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Kapitalmarktforschung - Dezember 2019

Kapitalmarktforschung - Dezember 2019

220 Jahre Börsengeschichte: Ab 15 Jahren ist bei Aktien die Zeit Diversifikation genug!
 
Inflationsbereinigt verbuchten Aktien in den letzten 220 Jahren im Mittel jährliche Wertzuwächse von 6,9%, Anleihen verbuchten lediglich halb so hohe Wertsteigerungen und Gold konnte das Kapital gerade einmal erhalten:
 

Aktien, Anleihen, Gold

Doch Aktien sind nicht nur die renditestärkste Anlageklasse, sondern langfristig auch die sicherste.

Die folgende Abbildung stellt die Renditeverteilung eines Aktienportfolios in Abhängigkeit des Anlagezeitraums dar. Es zeigt sich, dass Aktien auf Sicht von zehn Jahren zwar stark unterschiedliche jährliche Wertzuwächse von im schlechtesten Fall -5,9% bis im besten Fall +20,0% generierten. Für längere Haltedauern engt sich diese Bandbreite jedoch sehr stark ein. So verbuchten Aktien bereits nach spätestens 20 Jahren in jedem Fall positive Wertzuwächse, selbst zu den schlechtmöglichsten Anlagezeitpunkten wie vor Ausbruch der schweren Depression 1929 oder unmittelbar vor den beiden Weltkriegen:

Wertentwicklung Aktien

Die gleiche Analyse zeigt bei festverzinslichen Wertpapieren – selbst wenn man mit US-Staatsanleihen den weltweiten besten Schuldner ohne Zahlungsausfälle seit 1800 betrachtet – ein deutlich unattraktiveres Bild: sogar 50-jährige Verlustperioden sind keine Seltenheit. Einen Schutz vor Vermögensverlusten wie sie Aktien nach spätestens 20 Jahren boten, können Anleihen nicht leisten:

Wertentwicklung Anleihen

Auch andere Asset-Klassen können Unternehmensbeteiligungen nicht ansatzweise ersetzen. Gold bietet selbst bei Zeiträumen von über 100 Jahren keine Sicherheit auf Kapitalerhalt und wurde in Krisenzeiten darüber hinaus noch sanktioniert (siehe Chart).

Der direkte Vergleich der Anlageklassen zeigt, dass Aktien bereits ab einem Zeitraum von 10 Jahren sicherer sind als Anleihen oder Gold: In den letzten beiden Jahrhunderten verloren Anleihen und Gold auf 10-Jahressicht im schlimmsten Fall jährlich -6,4% bzw. -10,1%. Bei Aktien fällt der schlimmstmögliche Verlust mit -5,9% geringer aus – bei einem wohlgemerkt doppelt so hohen Durchschnittsertrag:

Aktien, Anleihen oder Gold

Die Drawdowns der drei Anlageklassen im Vergleich zeigen, dass Rückschläge bei Aktien zwar häufiger auftreten, diese in der Regel aber sehr schnell wieder aufgeholt werden. Anleihen oder Gold fallen auf kurze Sicht z.T. weniger stark, benötigen in der Erholung dafür umso länger:

Aktien, Anleihen, Gold

Welche Aktienquote ist für langfristige Investoren in Anbetracht dieser Erkenntnisse optimal?

Allgemein unterstellt man, dass eine steigende Aktienquote zu höheren Erträgen aber auch höheren Risiken führt. Doch gilt dies auch langfristig?

Sofern man aus Sicht eines risikoscheuen Anlegers den Wertverlust über eine feste Haltedauer minimieren möchte, zeigte ein Portfolio mit 30% Aktien bei einer dreijährigen Haltedauer die geringsten Verluste.

Bei 10 Jahren Haltedauer verbuchten Portfolios mit einer Aktienquote von 60% die geringsten Rückschläge.

Ab einer Haltedauer von 15 Jahren ist ein Portfolio mit über 90% Aktien nicht nur das mit Abstand renditestärkste, sondern auch das sicherste. Eine Streuung über andere Assetklassen erbrachte ab dieser Haltedauer keinerlei Vorteile mehr.

Fazit: Ab 15 Jahren Anlagedauer gilt für ein Aktienportfolio: Zeit ist Diversifikation genug!

Minimierung des Risikos

Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserer Webinar-Aufzeichnung Neues aus der Kapitalmarktforschung vom 20. November 2019.

 

Update zur weltweiten Aktienmarktbewertung

Regionen-Ranking nach Shiller-CAPE: Emerging Markets und Europa vorn, USA abgeschlagen:

  • Osteuropa: 9,6
  • BRIC: 14,7
  • Emerging Markets: 15,1
  • Asien (EM): 15,5
  • Deutschland: 18,8
  • Europa (DM): 19,2
  • Amerika (EM): 19,7
  • Welt: 23,8
  • Entwickelte Märkte: 25,3
  • USA: 30,5

 

Ranking der günstigsten Länder nach:

CAPE

KBV

KCV

Div.Rendite

Russland (7,6)

Griechenland (0,9)

Russland (4,5)

Russland (6,5%)

Türkei (8,0)

Südkorea (0,9)

Ungarn (4,8)

Tschechien (5,9%)

Tschechien (9,9)

Russland (0,9)

Italien (5,6)

Portugal (4,6%)

Interaktive Karte: Aktienmarktbewertungen    

 

Update zu den Renditeerwartungen auf Basis von CAPE und KBV

Welche Aktienmarktrenditen können Anleger langfristig auf Basis der fundamentalen Bewertung erwarten (real):

  • Weltaktienmarkt: 5,4% p.a.
  • Europa: 6,7% p.a.
  • Deutschland: 7,1% p.a.
  • USA: 2,8% p.a.
  • Emerging Markets: 7,8% p.a.

 

Etablierte Länder mit höchsten Renditeerwartungen: Südkorea (10,7%), Singapur (9,8%), Österreich (8,8%)

Etablierte Länder mit niedrigsten Renditeerwartungen: USA (2,8%), Dänemark (2,8%), Irland (3,2%)

Details: Aktienmarktpotential
 
 

Update zum Value-Zyklus

Längste Value-Dürre in Aktienmarktgeschichte: Value-Aktien enttäuschen seit Jahren im Vergleich zu Wachstumsaktien. Dies gilt nicht nur für den US-Markt, sondern für alle großen Regionen.

Details und Hintergründe haben wir für Sie ins unserer Studie Das vermeintliche Ende der Value-Prämie aufbereitet.

Seit Ende August sehen wir erstmalig Erholungstendenzen - die nächsten Monate werden zeigen, ob wir hierbei eine langfristige Trendwende sehen.

 

Die Value-Prämien der letzten 5 Jahre in den wichtigsten Regionen noch immer tief negativ:

  • Global: -4,7% p.a.
  • USA: -4,4% p.a.
  • Europa: -4,2% p.a.
  • Japan: -3,8% p.a.

Interaktiv: Value-Zyklus
 

Wichtiger Hinweis: Diese Analysen stellen für MiFID-relevante Wertpapierfirmen (z.B. Vermögensverwalter) eine Zuwendung dar. Wir führen Sie als nicht MiFID-relevanten Empfänger und können Ihnen diese Analysen deshalb weiterhin in gewohnter Weise kostenlos zur Verfügung stellen. Ohne Ihr Feedback gehen wir davon aus, dass wir Sie korrekt klassifiziert haben.

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