Jung, gebildet, reich? (Teil 3) - Gehen Sie mehr auf internationale Geschäftsreisen

Jung, gebildet, reich? (Teil 3) - Gehen Sie mehr auf internationale Geschäftsreisen - ein paar wertvolle Tipps

Wer den Überblick behalten möchte, der sollte mehr reisen. Internationale Netzwerke sind heute unerlässlich. Tipps zur besseren Bewältigung eines Reisepensums.

Vor zwei Jahren habe ich einen persönlichen Rekord aufgestellt. Ich war in Perth / Westaustralien und Hong Kong. Die Reise dauerte sechs Tage. Von Montag bis Samstag habe ich nur zwei Mal in einem Bett geschlafen, die anderen Nächte immer im Flugzeug.

Dank dieser ausgefeilten Reiseplanung konnte ich viel erledigen. Jetzt werden Sie sagen: „Der arme  Mann, der hat sie ja nicht mehr alle“.  Doch ich kann Ihnen versichern, ich war nicht nur topfit und guter Dinge. Ich bin auch entspannt zurückgekehrt. Zuvor war ich in Nord Finnland und danach in Zürich und in London.

250 Tage unterwegs

Damit habe ich meinen Investor-Kollegen Mark Möbius noch nicht eingeholt, der im Jahr etwa 250 Tage im Jahr unterwegs ist. Er ist aber auch 80 Jahre alt, ich dagegen „erst“ 62. Ich bin also auf einem guten Weg. Als ich jünger war, lagen mir lange internationale Reisen vor Antritt des Trips schwer im Magen und ich kam meist völlig ausgelaugt zurück. Mit zunehmendem Alter hat sich das völlig gelegt.

Ich bin ein großer Freund von Telefonkonferenzen und Skype-Gesprächen. Alles gut und schön. Ein Glück, dass es diese Möglichkeiten gibt. Wenn Sie aber wirklich vorankommen wollen, müssen Sie die Welt kennenlernen. Und das schaffen Sie nur, wenn Sie persönlich vor Ort auftauchen.

Netzwerke vor Ort

Der Aufbau von persönlichen Netzwerken und Kenntnissen über fremde Länder und Kulturen geht nur in dem Sie dort hinreisen.  Wenn Sie zu Hause sitzen bleiben, können Sie schlicht und einfach nicht mitreden, geschweige denn sich eine klare Meinung bilden.

Als Fazit meiner vielen Geschäftsreisen kann ich Ihnen eines versichern: wir leben in einer faszinierenden, aber sich gewaltig verändernden Welt. Internationale Erfahrung ist einer der wertvollsten Kapitalstöcke, die Sie aufbauen können.

Auch wenn Sie nur in der Heimat beruflich aktiv sein wollen, sind Sie auf Dauer in Ihrer Existenz oder Karriere gefährdet, wenn Sie sich „draußen“ nicht umschauen. Ich rate Ihnen dringend ab, sich auf die „vor-servierten“ Meinungen Ihrer Freunde und Kollegen oder gar der Medienlandschaft zu verlassen.

Tipps für unterwegs

Keine Angst also vor dem vermeintlichen Reisestress. Alles Blödsinn. Hier einige kleine Hinweise zur besseren Bewältigung des Reisepensums:

Ich reise immer nur mit Carry-On Gepäck. Sie sparen enorm viel Zeit und können am Flughafen problemlos umsteigen. Ein verloren gegangener Koffer am Airport vermasselt Ihren ganzen Trip. Hemden und Anzüge lasse ich notfalls im Hotel über Nacht reinigen und bügeln.

Denken Sie an Ihre Sicherheit: meiden Sie problematische Flughäfen und fragwürdige Airlines. Wählen Sie Flugstrecken, bei denen Sie möglichst wenige Zwischen-Stopps haben. Werden Sie nicht zum manischen „Frequent Flyer-Punkte- Sammler“ und reisen auf ineffizienten Routen.

Disziplin im Flieger

Mein Trick mit dem Jetlag und der Zeitverschiebung: Ich richte mich bei Antritt eines Langstreckenflugs immer ganz auf die lokale Ankunftszeit ein und verhalte mich im Flieger entsprechend. Landet die Maschinen beispielsweise morgens in der Früh, dann schlafe ich im Flugzeug möglichst lange vor der Ankunft:  auch wenn ich nach vierstündigem Zwischen-Stopp gleich in eine andere Zeitzone weiterfliege. Für die Weiterreise wird wieder entsprechend alles an der lokalen Ankunftszeit ausgerichtet.

Bin ich am Zielort angekommen, dann akzeptiere ich geistig sofort die dortige Tageszeit. Ich rechne auch nicht vor oder nach, wieviel Uhr es dann eben noch in dem anderen Land meines Abflugs war. Das wird geistig zur Seite geschoben.

