KRYPTOWÄHRUNG/BLOCKCHAIN: NEUE TECHNOLOGIE LEICHT ERKLÄRT

Kaum ein Tag ohne Meldungen des neuen Trends Kryptowährung. Auch die Fondsinitiatoren prüfen, inwiefern man von Margen profitieren kann – ohne den regulatorischen Fonds-Rahmen zu verlassen.

  • Was ist eigentlich eine Kryptowährung?

Kryptowährungen sind Zahlungsmittel, die auf einer globalen, praktisch fälschungssicheren Datenbank - der sog. Blockchain - basieren. Die bekannteste Kryptowährung ist der Bitcoin. Elektronische Verschlüsselung (Kryptographie) soll sicherstellen, dass die digitalen Einheiten oder Münzen (Coins) nur ihren Besitzern zur Verfügung stehen.

  • Krypto und Fonds?

Reguliert wie nie stellt sich der Investmentfonds dem Thema Kryptowährung. Basierend auf unterschiedlichen Blockchains wird geprüft, wie viel und an welcher Stelle Risiko zu managen ist.

Ein direktes Investment eines luxemburgischen OGAW in eine Kryptowährung ist nach aktuellem Stand nicht möglich. Beispielsweise steht einem Direktinvestment entgegen, dass Kryptowährung als Begriff genutzt wird, jedoch die Anerkennung als offizielles Zahlungsmittel erst in wenigen Ländern erteilt wurde (zum Beispiel Japan). Dennoch sucht man nach Anwendungsfällen: Futures, die in Bitcoins zeichnen, sind für Teil II Fonds des luxemburgischen Gesetzes möglich.

 

Begriffe leicht erklärt:

 

Fiatgeld:

Ist das heutige Zentralbankgeld, wie z. B. Euro oder US-Dollar, wobei der Begriff vom lateinischen fiat („Es werde“) abgeleitet ist.
Fiatgeld ist Geld, bei dem seitens des Emittenten, daher der Zentralbank keine Einlöseverpflichtung in Gold, Silber oder Ähnlichem besteht und dessen Akzeptanz durch gesetzliche Vorschriften erreicht und sichergestellt wird. Das Gegenteil von Fiatgeld ist Warengeld (z. B. Tabak, Reis, Gold oder Silber), das neben dem äußeren Tauschwert auch einen inneren Wert hat.

 

Kryptographie: ist ursprünglich die Wissenschaft der Verschlüsselung von Informationen. Heutzutage befasst sie sich allgemein mit dem Thema Informationssicherheit, also der Konzeption, Definition und Konstruktion von Informationssystemen, die widerstandsfähig gegen unbefugtes Lesen und Manipulationen sind.

 

Kryptowährungen:

Kryptowährungen sind Zahlungsmittel, die auf einer globalen, praktisch fälschungssicheren Datenbank - der sog. Blockchain - basieren. Die bekannteste Kryptowährung ist der Bitcoin. Elektronische Verschlüsselung (Kryptographie) soll sicherstellen, dass die digitalen Einheiten oder Münzen (Coins) nur ihren Besitzern zur Verfügung stehen.

 

Distributed Ledger Technology (DLT):

Ist ein System zur dezentralen Speicherung von Daten. Ein distributed ledger (englisch distributed = „verteilt“; ledger = „Hauptbuch“, „Konto“) ist ein Konsens von reproduzierten und synchronisierten digitalen Daten, die geographisch über multiple Seiten, Länder oder Institutionen gestreut werden. Es gibt keinen zentralen Administrator oder zentrale Datenspeicherung. Benötigt wird sowohl ein Peer-to-Peer-Netzwerk als auch Konsensalgorithmen um zu gewährleisten, dass die Reproduktion über die Netzwerkeinheiten (Nodes) hinweg stattfindet.

Eine bekannte Distributed-Ledger-Form ist das Blockchain-System. Doch nicht alle Distributed-Ledgers müssen unbedingt eine Aneinanderreihung von Blöcken verarbeiten, um einen gesicherten und gültigen allgemeinen Konsens unter den Beteiligten zu gewährleisten. Eine Blockchain ist lediglich eine Art von Datenstruktur - die Verkettung von Blöcken, die die Informationen enthalten - identisch verteilt unter den Systemteilnehmern.

