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Knowhow Berater

Knowhow Berater

Heute sprechen wir über den Satz: ,,Geld ohne Talent bedeutet Dummheit, Talent ohne Geld bedeutet Elend.“ Geld ohne Talent bedeutet Dummheit: Dieser Punkt beschäftigt viele. Viele trauen sich an die Themen Geld und Kapitalbildung gar nicht erst heran, weil ihnen das nötige Knowhow fehlt. Das ist sehr bedauerlich. Zudem ist Geld ohne Talent für denjenigen eine schlimme Sache, der im Beruf viel Geld verdient oder durch glückliche Umstände an dieses gekommen ist. Man weiß jedoch nicht, was man mit dem Geld anfangen soll.

Der Know How-Berater

Früher war das gar kein Problem, da eine überwiegende Zahl der Deutschen das Geld mit einer Festverzinsung bei einer Bank angelegt hatte. Man bekam Festzinsen auf Festgelder, auch Termingelder genannt, die separat auf Monate festgelegt werden konnten. In guten DM-Zeiten waren das 6-8%, in Spitzenzeiten sogar 10% per anno. Das Feld der Staats- oder Unternehmensanleihen war sozusagen eine Flucht ohne viel Grips. Mit einem guten Schuldner, wie z.B. der DB, Post-Anleihen oder Staatsanleihen, ging man kein Risiko ein. Das Geld gab es nach der Laufzeit zu 100% zuzüglich eines festen, jährlichen Zinses zurück. Je nach Entwicklung des Zinsniveaus konnten die Zinsen der Anleihen schwanken, bei guter Bonität gab es zum Schluss aber alles zurück. Das war eine suboptimale Geldanlage, denn man blieb im Papiergeld, man verlor nominal auf dem Papier nichts. Zum Beispiel hatte man 100.000 DM und bekam nach zehn Jahren 100.000 DM zurück. Die Kaufkraft sank jedoch. Menschen, die ihr ganzes Leben in diesem Stil anlegten und die Zinsen verkonsumierten, hatten einen enormen Wertverlust. Daher ist Papiergeld als solches in Europa schon damals eingekracht. Gute Sachanlagen waren immer schon besser.

Kluge Familien haben noch nie in Anleihen investiert, sondern eher in Sachanlagen. Dafür braucht es Talent. Wir sind in einer Zeit angekommen, in der das Zinsniveau auf null oder sogar negativ ist. Menschen wachen auf und sagen: ,,Ohh, es ist gar nicht gut, dass ich kein Knowhow in puncto Geld habe.“ In der Schule wird es einem nicht beigebracht, an den Universitäten gibt es pragmatische Wissensvermittlung, doch richtige Kapitalbildung wird nirgendwo so richtig gelehrt. Das Großbankenfinanzsystem hat die Menschen eben jahrzehntelang in diese Anleihemärkte und festverzinslichen Märkte geführt. Das war damals wunderbar, da diese Gelder von den Schuldnern gebraucht werden konnten. Es war jedoch zum Nachteil der Geldanleger, sodass die Zahl in Deutschland relativ klein war. Erst ab einer gewissen Geldsumme trauten sich Berater oder Geldanleger selbst, da diese Geldanleger ihr Geld auch in Aktien anlegen wollten - sozusagen eine Beimischung. Typischerweise wurden von den gesamten Investments 20-25% in Aktien investiert. Das waren jedoch nur deutsche Aktien, die im DAX enthalten waren, wie z.B. RWE, EON, Daimler oder Deutsche Bank – getreu dem Motto: „Da passiert schon nichts.“ Mit diesem kleinen Gewicht hatte es kaum Präsenz in der Vermögensentwicklung und wenn es schief ging, konnte der Geldanleger den verantwortlichen Berater zur Rede stellen.

Somit stimmt die Aussage, dass Geld ohne Talent Dummheit bedeutet. Gerade Menschen, die ihr Geld nicht am Geldmarkt verdient haben, sondern im Beruf (z.B. Zahnarzt, Notar, Rechtsanwalt, Handwerker) entwickeln in ihren beruflichen Gebieten Knowhow und sind in der Lage, substanzielle Ersparnisse zu bilden oder einen Vermögenswert aufzubauen. Zu glauben, man hätte aufgrund von einem großen Kapital auch die Kompetenz mit Kapitalvermögen umzugehen, ist eine riesige Dummheit.

Ein Beispiel: In drei Generationen hat eine Firma mit Keramikschlüsseln viel Geld verdient. Die Firma wird verkauft und die Erben sitzen auf viel Geld. Diese sind mit der Verwaltung des liquiden Vermögens vollkommen überfordert. Nur wenige haben die Demut und Größe das anzuerkennen. Sie glauben, die gleichen Strategien der vergangenen Generationen funktionieren auch bei der Verwaltung von Geld. Das funktioniert jedoch nicht. Also stellen sie Mitarbeiter dafür ein. Diese Mitarbeiter sind wiederrum finanziell abhängig vom Anleger. Werden diese dem Geldanleger also kontra geben, wenn dieser Investitionen tätigen möchte, die alles andere als gut sind? Das ist äußerst fraglich. Die Folge ist eine Anlagepolitik, die in alle Anlagekategorien investiert. Von bulgarischen Bauerhöfen zu Hamburger Schiffsfonds, Vermietungsimmobilien in Florida, Private Equity Fonds, Aktien oder Emerging Market Fonds. Ganz nach dem Motto: Je mehr desto besser.

