunternehmen für uns spannend, also Unternehmen, die sich lange erfolgreich am Markt gehalten haben. Auch die etablierten Technologieunternehmen finden wir spannend. Also die Googles und Microsofts zum Beispiel, die zwar nicht ganz so lange wie die Procter & Gamble unterwegs sind, aber eben eine extrem starke Marktpositionierung haben. Die etablierten amerikanischen Technologieunternehmen sind mehrheitlich natürliche Monopole, d.h. sie verhalten sich relativ stabil und das finden wir attraktiv. Das Reizvolle an unserem Ansatz ist genau die Tatsache, dass wir eben keine Lieblinge haben, sondern über den Algorithmus nach anderen Kriterien entscheiden.

6)    Welche Lücke besetzt der Fonds im Depot. Für welche Endanleger ist der Fonds geeignet.

Kuhle/Knopf: Der Supremum Fonds richtet sich an Anleger, die sich für den US Markt, und im Speziellen für die großen amerikanischen Technologie und Consumer Goods Unternehmen interessieren. Weiterhin kann der Fonds für diejenigen Investoren spannend sein, die bei der Titelauswahl von modernen Techniken profitieren und menschliche Fehler reduzieren möchten. Der Supremum Fonds richtet sich an alle Anleger, die eine systematische und diversifizierte Anlagestrategie verfolgen.

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