In 2016 erprobten zahlreiche Banken (u.a. auch Mitglieder des genossenschaftlichen Verbunds) die DLT für den internationalen Zahlungsverkehr. Große Banken investieren weiterhin stark in DLT für Maßnahmen der Kostenreduktion und als Möglichkeit zur Reduzierung der operationalen Risiken. Der zukünftige Nutzen von DLT wird als Basis für Transaktionen im Internet der Dinge (IdD) gesehen.

 

Blockchain:

Der Begriff Blockchain beschreibt eine dezentrale Datenbank, bei der jeder Teilnehmer, der Teil dieses Blockchain-Netzwerkes ist, die gesamte Datenbank mit sämtlichen Informationsketten oder Ausschnitte davon besitzt. Die Blockchain funktioniert wie eine Art öffentliches Grundbuch oder ein digitaler Kontoauszug für Transaktionen zwischen Computern. Worüber in dem Buchführungssystem Buch geführt wird, ist für den Begriff der Blockchain unerheblich. Es können Werte einer Kryptowährung, Immobiliengrundbücher, Wikipedia-Einträge, Kunstgegenstände oder Verträge sein. Die Transaktionsdaten werden in den Blöcken festgehalten, welche mittels kryptographischer Verfahren miteinander verkettet sind. Jeder Block enthält dabei typischerweise einen kryptographisch sicheren Hash des vorhergehenden Blocks und einen Zeitstempel. Dies gewährleistet die genaue Reihenfolge in der Informationskette und Zuordenbarkeit der Transaktionen.

 

Mining:

Als „Miner“ bzw. „Schürfer“, verdienen Sie virtuelles Geld damit, dass Sie Ihre Rechnerleistung (CPU) zur Verfügung stellen. Der Mining-Prozess beinhaltet das Zusammentragen von jüngsten Transaktionen in Blöcken und den Versuch ein rechenintensives Puzzle zu lösen. Derjenige Teilnehmer, der als erster die Lösung findet, hat das Recht den nächsten Block in der Blockchain zu platzieren und das Honorar zu erhalten.

 

Peer-to-Peer:

Bezeichnung für eine Kommunikation unter Gleichen innerhalb eines Rechnernetzes. In einem reinen Peer-to-Peer-Netz sind alle Computer gleichberechtigt und können sowohl Dienste in Anspruch nehmen, als auch zur Verfügung stellen (Beispiel: Napster).

 

Block:

Auf elektronischen Datenträgern werden in der Regel mehrere Datensätze zu größeren Speichereinheiten zusammengefasst. Solche Einheiten werden je nach Computersystem unterschiedlich bezeichnet, zum Beispiel als „Page“ (Seite, bei vielen Datenbanksystemen) oder als Block (bei konventioneller Speicherung). In einem Computerprogramm sind der Verarbeitung des einzelnen Datensatzes Routinen vorgeschaltet (meist des Betriebssystems), die das tatsächliche Lesen oder Schreiben auf dem Datenträger aus Optimierungsgründen block-/seitenweise durchführen und den jeweils einzelnen Datensatz innerhalb des Datenblocks iterativ positionieren und zur Verarbeitung im Hauptspeicher bereitstellen.

 

Public key:

Ein Public-Key-Verschlüsselungsverfahren ist ein asymmetrisches Verschlüsselungsverfahren, also ein kryptographisches Verfahren, um mit einem öffentlichen Schlüssel einen Klartext in einen Geheimtext umzuwandeln, aus dem der Klartext mit einem geheimen Schlüssel wieder gewonnen werden kann. Der geheime Schlüssel (Private key) muss geheim gehalten werden und es muss praktisch unmöglich sein, ihn aus dem öffentlichen Schlüssel zu berechnen. Der öffentliche Schlüssel muss jedem zugänglich sein, der eine verschlüsselte Nachricht an den Besitzer des geheimen Schlüssels senden will. Dabei muss sichergestellt sein, dass der öffentliche Schlüssel auch wirklich dem Empfänger zugeordnet ist.