Eiserne Disziplin in dieser Hinsicht ist ausschlaggebend. Ich muss immer wieder staunen, wie amateurhaft sich  viele Geschäftsreisende den Bauch mit Essen „in der Luft“ zu völlig unpassenden Zeiten vollschlagen oder hintereinander drei Filme anschauen. Der physische Raubbau ist vorprogrammiert.

Hotel Auswahl – bitte ganz flexibel

Bei der Auswahl der Hotelkategorien sollten Sie flexibel und nicht nach Schema „F“ vorgehen. Als selbständiger Investor spare ich gern, aber nicht am falschen Ende. Komme ich zum Beispiel nach Reiseplan um Mitternacht im Hotel an und verlasse das Hotel am nächsten Morgen gleich in aller Herrgotts Früh, dann reicht mir auch eine nahgelegene Drei-Sterne-Budget Unterkunft.

Bin ich aber mehrere Tage in einer anstrengenden Metropole vor Ort und arbeite - auch wegen der Zeitverschiebungen – von meinem Hotel aus, darf es gerne etwas teurer sein.

Hohe Zimmerpreise können mich gar nicht schocken, denn mit meiner Methode komme ich im Verlauf des Jahres auf einen angemessenen Durchschnittsübernachtungspreis. Ich habe aber viel mehr an „Reisewert“ mit meiner selektiven Hotelwahl erzielt.

Sich immer nur an den  Durchschnittspreis als Oberkante im Budget zu klammern, ist eine schlechte Lösung. Wenn Sie als Angestellter arbeiten, handeln Sie ein entsprechendes Jahresbudget zur freien Gestaltung aus.

Keine Einzelzimmer

Eine nicht zu unterschätzende Herausforderung beim Reisen ist es, das Gefühl der Einsamkeit zu überwinden. Buchen Sie nach Möglichkeit keine kleinen, engen Einzelzimmer. Die sind oft wie Abstellkammern. Auch wenn Sie alleine unterwegs sind, dann ist bitte ein Doppelzimmer zu reservieren. Sie werden sehen, das hilft Ihrem Wohlbefinden und Ihrer psychischen Stabilität.

Ich könnte ein ganzes Handbuch des internationalen Reisens schreiben. Und sicher haben Sie selber Ihre eigenen Erfahrungen gemacht und viele andere Tricks auf Lager. Abgesehen von der physischen Fitness ist mir die mentale Einstellung bei den langen Reisen von ausschlaggebender Bedeutung.

Wer gedrängt und gehetzt sich auf die Socken macht, der hat schon verloren. Genauso ist es fatal, gelangweilt oder nervlich angespannt, im Flieger oder in der Airport Lounge „rumzusitzen“.

Lesen, schreiben, zuhören, schlafen

Deshalb schalte ich sofort bei Antritt einer Reise auf mein eigenes „Vier-Punkte-Travel-Modul“ und das heißt  bei mir: Lesen, schreiben, zuhören, schlafen.

Wenn ich unterwegs bin, dann sind diese vier Punkte mein gesamtes Auswahlprogramm. Bin ich voller Energie, dann nutze ich die Zeit zu schreiben: Gedanken festhalten, Dinge ausarbeiten, Vorträge vorbereiten und ähnliches.

Möchte ich mich entspannen, dann lese ich ein Buch, welches ich vor der Reise sorgfältig für genau diesen Zweck auswähle. Diese spezielle „Reisebibliothek“ suche ich mir im Verlauf eines Jahres zusammen. Und die wird auch nur auf den Reisen gelesen.

Fragen stellen

Ist es mir einfach nicht nach schreiben oder lesen, dann „quatsche“ ich hemmungslos Leute an, die das Pech haben neben mir im Zug oder Flugzeug zu sitzen oder auf die ich in der Lobby stoße. Dann versuche ich mich zu disziplinieren und wenig von mir zu erzählen, denn mir geht es darum viel zu erfahren. Das heißt, sich ganz auf den anderen einzustellen und viele Fragen zu stellen. Es ist ganz erstaunlich, wieviel man dabei für sich gewinnt. Probieren Sie es einmal aus.

Und zu guter Letzt: Nutzen Sie die Reisezeit unterwegs um viel zu schlafen. Erlauben Sie sich diesen Luxus. Die meisten von uns laufen mit Schlafdefiziten rum. Tanken Sie auf: mit einem guten Gefühl dabei, dass Sie genau das Richtige tun.

Also keine Angst, schauen Sie mal auf den Globus und los geht’s. Sie schaffen das.

 

Der Autor Dr. Markus Elsässer ist seit 1998 selbstständiger Investor und Fondsberater sowie Gründer der ME-Fonds, die er seit mehr als 16 Jahren betreut.

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