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Der Paladin-Check: Top- und Flop-Aktien Teil 2

Der Paladin-Check: Top- und Flop-Aktien Teil 2

HALL OF FAME | Medios – ganz weit vorn

Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, Medios in diesem Investorenbrief einmal unerwähnt zu lassen. Denn über den Händler von Spezialpharmazeutika und Hersteller patientenindividuell zubereiteter Medikamente haben wir bereits mehrfach ausführlich berichtet. Aber: uns bleibt keine Wahl. Die Medios-Aktie lieferte im abgelaufenen Jahr einen eindrucksvollen Beitrag von über 7 Prozent zur Fondsperformance und steht damit zu Recht auf dem Siegertreppchen unserer HALL OF FAME.

Tachometer

Bereits bei der ersten öffentlichen Finanzierungsrunde im Winter 2016 beteiligten wir uns initial zu Kursen von 7 Euro. Anfang des Jahres 2019 erhöhten wir die Gewichtung im Fonds fühlbar, nachdem für uns auf Quartalsbasis eine deutliche Wachstumsbeschleunigung erkennbar wurde

Gleich zweimal konnte Medios die Prognose für Umsatz und Gewinn im abgelaufenen Jahr erhöhen. Unterm Strich konnte der Umsatz von rund 327 Mio. Euro im Jahr 2018 auf etwa 500 bis 510 Mio. Euro im Jahr 2019 gesteigert werden.

Die Börse honorierte diese Entwicklung mit einem deutlichen Kursanstieg. Dadurch erhöhte sich die Gewichtung der Medios-Position in unserem Fonds signifikant auf zwischenzeitlich etwa 14 Prozent. Anlass für uns, die Position etwas zu reduzieren. Kurz vor Weihnachten haben wir das Unterschreiten der 5-Prozent-Schwelle gemeldet

Davon unbenommen schauen wir mit Spannung auf die weitere Entwicklung in 2020. Bereits eine simple Hochrechnung des Umsatzes im dritten Quartal 2019 lässt einen weiteren Wachstumssprung erwarten. Potentielle neue Indikationen sowie eine weiter steigende Anzahl Apotheken als Kunden untermauern das Wachstum zusätzlich.

Zudem musste der Medios-Wettbewerber Zytoservice einen herben Schlag einstecken: nicht weniger als 420 Polizisten durchsuchten in der Woche vor den Weihnachtsfeiertagen zeitgleich an 47 Orten Arztpraxen, Apotheken, ein Krankenhaus, Firmensitze und Privathäuser. Der Vorwurf: Zytoservice soll über Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und finanzielle Anreize für die dort tätigen Ärzte die Nachfrage nach den eigenen Produkten gesteuert haben. Die Staatsanwaltschaft wertet dies als Bestechung. Es bleibt abzuwarten, was die Ermittlungen ergeben. Eines aber ist durchaus naheliegend: jeder Apotheker, der bisher über Zytoservice onkologische Produkte bestellt hat, könnte diese zukünftig über Medios beziehen – und sei es nur deshalb, um Abstand zu den Geschehnissen rund um Zytoservice zu gewinnen.

 

HALL OF SHAME | MPC Capital AG – auf niedrigem Niveau aufgestockt

Während die Börsen im Januar 2019 überraschend abrupt wieder den Vorwärtsgang einlegten, ging es für die Aktie des Hamburger Asset Managers MPC Capital AG vorerst weiter abwärts. Selbstredend, dass uns diese Form der Antizyklik wenig freudig stimmte.

Gleichwohl haben wir die Gelegenheit genutzt, um auf dem ermäßigten Kursniveau günstig weitere Aktien zuzukaufen. Denn allein die Co-Investments der Gesellschaft waren zu diesem Zeitpunkt mehr wert als der gesamte Börsenwert der Gesellschaft – womit das eigentliche operative MPC-Geschäft von der Börse implizit mit (maximal) Null bewertet wurde.

Seither ist wenig passiert. MPC entwickelte sich im Jahr 2019 operativ unaufgeregt (wozu auch das Ausbleiben einmaliger hoher Ergebnisbeiträge aus Performance-Gebühren gehört). Die Aktie pendelte sich auf niedrigem Niveau ein und notiert damit auf Jahresfrist immer noch im Minus.

Es stimmt uns zuversichtlich, dass wir mit unserer Aufstockung im letzten Jahr nicht allein gewesen sind. Waren wir bei unserem letzten Update zu MPC noch davon irritiert, dass die Großaktionärsfamilie Schröder die gefallenen Kurse nicht zum Nachkaufen nutzte, hat sie dies mittlerweile über ihre Holdinggesellschaft nachgeholt. Ausweislich der MPC-Website erhöhte sich der Anteil der Holdinggesellschaft MPC Group um plus 3 Prozent auf nunmehr 48 Prozent.

 

HALL OF FAME | SNP Schneider-Neureither SE - oops, we did it again

Die Strategie buy & hold kann funktionieren. Allerdings erfordert das bedingungslose Festhalten an einmal gekauften Aktien ein enormes Maß an Geduld und Überzeugung. Denn die Börse neigt zu Übertreibungen in beide Kursrichtungen im immer wiederkehrenden Wechsel von Wahrnehmungs- und Umsetzungsphase. Klingt kompliziert? Wir erklären es! Ein wunderbares Beispiel für diese Übertreibungen ist die SNP SE, ein Softwareanbieter und IT-Berater aus Heidelberg.

