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Börsen knüpfen nahtlos an das alte Jahr an

Börsen knüpfen nahtlos an das alte Jahr an

Konjunktursorgen und Politik weiter im Fokus

Nicht unerwartet wurde der Handel an den internationalen Finanzmärkten zum Jahresauftakt weiterhin durch die Themen beeinflusst, die schon im vergangenen Jahr für die enttäuschende Kursentwicklung verantwortlich waren. Zeigten doch neue Wirtschaftsdaten, dass insbesondere die Handelsauseinandersetzungen zwischen den USA und China immer deutlicher auf die Weltkonjunktur durchschlagen. Daneben belastete auch das politische Umfeld. Beobachter verwiesen hier auf die aufkeimende Spannungen zwischen den USA und Nord-Korea sowie die Drohung des chinesischen Präsidenten Xi Jinping, notfalls die Wiedervereinigung Chinas und Taiwans mit Waffengewalt zu erzwingen, sollte Taipeh die Unabhängigkeit erklären. Die hieraus resultierende Unsicherheit wurde von einigen Marktteilnehmern als Grund für Währungsturbulenzen insbesondere im pazifischen Raum angeben. So profitierte der japanische Yen von seinem Status als „Sicherer Hafen“ und legte wertmäßig kräftig zu, während u.a. der australische und der neuseeländische Dollar nennenswert an Terrain einbüßten. Gelten doch die „kleinen“ Dollar-Währungen eher als Risikoanlagen. Auf die Stimmung drückten daneben aber auch der ungelöste Haushaltskonflikt in den USA sowie die kontinuierlich zunehmende Wahrscheinlichkeit eines ungeregelten Brexits. Angesichts dieser Rahmenbedingungen lagen die Kurse an den internationalen Handelsplätzen an den ersten beiden Handelstagen des Jahres im Schnitt mit einem Prozent im Minus.

Gebirge

Industrieller Einkaufsmanagerindex global weiter im Sinkflug

Die ersten im neuen Jahr veröffentlichten Wirtschaftsdaten deuten auf eine Fortsetzung der Abkühlung der Weltkonjunktur hin. So fiel der von der US-Großbank J.P.Morgan und dem Finanzdienstleister Markit ermittelte Einkaufsmanagerindex des globalen Industriesektors im Dezember mit nur noch 51,5 Punkten auf den niedrigsten Stand seit 27 Monaten. Einkaufsmanagerindizes weisen ab einem Niveau von 50 Zählern auf Wachstum hin. Zwar verharrte der Produktionszuwachs auf unverändertem Niveau, der schwache Anstieg der Auftragseingänge und das zum vierten Mal in Folge rückläufige Exportgeschäft lassen in den kommenden Monaten eine Abflachung des Produktionswachstums und damit eine weitere Beruhigung der Weltkonjunktur erwarten. Vor diesem Hintergrund nicht überraschend sank der Optimismus im Sektor auf den niedrigsten Stand seit dem Beginn der Umfrageerhebung. Der zunehmende Pessimismus schlägt inzwischen auch auf das Stellenwachstum durch. Das Tempo des Beschäftigungsaufbaus fiel auf das geringste Niveau seit über zwei Jahren.

Chinesische Industrie leidet unter Handelsstreit

Mit großer Sorge nahmen die Investoren insbesondere die Geschäftsentwicklung der chinesischen Industrieunternehmen zur Kenntnis. Der offizielle Einkaufsmanagerindex des Sektors sank im Dezember zum ersten Mal seit Juli 2016 mit lediglich 49,4 Punkten unter die Wachstumsschwelle. Die schrumpfenden Auftragseingänge und das rückläufige Exportgeschäft führen Fachleute auf die Handelsstreitigkeiten mit den USA und die ablaufende Weltkonjunktur zurück. Insgesamt wuchsen dadurch die Befürchtungen, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt werde ihrer Funktion als Konjunkturlokomotive nicht mehr gerecht. Analysten befürchten darüber hinaus, dass Peking und Washington ihre Differenzen bis Anfang März nicht ausräumen können, US-Präsident Trump die Zölle im Handel mit China weiter anhebt und die chinesische Wirtschaft damit zusätzlich schwächt.

Wachstumsdynamik der Eurozone erneut geringer

Angesichts der abflauenden Weltkonjunktur kühlte sich der Industriesektor in der Eurozone auch im Dezember weiter ab. Mit seinem Rückgang um 0,4 auf nur noch 51,4 Zähler sank das Barometer auf den tiefsten Stand seit Februar 2016. Nach Ansicht von Vertretern von Markit deutet der dritte Auftragsrückgang in Folge zumindest kurzfristig nicht auf eine durchgreifende Trendwende hin. Das derzeitige Produktionsniveau könne nur durch die Abarbeitung auf Auftragsbeständen gehalten werden. Sollten sich die Neuaufträge in den kommenden Monaten nicht erholen, drohe ein Kapazitätsabbau. Fachleute sehen hierin eine Gefahr für den Arbeitsmarkt der Eurozone. Sollte der Aufschwung am Arbeitsmarkt auslaufen könne mittelfristig auch die Binnennachfrage an Tempo einbüßen.

Ähnliche Tendenz in Übersee

Auch in den USA neigte der von Markit ermittelte Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe zur Schwäche. Mit 53,8 Punkten präsentiert sich die Kennzahl im Dezember zwar weiterhin solide in der Wachstumszone, der Indikator ging aber von seinen Rekordständen deutlich zurück. Im März des vergangenen Jahres lag dieser noch bei 56,5 Punkten. Die US-Unternehmen profitieren weiterhin von der Steuerreform von Präsident Trump. Der hieraus resultierende Wachstumseffekt nimmt aber seit einigen Monaten ebenfalls ab und sollte spätestens zu Beginn des kommenden Jahres auslaufen.

Der Autor Jörg Hahn ist Sous Directeur im Portfoliomanagement der DZ PRIVATBANK, die innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe als Kompetenzzentrum für Private Banking, Fondsdienstleistungen und Kredite in allen Währungen agiert. Sie hat sich auf individuelle Lösungen für vermögende Menschen spezialisiert, ihr Leistungsspektrum reicht von der klassischen Vermögensverwaltung über die Vermögensstrukturierung, Finanz- und Vorsorgeplanung und Stiftungsberatungen bis hin zu Währungskrediten – immer in Zusammenarbeit mit der Genossenschaftsbank vor Ort. Die DZ PRIVATBANK ist die 100%ige Muttergesellschaft der IPConcept.

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