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Interview mit Jürgen Harter - Medical Strategy

Interview mit Jürgen Harter - Medical Strategy

Gesundheit – Biotech - Pharma, das sind die Megatrends unserer Zeit. Denn die Menschen werden immer älter und mit Hilfe moderner Technologien und Medikamente kann ihnen immer besser geholfen werden. Medical Strategy hat diesen Trend erkannt und mit 2 Fonds investierbar gemacht. Bei mir ist Geschäftsführer Jürgen Harter hier auf dem Deutschen Vermögensverwaltertag in Essen. Danke für Ihre Zeit Herr Harter!

 

Arzt - Medical Strategy/Apo Asset

Viele Aktienkurse sind in den vergangenen Jahren aus diesen Branchen förmlich durch die Decke gegangen. Was waren die Gründe hierfür?

Die Kurssteigerungen sind fundamental begründet. Wir befinden uns in einem Innovationszyklus. Das heißt der Erkenntnisgewinn, was die Entstehungsursache von Krankheiten angeht, ist in den letzten Jahren enorm gewesen. Das bedeutet, dass der positive Newsflow bei den Unternehmen einfach sehr, sehr gut war. Sprich: neue innovative Therapien sind in den Markt gekommen, sie waren positiv in der Zulassung, und das hat die Unternehmen natürlich enorm beflügelt. Generalisten sind auf den Sektor aufmerksam geworden, und es ist sehr viel Kapital in den Markt geflossen.


Lässt sich denn dieser Trend, das ist die entscheidende Frage für die Investoren, in die Zukunft fortschreiben?

Ja absolut. Es befinden sich über 2.500 Substanzen in den letzten klinischen Prüfungsphasen, das heißt dieser Zyklus ist enorm breit und wir werden auch weiterhin sehr, sehr positive Nachrichten bekommen. Was die Zulassung von neuen Produkten angeht rechnen wir in diesem Jahr z.B. mit einer Anzahl von 50. Das dürfte ein neuer Rekord werden. Gerade in der Onkologie und auch in anderen Bereichen ist es einfach so, dass es nicht abbrechen wird.


Nun muss ich ein bisschen Wasser in den Wein gießen, denn im Oktober haben wir einige Turbulenzen an den Börsen gesehen. Auch die Aktien aus den besagten Branchen Gesundheit, Biotech und Pharma haben stärker korrigiert. Was sind die Hintergründe und vor allen Dingen wie haben Sie darauf reagiert?

Also speziell Biotech hat im Oktober stärker verloren. Das liegt auch daran, dass über die Tech-Seite, insbesondere, wenn Sie sich Amazon und andere anschauen, stark korrigiert wurde und man da letztendlich ein bisschen in Sippenhaft genommen wurde. Wie haben wir reagiert? Wie wir es immer tun. Wir kaufen nach, wenn wir sehen, dass Unternehmen ungerechtfertigt unter Druck kommen. Wir wissen, was die Unternehmen wert sind. Dann verbilligen wir und nutzen das letztendlich aus.


Sie haben sich vor allem auf Small- und Midcaps konzentriert. Was macht gerade diesen Bereich, diese kleinen, mittleren und Nebenwerte aus Ihrer Sicht so spannend?

Gerade die kleinen Titel sind am Innovationsstärksten. Man kann sagen, dass 70% der Produkte in den klinischen Prüfungsphasen von kleineren Firmen kommen. Dort haben Sie auch das größte Upside-Potenzial, und das ist unser Spezialgebiet. Wir machen dies seit 25 Jahren und sind erfahren, was die Analyse dieser Firmen angeht und können daher den Mehrwert bieten, da andere sich mit den Unternehmen eigentlich gar nicht beschäftigen.


Es gibt ja in jedem Bereich eine gewisse Besonderheit und im Gesundheitsbereich sind das die sogenannten Patentabläufe. Warum sind diese so wichtig bei Ihren Investitionsentscheidungen, und warum schauen Sie da immer wieder ganz genau Monat für Monat auf diese Zahlen und Fakten?

Die Bio- und Pharmaindustrie hat, wie sie richtig sagen, die Besonderheit der Patentabläufe. Hierzu muss man kurz ausholen: 20 Jahre haben Sie einen Patentschutz, wenn sie einen Wirkstoff identifiziert haben. Sie müssen allerdings die Entwicklungszeit abziehen, das sind 10 Jahre und dann können Sie 10 Jahre hochpreisig an diesem Produkt verdienen. Und danach, das ist dieser Patentablauf, wird das Produkt generisch, es kommen Nachahmer an den Markt und Sie verlieren 90% Ihres Umsatzes. Das müssen Sie eben genau beobachten. Wir konzentrieren uns auf Firmen, die quasi den Nachschub liefern. Wenn die Patente abgelaufen sind, muss man für Ersatz sorgen, und das ist dann der Nachschub an neuen innovativen Produkten.


Ein spannender Einblick in Ihre Tätigkeiten. Sind Sie dann eher Fondsberater oder Mediziner angesichts dieser komplexen Zusammenhänge.

Unser Team ist interdisziplinär aufgestellt, aber die Mehrheit hat einen wissenschaftlichen Backround. Das heißt, es sind Pharmakologen, Molekularbiologen und Mediziner. Nur so können Sie die Zusammenhänge vernünftig erfassen und auch diese Produktchancen einordnen. Das ist die Grundvoraussetzung. Sonst können Sie in diesem Bereich eigentlich keine Firmen erfolgreich analysieren.


Also Profis auf allen Ebenen und allen Bereichen! Das war Jürgen Harter, Geschäftsführer Medical Strategy, über die Trends in den Bereichen Gesundheit Biotech und Pharma hier auf dem 5. Vermögensverwaltertag in Essen, haben Sie ganz herzlichen Dank für das Gespräch!

Schauen Sie sich das Video zum Interview hier an.

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