Seit nunmehr fünf Jahren verfolgen wir die Entwicklung des Unternehmens und pflegen einen guten Kontakt zu Gründer, Namensgeber und Vorstand Dr. Andreas Schneider-Neureither. 2015 haben wir uns erstmalig bei SNP beteiligt und in einem unserer ganz frühen Investorenbriefe auch ausführlich über das Unternehmen berichtet. Im Frühjahr 2017 veräußerten wir unsere bis dato letzten Anteile.

Nein, wir verfügen ganz sicher über keine Glaskugel. Allerdings konnten wir schon damals deutlich erkennen, dass zusätzliches Kurspotential nur durch weiterhin ungebrochenes Wachstum zu rechtfertigen gewesen wäre. Und hier mussten wir nach einer Umsatzvervielfachung – organisch und anorganisch – eben echte Umsetzungsrisiken konstatieren.

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Und tatsächlich: das SNP-Zahlenwerk wurde in der Folge von zwei Seiten in die Zange genommen. In einem ersten Schritt stieg der Personalaufwand (ohne Akquisitionen) stärker als das organische Umsatzwachstum. Dies war zum einen dadurch bedingt, dass neu eingestellte Mitarbeiter nicht unmittelbar produktiv waren (beispielsweise aufgrund notwendiger Schulungsmaßnahmen). Andererseits erhöhte sich der Aufwand für Subunternehmer, die bei laufenden Projekten eingesetzt werden mussten. Als sich dann der Auftragseingang etwas langsamer als erwartet entwickelte, schlug sich dies praktisch doppelt negativ auf das Ergebnis nieder – und die Börse strafte die Aktie dafür über Gebühr ab.

Seit unserem neuerlichen Einstieg im Sommer 2018 ging es sowohl operativ, als auch kursseitig steil bergauf. Einen guten Teil dieser Entwicklung konnten wir bereits zum Zeitpunkt unseres Investments relativ sicher greifen. Dazu kamen weitere überaus positive Weichenstellungen. Personell konnte sich das Unternehmen auf der Führungsebene exzellent verstärken, u.a. durch den ehemaligen Siemensvorstand Klaus Kleinfeld. Und kundenseitig konnte der größte Auftrag der Unternehmensgeschichte verzeichnet werden. Zitat aus der Unternehmenskommunikation: „...eines der weltweit führenden IT- und Beratungsunternehmen mit Sitz in den USA hat sich zu einer Mindestabnahme von SNP-Softwarelizenzen in Höhe von 30 Mio. US$ verpflichtet“. Bei allem Rückenwind, den die Gesellschaft aktuell erfährt, stehen wir zwischenzeitlich bei SNP wieder an der Seitenlinie; die Wahrnehmungsphase ist vorbei und das Unternehmen befindet sich wieder voll in der Umsetzungsphase. Wir behalten die Heidelberger aber auf dem Radar.

 

HALL OF SHAME | MPC Container - nimmt nur langsam Fahrt auf

Mit der MPC Container ASA sind wir im Bereich der Feeder-Containerschiffe investiert. Dem einzigen Segment im Schifffahrtssektor, das in den letzten Monaten (noch) keine Erholung der Charterraten und damit entsprechend steigende Börsenbewertungen aufweist.

Natürlich hängt die Schifffahrt am Welthandel und der omnipräsente Handelskrieg dämpft nun schon geraume Zeit die Nachfrage nach Containertonnage. Gleichzeitig entwickeln sich insbesondere die Parameter auf der Angebotsseite positiv zugunsten von MPC Container. Der weltweite Bestand an Feeder-Schiffen ist veraltet, die Verschrottungsrate hoch und lediglich eine überschaubare Zahl neuer Schiffe wird gebaut. Alle Faktoren zusammen lassen ein Marktgleichwicht greifbar erscheinen. Dem interessierten Leser empfehlen wir für weitere Details die MPC Container-Unternehmenspräsentation per Q3 2019.

Wir verfolgen derweil interessiert die Auswirkungen von IMO 2020, einer Verordnung der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) zur Verringerung der Meeresverschmutzung. Im Mittelpunkt steht hier die Reduzierung der Schwefelobergrenzen beim Antrieb von Schiffen. Das bedeutet konkret: ab diesem Jahr müssen Schiffe entweder mit niedrigschwefeligem, aber umso teurerem Treibstoff angetrieben, oder aber – einfach ausgedrückt – mit Katalysatoren (Scrubbern) nachgerüstet werden. Eine Scrubber-Nachrüstung kostet einmalig viel Geld. Dafür kann weiterhin das schwefelreiche, aber billige Schweröl getankt werden. MPC Container hat einen Teil seiner Flotte mit Scrubbern ausgerüstet und konnte für die ersten Schiffe bereits attraktive und langlaufende Charterverträge abschließen, die die Gesellschaft bei jedem Tankvorgang an der Ersparnis partizipieren lässt. Hierdurch ist für das neue Jahr ein fühlbarer EBITDA-Beitrag greifbar.

 

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