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Performanceberechnung und Benchmarkvergleiche bei Investmentfonds

Performanceberechnung und Benchmarkvergleiche bei Investmentfonds

Die Performance eines Investmentfonds ist neben der generellen Investitionsausrichtung eines der wichtigsten Argumente für den Kauf und damit oft ausschlaggebend für die Investitionsentscheidung. Für den privaten Endkunden ist die Information über eine positive (möglichst hohe) Wertentwicklung auf Gesamtfondsebene oft schon ausreichend. Für das Fondsmanagement, institutionelle Kunden oder auch eine interne Controlling-Einheit darf es hier aber schon etwas detaillierter sein.

Verläufe auf Weltkarte

Daher gewinnt eine transparente und möglichst ausführliche Performanceanalyse immer mehr an Bedeutung: Woher kommt diese Zahl, die am Ende eines Zeitraums den Erfolg des Fonds misst? Was genau waren die Erfolgstreiber? Wo besteht noch Anpassungsbedarf?


Aufteilung der Effekte
Bei der genaueren Analyse sind der Detailtiefe keine Grenzen gesetzt. Man kann die Performance von beispielsweise einer Aktie als Preissteigerung über die Periode auffassen, oder alternativ die Dividenden im Zeitraum, die angefallenen Transaktionskosten und aufgetretene Wechselkurseffekte herausrechnen und diese Effekte einzeln darstellen. Das ist bei einer Aktie noch relativ einfach. Bei komplexeren Produkten und Corporate Actions lässt sich allerdings lange diskutieren, wo die entsprechende Wertentwicklung einzuordnen ist: Ist die Performance eines Bezugsrechtes dem zugehörigen Asset zuzuteilen? Wahrscheinlich schon. Ist dies aber immer noch der Fall, wenn das Bezugsrecht selbst gehandelt wird?

Zu der Performance der einzelnen Assets kommen aber natürlich weitere Effekte, wie Gebühren- oder Steuerpositionen, die ihren Teil zur Gesamtperformance des Investmentfonds beitragen. Verschiedene Währungen im Fondsportfolio sorgen zusätzlich für Wechselkurseffekte, die verschiedenste Auswirkungen auf die Fondsrendite haben können. Dieser Effekt gewinnt insbesondere bei Fremdwährungsklassen an Bedeutung, bei denen zu dem üblichen FX Effekt auch der Wechselkurs zur Anteilklassenwährung und die Wirkung des Währungshedges hineinspielen.


Anteilscheinklassenreporting
Insbesondere institutionelle Kunden, die gezielt in eine bestimmte Klasse investieren (sei es aus regulatorischen Gründen oder um in der gewünschten Währung investieren zu können) haben ein gesteigertes Interesse an der Performance ihrer Anteilscheinklasse. Hier reicht also eine Performanceanalyse auf Fondsebene kaum aus. Man benötigt die Analyse auf Klassenebene. Dazu muss jede Position im Fonds entsprechend ihres täglichen Gewichts auf die Klassen heruntergebrochen werden. Anteilklassenspezifische Positionen, wie beispielsweise Gebühren, müssen gesondert betrachtet werden. Bei abweichender Anteilklassenwährung sollte der resultierende Report in der Anteilklassenwährung sein. Das macht zusätzlich ein Übertragen sämtlicher Positionen in Anteilklassenwährung und eine besondere Betrachtung der Wechselkurs P&L notwendig.


Kennzahlen
Auch bei der Ausgestaltung der Kennzahlen sind bei der Performancerechnung keine Grenzen gesetzt. Wird beim Renditemaß auf Fondsebene meist die BVI Methode verwendet, lässt sich die Rendite auf Einzelassetebene durch einen bunten Strauß an Kennzahlen darstellen. Von der kapitalgewichteten Rendite über die zeitgewichtete Rendite bis zum additiven Performancebeitrag (performance contribution) ist hier alles möglich und je nach Aussagewunsch gewünscht. Diese Kennzahlen lassen sich natürlich jeweils in die Effekte Markt, Zinsen/Dividenden und Gebühren unterteilen. Tiefergehend lässt sich bei jedem dieser Effekt zusätzlich der Wechselkurseffekt herausrechnen. So kann beispielsweise die Höhe des Wechselkurseffekts der Transaktionskosten auf einer bestimmten Aktienposition über einen festen Zeitraum ausgewiesen werden. Dieser hohe Detailgrad lässt eine genaue Analyse der getroffenen Investitionsentscheidungen zu.


Benchmark
Oft ist für den Anleger auch der direkte Vergleich mit einem Benchmarkportfolio, beispielsweise einem oder mehrerer Indices, von Interesse. Einerseits können dabei die Returnzeitreihen des Fonds und der Benchmark gegenübergestellt werden. Das gibt bereits einen Überblick, wie der Fonds im Vergleich zur Benchmark performt hat. Einen besseren Einblick bekommt man aber mit einer klassischen Performanceattribution. Hier wird der Fonds in verschiedene Sektoren zerlegt und diese entweder anteilig der Gesamtbenchmark oder einzelnen Subindizes gegenübergestellt. Dabei können diese Sektoren beliebig gewählt werden: nach Anlagestrategien, Länderzuordnungen oder auch Industriesektoren. Bei der Attribution wird nun die aktive Rendite des Fonds gegenüber der Benchmark in den Allokationseffekt und Selektionseffekt unterteilt. Der Allokationseffekt gibt dabei die Über- oder Unterrendite gegenüber der Benchmark an, die der Fondsmanager durch eine andere Gewichtung der Sektoren erreicht hat. Der Selektionseffekt hingegen zeigt die Über- oder Unterrendite, die durch abweichende Titelauswahl erzielt wurde. Diese Auswertung ist insbesondere für Fonds von Interesse, deren Anlagepolitik sich an einer Benchmark orientiert. Insbesondere der Fondsmanager sieht hier genau, ob seine Strategie aufgegangen ist. Aber auch für institutionelle Kunden und interne Controlling-Einheiten kann eine Attribution spannende Erkenntnisse liefern.


Reporting
Um diesen vielseitigen Ansprüchen gerecht zu werden, muss ein Reporting also vor allem eins sein: flexibel. Von einer möglichst großen Rohdatentapete bis hin zur bunten Visualisierung, in der auch Benchmarkvergleiche und Risikokennzahlen mit abgebildet werden können, ist alles gefragt.

 


Dr. Christina Müller
Risikomanagement IPConcept

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