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Ethenea Outlook 2020: Zyklusende noch nicht in Sicht

Ethenea Outlook 2020: Zyklusende noch nicht in Sicht

  • Handelsabkommen zwischen China und USA könnte Wirtschaft aufleben lassen
  • Trendwende des realen Wachstums durch verbessertes Sentiment erwartet
  • Stärker als erwartet steigende Inflation bleibt Risikofaktor 

Munsbach, 16. Dezember 2019 – Das Börsenjahr 2019 wird trotz aller Unkenrufe als eines der besten in die jüngere Geschichte eingehen. Zu einer noch Ende 2018 eingepreisten globalen Rezession kam es nicht. Stattdessen wanderte die Weltwirtschaft trotz des andauernden Handelsstreits, aber mit tatkräftiger Unterstützung der Notenbanken, auf dem vielzitierten Pfad des sogenannten „muddle through“. Die weltweiten Kapitalmärkte konnten so selbst ohne steigende Unternehmensgewinne die Kursverluste aus 2018 wettmachen, und auch die Bewertungen stiegen wieder auf das Niveau der Vorjahre. „Die entscheidende Frage ist, inwieweit sich diese Entwicklung auch für 2020 fortschreiben lässt, beziehungsweise, was notwendig ist, um die Divergenz zwischen den Wachstumsschätzungen der Ökonomen und den Bewertungen von Risikoanlagen aufzulösen“, sagt Michael Blümke, Portfolio Manager von Ethenea.

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Handelsabkommen wird Abwärtsspirale vorerst unterbrechen

Für den Experten stellt sich die Situation aktuell wie folgt dar: Ein Abkommen zwischen den USA und China wird für absehbare Zeit eine weitere Eskalation des Handelsstreits unterbinden. Damit wird in global tätigen Unternehmen wieder mehr Planungssicherheit bezüglich notwendiger Investitionen, der Strukturierung von Wertschöpfungsketten und nicht zuletzt von Handelsströmen einkehren. „Das sollte die Abwärtsspirale aus zurückgehaltenen Investitionen, weniger Wachstum, weniger Gewinn und schlussendlich Entlassungen von Arbeitnehmern unterbrechen“, sagt Blümke. Unterstützt durch eine Geldpolitik, die deutlich macht, dass das altbekannte „lower for longer“ auch weiterhin als Motto Bestand hat, ist das Umfeld für eine positive wirtschaftliche Entwicklung gegeben, auch wenn diese allein keine Beschleunigung der Wirtschaft bewirken kann. „Mit einer Lösung im Handelsstreit und einer sich daraufhin verbessernden Wirtschaft kann eher eine - wenn auch sehr langsame - Normalisierung der Geldpolitik in Erwägung gezogen werden, ohne dass dadurch sofort eine Krise an den Kapitalmärkten ausgelöst wird“, sagt Blümke.

Aktien: Anzeichen für Aufschwung

Die weltweiten Kapitalmärkte haben bereits angefangen, dieses positivere Umfeld einzupreisen. Folgt auf die jüngste Stabilisierung umfragebasierter Frühindikatoren eine nachhaltige Verbesserung der Stimmung, könnte dies dem Experten zufolge zu einer Trendwende des realen Wachstums führen. So sind die im vielbeachteten ifo-Index abgefragten Erwartungen deutscher Unternehmen jüngst zum zweiten Mal in Folge gestiegen. Ein dreimaliger Anstieg in Folge steht in einem hohen Zusammenhang mit steigenden Börsen. Konjunkturindikatoren verzeichnen ebenfalls eine Wende und verlassen ihre Tiefstände „Dies sind unserer Meinung nach erste klare Anzeichen für einen anstehenden Aufschwung. Ist die Trendwende erst vollzogen, wird sich die Abweichung zwischen fundamentalen Wachstumszahlen und der Bewertung von Risikoanlagen automatisch auflösen. Folglich erwarten wir weiteres Aufwärtspotential an den Börsen“, sagt Harald Berres, Portfolio Manager bei Ethenea. 

Mit einer weiteren Verlängerung des Konjunkturzyklus wird über den stetig ablaufenden Preisfindungsprozess eine Höherbewertung nicht zu vermeiden sein. Schlussendlich wird die „Wall of Worries“ immer weiter erklommen und die vielerorts verpasste Aktienrallye kann weiter fortgesetzt werden. Als logische Konsequenz daraus werden die Kreditaufschläge für Unternehmen zumindest nicht steigen. Weitere Unterstützung für die Aktienmärkte kommt von der Zinsseite. Die massiv gefallenen Renditen erhöhen die Attraktivität von Aktien, deren Bewertung im historischen Kontext als normal anzusehen ist. „Setzt man die Bewertung ins Verhältnis zum Rentenmarkt, sind Aktien günstig und daher besonders interessant für Anleger“, ergänzt der Portfolio Manager. 

Unternehmensanleihen weiterhin unterstützt

Solange sich an der Zinsfront nichts ändert, sind auch Unternehmensanleihen weiterhin unterstützt. „Wir gehen davon aus, dass die Zentralbanken trotz der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Stabilisierung und anschließender Verbesserung keinen erneuten Kurswechsel vollziehen werden“, sagt Dr. Volker Schmidt, Portfolio Manager bei Ethenea. Neben Unternehmensanleihen hält der Experte insbesondere spanische Staatsanleihen für interessant. Letztere sollten vom Anleihekaufprogramm der EZB profitieren, da die höhere Kreditwürdigkeit des spanischen Staates diese für weitere Käuferschichten attraktiv macht und ein begrenztes Angebot auf eine hohe Nachfrage trifft. Auch qualitativ gute Unternehmensanleihen werden weiterhin in hohem Maße von der EZB gekauft. Im Bereich der Unternehmensanleihen sind für Ethenea in Euro denominierte Unternehmensanleihen und die Neuemissionen weiterhin interessant. Letztere böten im Vergleich zu zuvor emittierten Anleihen attraktive Aufschläge.

Risikofaktor Inflation

Den einzigen und nachhaltig kritischen Faktor für dieses Szenario stellt eine stärker als erwartet steigende Inflation dar. In diesem Fall befänden sich die Zentralbanken, insbesondere die Europäische, in einer Zwickmühle aus Inflationsbekämpfung und hoher Staatsverschuldung. „Obwohl wir diese Entwicklung aktuell nicht erwarten, gilt es dennoch die zukünftigen Inflationsdaten genauestens zu beobachten. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass - vorausgesetzt ein Handelsabkommen kommt zustande - die auf Hoffnung basierende Bewertung der Kapitalmärkte Realität werden kann und letztere sogar noch Aufwärtspotenzial bergen“, schließt Blümke.

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