 

Wie vermeidet man das? – Sie brauchen Talent! Entweder Sie entwickeln es selbst oder Sie finden jemanden, der Talent hat. Wollen Sie dafür die Kraft aufbringen, die Sinnhaftigkeit des Weges erkennen und eigenes Knowhow aufbauen? Das ist eine Entscheidung, die Sie selber treffen müssen. Das erfordert Zeit. Sie müssen dafür nicht auf teure Seminare gehen. Es kommt eher auf die investierte Zeit an. Lesen Sie viel. Nicht nur schwierige, theoretische Finanzliteratur, sondern Bücher über Geschäftsleben, Branchen, Firmenentscheidungen oder Biografien. Lernen Sie auf einfachem Wege. Sprechen Sie mit Menschen. Lassen Sie sich erklären, wie es sich mit der Bilanz verhält und worauf man achten muss. Das wichtigste ist die Methodik, die Sie an den Tag legen. In diesem Zeitraum können Sie Ihre Ersparnisse ansammeln und Sie werden das Gefühl haben, dass Sie weiterkommen.

Doch wie viel Zeit sollte man investieren? Wenn sie ein Morgenmensch sind, stehen Sie eine halbe Stunde früher auf und investieren Sie diese Zeit. Das Wochenende halten Sie dann frei. Das andere gilt für Nachtmenschen, die eine halbe Stunde am Abend für den Aufbau des Knowhows investieren. Dann werden Sie feststellen, ob Sie motiviert sind und das durchhalten. Diejenigen, die es unter der Woche nicht schaffen, sollten diese Zeit auf das Wochenende verlegen. Vielleicht kann man einen halben Samstag oder Sonntag darin investieren. So etwas ist wichtig. Ansonsten ist es nicht realistisch, dass Sie Ihr Knowhow steigern. Je früher man anfängt, desto besser. Aber auch für Selbstständige oder Berufstätige gibt es keinen Grund, sich nicht auch noch mit 65 oder 70 ein Knowhow aufzubauen und jeden Tag vielleicht zwei Stunden zu investieren. Sollten Sie feststellen, dass das nicht Ihre Interessen sind, dann ist das eine gute Nachricht. Je eher Sie das erkennen, desto besser. Sie müssen aber trotzdem das richtige Knowhow finden und sich Gedanken machen, wie Sie es schaffen können. Dabei ist es wichtig, dass man sich nicht auf sogenannte Gurus oder erfolgreiche Geldanleger in der Zeitschrift verlässt.

Man liest zum Beispiel etwas von Warren Buffett und möchte dem nacheifern, da er ein Experte in dem Gebiet ist. Das ist völlig falsch. Jeder Mensch ist anders und der Gedanke ein Trugschluss. Der Zugang zu Knowhow gelingt nur über das Erlangen eigenen Wissens - wie man den richtigen Berater für sich findet. Sie müssen mit möglichst vielen Menschen sprechen, die dafür infrage kommen. Dadurch entwickeln Sie ein Gespür für das, was einen guten Berater auszeichnet. Dieses Gespür bekommen Sie am besten, indem Sie vergleichen lernen. Ein großer Fehler ist es, zu denken, man hätte den richtigen Berater schnell gefunden. Einen, auf den man sich verlassen kann. Ein wichtigen Satz dazu aus Amerika lautet: ,,I am not here to walk your dog!“ Damit ist gemeint, dass die meisten Menschen nach Sympathie vorgehen, obwohl ein Berater eher jemand sein sollte, der einem ehrlich die Wahrheit sagt, auch wenn er dadurch nicht sympathisch wirkt. Hier geht es um Ihr Kapital. Es soll sich eigenständig entwickeln und Ihnen nachher ein unabhängiges Leben ermöglichen. Wenn es um Ihr Kapital geht, sollte dieses auch an erster Stelle stehen. Das ist ganz entscheidend, wenn man es selbst nicht schafft, Knowhow aufzubauen. Verwenden Sie zum Beispiel eine Auslandsreise dafür, den richtigen Berater zu finden. Wir leben in Zeiten der internationalen Kommunikation. Es gibt keinen Grund, warum Ihr Depot nicht bei einem internationalen Institut geführt werden sollte. Gehen Sie es professionell an und nach ein paar Jahren sieht es schon ganz anders aus als heute.

Der Autor Dr. Markus Elsässer ist seit 1998 selbstständiger Investor und Fondsberater sowie Gründer der ME-Fonds, die er seit mehr als 17 Jahren betreut. In seinem "Des klugen Investors Handbuch", "Des klugen Investors Podcast"  und auf seinem YouTube-Channel geht er regelmäßig auf Handwerkszeug zum Value-Investing, psychologische Gefahren beim Investieren und wertvolle Tipps zum Vermögensaufbau ein. Dieser Artikel ist in Anlehnung an Episode 12 des Podcasts entstanden.

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