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Kapitalmarktforschung - Mai 2020

Kapitalmarktforschung - Mai 2020

  • Gemessen am CAPE und KBV notieren aktuell nur 7 von 40 Aktienmärkten über ihren historischen Durchschnittsbewertungen:

Kapitalmarktforschung

  • Vergleicht man die aktuellen Bewertungen mit denen von Ende 2007 und März 2009, also den Überbewertungen unmittelbar vor der Finanzkrise und den Unterbewertungen zu Tiefstständen, zeigen sich regional erhebliche Unterschiede.
  • Während der US-Markt nach der Aufwärtsbewegung der letzten Wochen sogar höher bewertet wird als zum Höhepunkt vor der Finanzkrise 2007, notieren die Emerging Markets auf den extrem attraktiven Bewertungsniveaus vom Frühjahr 2009. Bewertungsniveaus die sich im Nachhinein als historische Kaufgelegenheit herausstellten:

Kap02

  • Auf lange Sicht eröffnen sich hierdurch antizyklische Chancen. So wurden auf Bewertungen wie wir sie heute in vielen osteuropäischen und asiatischen Emerging Markets sehen, in den letzten 130 Jahren nicht nur zweistellige mittlere jährliche Wertzuwächse über die folgenden 10-15 Jahre gemessen. Es wurden langfristig auch niemals reale Verluste beobachtet:

kap03

  • Die höhere Bewertung des US-Marktes und das hieraus resultierende geringe Renditepotential ist auf eine außerordentliche Outperformance über die letzten 10 Jahre zurückzuführen: während der S&P 500 (Kursindex) trotz Corona-Krise bereits wieder auf Vorjahresniveau liegt, notiert der DAX (Kursindex) mittlerweile wieder auf Kursniveaus von 1998:

Kap04

  • Dass die überdurchschnittlichen Kurszuwächse im US-Raum fundamental untermauert sind, darf bezweifelt werden. Einerseits sind die Kurse den Unternehmensgewinnen stark vorausgeeilt:

Kap05

  • Andererseits sehen wir eine gefährliche Diskrepanz zwischen der Bewertung des US-Marktes und der tatsächlichen Bedeutung der US-Wirtschaft. So stellen die USA aktuell 56% im weltweiten MSCI AC World Index während der US-Anteil am weltweiten GDP gerade einmal 25% beträgt:

Kap06

  • Erwähnenswert: zum Höhepunkt der japanischen Aktienmarktblase 1989 stellte Japan 16% vom Welt-GDP und 44% vom Weltaktienmarkt und zeigte damit eine ähnliche Diskrepanz wie derzeit die USA. Auch damals schienen für den damaligen Leitmarkt Japan nach einer jahrelangen Outperformance und scheinbar überlegenen Geschäftsmodellen dauerhaft höhere Bewertungen gerechtfertigt. Dass die japanische Leitbörse einbrechen könnte und alle anderen Börsen prosperieren, hielt auch zu dieser Zeit kaum jemand für möglich. Mittlerweile haben sich GDP- und Aktienmarktgewicht in Japan wieder weitgehend angeglichen.

 

Update zur weltweiten Aktienmarktbewertung

  • Regionen-Ranking nach Shiller-CAPE:
    • Osteuropa: 7,8
    • Emerging Markets: 13,6
    • Asien (EM): 14,4
    • Amerika (EM): 14,9
    • Deutschland: 15,0
    • Europa (DM): 15,7
    • Langfristiger Durchschnitt: 18,3
    • Welt: 20,4
    • Entwickelte Märkte: 21,6
    • USA: 26,8

 

  • Ranking der günstigsten größten etablierten Länder nach:

Kap07

 

  • Ranking der günstigsten Emerging Markets nach:

Kap08

Interaktive Karte: Aktienmarktbewertungen

 

Update zu den Renditeerwartungen auf Basis von CAPE und KBV

  • Welche Aktienmarktrenditen können Anleger Basis der fundamentalen Bewertung über langfristige Zeiträume von über 10 Jahren erwarten (real)?
    • Weltaktienmarkt: 6,4% p.a.
    • Europa: 8,1% p.a.
    • USA: 3,7% p.a.
    • Emerging Markets: 8,7% p.a.

 

  • Etablierte Länder mit höchsten Renditeerwartungen: Singapur (11,3%), Südkorea (11,2%), Österreich (11,2%)
  • Etablierte Länder mit niedrigsten Renditeerwartungen: Dänemark (2,9%), USA (3,7%), Schweiz (4,7%)

Details: Aktienmarktpotential

 

Value-Zyklus: Unterbewertung von Value weltweit auf Allzeithoch seit mind. 1974

  • Längste Value-Dürre der Aktienmarktgeschichte: Value-Aktien enttäuschen seit Jahren im Vergleich zu Wachstumsaktien. Allein im laufenden Jahr blieben globale Value-Aktien mehr als 15% hinter Wachstumswerten zurück (MSCI World Value vs. Growth).
  • Die Outperformance von Wachstumswerten ist hierbei vordergründig auf eine Bewertungsausweitung zurückzuführen und diese erreicht mittlerweile weltweit historische Extremwerte.
  • Seit 1974 zahlten Investoren für globale Wachstumsaktien im Mittel einen Aufschlag von 82% im Vergleich zu Value-Aktien. Auf dem Höhepunkt der New Economy-Blase im Frühjahr 2000 zahlten Anleger kurzzeitig extreme Aufschläge von 177%. Aktuell notiert diese Prämie im MSCI World auf dem Rekordwert von 182%:

Kap09

  • Noch extremer fällt die Unterbewertung von Value in Europa aus. Mit einem Bewertungs-Aufschlag von 188% war Value nie günstiger als heute und auf derart attraktive Bewertungen folgten in aller Regel value-starke Jahre:

Kap10

  • Da sich die Bewertungen allein schon theoretisch nicht endlos ausdehnen können, wäre eine langfristige Gegenbewegung mehr als überfällig.
  • Details und Hintergründe haben wir für Sie ins unserer Studie Das vermeintliche Ende der Value-Prämie aufbereitet.
  • Die Value-Prämien über 5 Jahre (p.a.) in den wichtigsten Regionen tief negativ:
    • Global: -6,2% p.a.
    • USA: -7,5% p.a.
    • Europa: -5,6% p.a.
    • Japan: -3,5% p.a.

Interaktiv: Value-Zyklus

 

Wichtiger Hinweis: Diese Analysen stellen für MiFID-relevante Wertpapierfirmen (z.B. Vermögensverwalter) eine Zuwendung dar. Wir führen Sie als nicht MiFID-relevanten Empfänger und können Ihnen diese Analysen deshalb weiterhin in gewohnter Weise kostenlos zur Verfügung stellen. Ohne Ihr Feedback gehen wir davon aus, dass wir Sie korrekt klassifiziert haben.

Sollten Sie Rückfragen haben oder weitere Informationen benötigen, können Sie sich jederzeit gerne an mich wenden.

 

Viele Grüße

Norbert Keimling & Dr. Nora Imkeller

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