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Börsenerholung und Crash in den USA? Jetzt in große oder kleine Titel investieren?

Börsenerholung und Crash in den USA? Jetzt in große oder kleine Titel investieren?

Werden die Kurse so weit fallen, dass es 25 Jahre braucht, bis sie sich wieder vollständig erholt haben, wie nach dem großen Crash 1929?

Der Crash von 1929 und das hohe Risiko der Aktien ist ein gutes Beispiel dafür, wie gefährlich es ist, sich auf Schlagworte und Halbwissen zu verlassen. Wenn Sie Entscheidungen treffen wollen, müssen Sie sich mit den wahren Fakten beschäftigen. Ich möchte Ihnen sagen, wie die Fakten 1929 tatsächlich waren:

Wallstreet

Wie kam es überhaupt dazu? Der große Anstieg der Börse in New York begann 1921 und ging ununterbrochen bis 1929. In diesen acht Jahren stieg der Dow Jones von 70 auf 400. Wodurch kam dieser Anstieg? Die ganze Nation spekulierte damals in Aktien. Jeder Taxifahrer, jedes Zimmermädchen und die Reichen sowieso. Zum Schluss spekulierte jeder auf Kredit, weil die Kurse weiter in den Himmel stiegen. Es herrschte eine regelrechte Hysterie. Keiner hatte mehr Bargeld auf den Konten. Alle waren verschuldet und hatten alles in Aktien angelegt. Diese Hysterie brach 1929 komplett zusammen, als sich die Wirtschaft drehte und zusammenbrach. Dieser Zusammenbruch dauerte fast drei Jahre. Der Dow Jones fiel von 400 auf 50. Wobei in einer Woche im Juli 1932 die Aktien über 50% fielen. Wie kam es zu diesem Zusammenbruch? Es fand ein Zwangsverkauf nach dem anderen statt. Wenn Sie auf Kredit in Aktien spekulieren und die Aktien fallen, müssen Sie Eigenkapital einbringen. Wenn Sie es nicht können, werden die Aktien von der Bank ohne Limit zwangsveräußert. Diese Lawine an Verkäufen führte letzten Endes zu einer Pfennigbewertung der Titel.

Die entscheidende Sache ist aber die Zeit danach. Die Dauer von 25 Jahren zurück zum Höchstkurs stimmt zwar, aber nur bezogen auf denjenigen, der im September 1929 auf dem allgemeinen Hoch gekauft hatte. Bei denjenigen, die während des Aufstiegs gekauft hatten, sah das völlig anders aus. Von 1932 an bis 1937, also innerhalb von fünf Jahren danach, vervierfachten sich die Kurse von 50 auf 200. Das war das Niveau von 1927. Jeder der also vor 1927 gekauft hatte, war sehr wohl schnell wieder im Gewinn. In den Kriegsjahren, also den Jahren nach 1937 bis zum Ende des Krieges, bewegten sich die Aktien in einer sehr stabilen Range von 100 bis 150, trotz eines Weltkrieges. Ab dem Ende des Zweiten Weltkrieges startete ein Anstieg im Aktienvermögen, der praktisch bis heute anhält. Nach dem Startkurs des Dow Jones von 120 stehen wir heute bei 21.000 - wohlgemerkt noch immer in der gleichen Währung, ohne jegliche Währungsreform. Hätten Sie also einen Verwandten in Kentucky gehabt, der während des Endes des Zweiten Weltkrieges 100.000 Dollar in den Dow Jones investiert hätte, dann wären aus 100.000 Dollar von damals 17,5 Mio. Dollar geworden.

Sie sehen: Hüten Sie sich vor Halbwissen. Lesen Sie, greifen Sie Dinge auf. Sprechen Sie mit jemandem, der Ahnung hat. Durch Schlagworte in Angst zu verfallen, ist äußerst gefährlich.

 

Soll ich jetzt in große Unternehmen wie Amazon, Facebook und Google investieren oder in kleinere Werte, die vielleicht kurz vor der Insolvenz stehen?

Das hängt ganz von Ihrem Risikoprofil ab. Wichtig ist, dass Sie auf einer klaren Linie bleiben. Entscheidend ist eine gute Bilanz und ein recht gesichertes Geschäft. Da muss man genau hingucken. Es wird sicherlich Investoren geben, die in die „kaputten“ Aktien investieren wollen. Andere schichten wiederum auf die besseren Werte um. Nicht immer hat das mit dem Fall der Aktien zu tun. Die Frage ist, warum eine Aktie noch nicht gefallen ist. Aktien fallen nicht, wenn mehr Menschen verkaufen und weniger Menschen kaufen. Ein Kurs kommt nur zustande, wenn der eine verkauft und der andere kauft. Jeden Tag gibt es genauso viele Käufer wie Verkäufer. Für den besonders starken oder weniger starken Kursverfall sorgt die Dringlichkeit des Verkaufs. Wenn die Kurse fallen, ist die Dringlichkeit verkaufen zu wollen viel größer, als der Appetit der Käufer. Das heißt die Verkäufer schmeißen größere Mengen ohne Limit in den Markt und die Käufer halten sich leicht zurück, weil sie es gerne günstiger hätten. Am Ende aber wird der Deal gemacht. Es gibt natürlich auch Aktiengesellschaften, die eine so tiefsitzende Aktionärsstruktur haben, dass hier wenige Aktionäre verkaufen. Wenn das hält und die Firma solide ist, ist das sehr gerechtfertigt.

 

Haben wir in den USA aufgrund von Corona einen großen Crash zu erwarten?

Die Frage ist, ob wir überhaupt einen großen Crash zu erwarten haben. Wenn in den USA der große Crash kommt, haben wir auch einen im Rest der Welt. Die Industrieunternehmen sind heute so vernetzt, dass es nicht passieren wird, dass in einem Land der Aktienmarkt boomt und in einem anderen crasht. Ob nun ein allgemeiner Crash kommt oder nicht kann ich nicht vollständig beantworten. Aus meiner Sicht ist jedoch noch nicht an der Zeit Entwarnung zu geben. Bleiben Sie vorsichtig und behalten Sie einen Cash-Puffer.

 

Der Autor Dr. Markus Elsässer ist seit 1998 selbstständiger Investor und Fondsberater sowie Gründer der ME-Fonds, die er seit mehr als 18 Jahren betreut. In seinem Buch, im "Des klugen Investors Podcast"  und auf seinem YouTube-Channel geht er regelmäßig auf Handwerkszeug zum Value-Investing, psychologische Gefahren beim Investieren und wertvolle Tipps zum Vermögensaufbau ein.

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