 

Hash:

Eine kryptographische Hashfunktion ist eine spezielle Form der Hashfunktion, welche kollisionsresistent sein sollte und nach Definition immer eine Einwegfunktion ist. Eine Hashfunktion ist eine Funktion, die eine Zeichenfolge beliebiger Länge auf eine Zeichenfolge mit fester Länge abbildet. Mathematisch ist diese Funktion nicht injektiv (linkseindeutig) und nicht notwendigerweise surjektiv (rechtstotal). Anwendungen kryptologischer Hashfunktionen sind vor allem die Datenverarbeitung, zur Integritätsprüfung von Dateien oder Nachrichten. Darüber hinaus werden sie eingesetzt zur Verschleierung von Passwortdateien, als Datenbasis digitaler Signaturen, als Pseudo-Zufallszahlengeneratoren oder zur Konstruktion von Blockchiffren.

 

Wallet:

Ein Cyberwallet (Alternativbezeichnungen: E-Wallet oder Digital Wallet) ermöglicht es dem Nutzer Guthaben auf elektronischen Plattformen zu speichern und zur Zahlungen für Waren und Dienstleistungen im Internet zu nutzen. Der Nutzer eines E-Wallets erhält ein Guthaben auf einem Konto (entspricht dem Auffüllen einer virtuellen "Geldbörse") durch Einzahlung über die von ihm bevorzugte Zahlungsweise, die abhängig von den vom Anbieter ermöglichten Methoden erfolgt.

 

Initial Coin Offering (ICO):

oder auch Initial Public Coin Offering (IPCO) ist das initiale Angebot einer neuen Kryptowährung bzw. die Kapitalaufnahme über eine Kryptowährung. Es handelt sich um ein sehr ähnliches Konzept zu einem Börsengang (Initial Public Offering). Der Begriff wird oft im Zusammenhang mit „Token Sale“ verwendet und stellt eine Form von Crowdfunding dar. Beide Begriffe referenzieren eine Finanzierungsmöglichkeit, bei der Investoren Zugang zu einem künftigen Feature des finanzierten Projektes bekommen; das Projekt startet aber erst in der Zukunft. Über ICOs erwirbt der Investor hingegen einen Eigentumsanteil oder Erlösanteile am finanzierten Projekt. Coin ≈ digitale Aktie.

ICO steht für Initial Coin Offering. Im Internet sammeln Firmen bei virtuellen Börsengängen Geld für Geschäftsprojekte ein, häufig in Form von Bitcoins. Im Gegenzug erhalten die Investoren Tokens. Oft befinden sich die Projekte in einem frühen, sehr experimentellen Stadium. Manchmal handelt es sich bei den Unternehmen um DAOs (Handelsblatt).

 

Token:

Tokens werden im Rahmen von ICOs herausgegeben und sind keine Aktien. Sie ähneln eher digitalen Gutscheinen oder Einzahlungsbelegen, versprechen eine Beteiligung an künftigen Gewinnen oder Management-Entscheidungen, oder einen Zugang zum geplanten Service der Firma. Die Tokens sollen den Investoren die Teilhabe an dem Projekt garantieren, das mit ihrem Geld realisiert wird. Rechte für die Anleger sind mit ihnen aber meist nicht verbunden, teilweise deklarieren die Anbieter sie sogar als „Spenden“. Viele Anleger handeln sie wie Bitcoins – in der Hoffnung auf Spekulationsgewinne (Handelsblatt).

 

Altfolio (Alternativefolio):

Das Pendant zum Portfolio mit alternativen Investments. Wird vorrangig in Bezug auf ein Portfolio mit Kryptowährungen genutzt.

 

Fork:

Eine Abspaltung (englisch fork ‚Gabel‘) ist in der Softwareentwicklung ein Entwicklungszweig nach der Aufspaltung eines Projektes in zwei oder mehrere Folgeprojekte; die Quelltexte oder Teile davon werden hierbei unabhängig vom ursprünglichen Mutterprojekt weiterentwickelt. Häufig, besonders in Bezug auf das Urheberrecht, wird auch von Derivat (derivativ, lateinisch derivare ‚ableiten‘) gesprochen.

Eine sogenannte „Hard Fork“ ist ein Update, das eine Softwareversion schafft, die nicht abwärtskompatibel zu bestehenden Versionen ist und somit User ausschließt, die das Update nicht mitmachen.

 

DAO:

DAO steht für „Digitale autonome Organisation“. Das Unternehmen existiert virtuell, und die Eigentümer lenken es durch elektronische Entscheidungsprozesse.

Haben Sie schon Kryptowährungen gekauft?


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