Gottfried Heller

Vita

Gottfried Heller wurde 1935 geboren. Nach dem Ingenieurstudium war er über 10 Jahre als Management Consultant in Deutschland und in den USA tätig. Seit Gründung der FIDUKA 1971 prägte er bis 2008 maßgeblich die Anlagestrategie der FIDUKA. Ende 2008 schied er aus der Geschäftsführung aus und ist seither in der FIDUKA als Senior Partner weiter aktiv.

Tätigkeitsschwerpunkte

Gottfried Heller ist bekannt als Buchautor und Kommentator von Wirtschafts- und Börsennachrichten im Fernsehen. Er schreibt regelmäßig Kolumnen für „Börse Online“ sowie für weitere Publikationen.

Im Fokus

Sind Ihre Investment-Entscheidungen eher Bauch- oder Kopfbasiert?

Sie sind überwiegend kopfbasiert aber immer verbunden mit meinem 50-jährigen Erfahrungsschatz und meiner Einstellung, Disziplin zu üben und Emotionen unter Kontrolle zu halten.
Der chinesische Philosoph Konfuzius hat es trefflich formuliert:
„Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu handeln: durch Nachdenken ist der edelste, durch Nachahmen ist der einfachste und durch Erfahrung der bitterste.“
Ich habe alle drei beschritten. Aber erlebte und erlittene Erfahrung prägt sich viel tiefer ins Bewusstsein ein als angelesenes Wissen.

Sehen Sie aktives und passives Fondsmanagement streng getrennt voneinander?

Ich sehe das aktive und passive Fondsmanagement nicht streng getrennt voneinander, sondern komplementär.
Bei einem Teil eines Fonds kann man Stock-Picking betreiben – vor allem bei Standardwerten.
Jedoch bei Nebenwerten sollte man ETFs benutzen, insbesondere im Ausland.
Beim traditionellen Vermögensmanagement sind Nebenwerte immer untergewichtet geblieben. Dabei liefern sie langfristig deutlich höhere Renditen als Standardwerte. Da aber das Risiko bei Nebenwerten größer ist, muss man viel breiter streuen. Das gelingt am besten und kostengünstigsten mit ETFs.
Für einen Weltfonds bieten sich Multi-Asset Fonds an, die eine hybride Form des Managements ermöglichen: teils aktiv bei Standardwerten, teils passiv bei Nebenwerten und Schwellenländeraktien.

Warum sollte sich ein Fondsmanager mit einem Fußballspieler unterhalten?

Wenn er ein siegreiches Spiel beschreibt, wird er oft sagen: „Wir haben kompakt gestanden.“
Die erste Priorität hat die Verteidigung, d.h. die Verlustvermeidung. Das zeigt sich bei der Aufstellung der deutschen Nationalmannschaft: Vier Spieler stehen in der Verteidigung, zwei im defensiven, drei im offensiven Mittelfeld und einer im Sturm.
In der Verteidigung stehen damit, einschließlich des Torwarts  sieben Spieler (rund zwei Drittel der Mannschaft) und nur ein Drittel dient dem Angriff, der Gewinnerzielung.
Nach diesem Prinzip ist der Pro Select-Weltfonds aufgestellt.
Er ist daher wie maßgeschneidert für die sicherheitsbewussten deutschen Anleger.

Wie ist Ihr Tagesablauf als Fondsmanager des Pro Select – Weltfonds?

Mein Tagesablauf als Fondsmanager des Pro Select-Weltfonds ist entspannt, weil ich mich um aktuelle Ereignisse nicht kümmern muss. Die Besonderheit des Fonds besteht in der prognosefreien, langfristigen Strategie und eines weltweit mittels ETFs breit diversifizierten Portfolios.
Seine Konzeption basiert auf Erkenntnissen der Finanzwissenschaft, wonach Value-/Dividenden-Aktien, Nebenwerte und Schwellenländeraktien langfristig überdurchschnittliche Renditen erbringen. Daher sind diese Aktienklassen übergewichtet.

Der Pro Select-Weltfonds ist ein Mischfonds aus 70% Aktien und 30% kurzlaufenden Anleihen. Das ist der risikofreie Teil des Portfolios.
Meine Tätigkeit besteht zunächst in der gemäß „Bauplan“ gezielten Auswahl  der Index-ETFs. Danach beschränkt sie sich auf die Einhaltung der Fondsstruktur. Ich muss eingreifen, wenn sich diese Relation wegen der unterschiedlichen Kursentwicklung stark verschoben hat, wenn beispielsweise der Aktienanteil 80% ausmacht. Das gleiche geschieht, wenn einige ETFs stärker gestiegen, andere zurückgeblieben sind. Das nennt sich „Rebalancing“.
Der Pro Select-Weltfonds kann zusätzlich 5 bis 10 Prozent in Special Situations, z.B. in Robotics, KI, Cyber Security, Immobilien oder Rohstoffe investieren.



Vor welchen Investitions-irrtümern würden Sie Ihre Tochter warnen?

  1. Ich würde ihr abraten, einen Börsen-Zocker zu heiraten, denn ein Zocker, der reich stirbt, stirbt vor seiner Zeit.
  2. Ich würde sie vor dem Irrtum bewahren, dass sie als Anlegerin gegen ihre männlichen Rivalen keine Chance hätte. Das Gegenteil ist richtig: Frauen sind die besseren Langfristanleger. Zu diesem Ergebnis kamen verschiedene Studien in Deutschland und den USA. Im Allgemeinen legen Männer riskanter an und denken kurzfristiger. Frauen sind geduldiger, legen konservativer an und denken langfristiger. Ich würde ihr daher mit auf den Weg geben, dass sie mit mehr Selbstvertrauen an das Investieren herangehen sollte.

 



Börsentag München 2018 – Gottfried Heller



Gottfried Heller (Fiduka) im Interview



Gottfried Heller – 50 Jahre Börsenerfahrung | Teil 1/3



Bitte wählen Sie aus, zu welcher Benutzergruppe Sie gehören.

×

Bitte wählen Sie aus, zu welcher Benutzergruppe Sie gehören.

×
×

Einwilligung in die Datennutzung.

Ich willige ein, dass meine persönlichen Daten, insbesondere Name, Vorname, E-Mailadresse durch die IPConcept (Luxemburg) S.A. zum Zwecke des Newsletterversands verarbeitet werden dürfen.

Rechte des Betroffenen: Auskunft, Berichtigung, Löschung und Sperrung, Widerspruchsrecht

Sie sind gemäß Artikel 15 DSGVO jederzeit berechtigt, gegenüber der IPConcept (Luxemburg) S.A. um umfangreiche Auskunftserteilung zu den zu Ihrer Person gespeicherten Daten zu ersuchen.

Gemäß Artikel 17 DSGVO können Sie jederzeit gegenüber der IPConcept (Luxemburg) S.A. die Berichtigung, Löschung und Sperrung einzelner personenbezogener Daten verlangen.

Sie können darüber hinaus jederzeit ohne Angabe von Gründen von Ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch machen und die erteilte Einwilligungserklärung mit Wirkung für die Zukunft abändern oder gänzlich widerrufen. Sie können den Widerruf entweder postalisch, per E-Mail oder per Fax an die IPConcept (Luxemburg) S.A. übermitteln. Es entstehen Ihnen dabei keine anderen Kosten als die Portokosten bzw. die Übermittlungskosten nach den bestehenden Basistarifen.

Weitere Informationen zum Umgang der IPConcept (Luxemburg) S.A. mit den Bestimmungen der DSGVO finden Sie hier.

×