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Wie funktioniert ein Kreditfonds im aktuellen Marktumfeld?

Wie funktioniert ein Kreditfonds im aktuellen Marktumfeld?

Von welchen geopolitischen und wirtschaftlichen Faktoren werden die Märkte aktuell beeinflusst, wie funktioniert die Mechanik eines Kreditfonds und wie sieht die Zusammenarbeit der GLS Investments mit der FS Impact Finance aus? Erfahren Sie im Interview mit Ralf Burmeister, Portfolio Manager des GLS AI – Mikrofinanzfonds mehr zu diesen Fragen und welche Szenarien er für den weiteren Verlauf von 2022 am realistischsten hält.

Erleuchtung

Wie funktioniert die Mechanik eines Kreditfonds?

Kreditfonds stellen sogenannte Laufzeitkredite zur Verfügung, die einmal ausgezahlt und dann entweder in Raten oder mit einer Zahlung am Ende der Laufzeit zurückgezahlt werden. Sie stellen keine klassischen Investmentfonds dar, sondern werden als alternative Investmentfonds klassifiziert. Die Kernaufgabe des GLS AI – Mikrofinanzfonds ist die Kreditvergabe mit einer Laufzeit von zwei bis drei Jahren. Von der Planung der Kreditvergabe bis zur Auszahlung des Kredits vergehen in der Regel sechs bis neun Monate. Die Kreditpositionen können meistens nicht verkauft oder kurzfristig zu Geld gemacht werden, daher sagt man auch, dass ein Kreditfonds mit seinen Positionen „verheiratet“ ist. Ein wesentlicher Unterschied im Vergleich zu Wertpapierfonds liegt in den strukturellen Besonderheiten. So benötigt das Fondsmanagement eines Kreditfonds eine hohe Geldquote, oft im zweistelligen Prozentbereich, um neue Kredite vergeben zu können. Zudem erlauben die Richtlinien des Fonds wiederum keine Kreditaufnahme, d.h. eine Hebelung des Investments ist nicht möglich. Ein Mikrofinanzfonds hat grundsätzlich ein sehr illiquides Portfolio und das Ziel, Kredite über den Fonds selbst marktfähig zu machen. Während Wertpapierfonds möglichst marktgängige und einfach zu bewertende Wertpapiere erwerben, um eine Bewertung quasi rund um die Uhr zu gewährleisten, wird der GLS AI- Mikrofinanzfonds aufgrund seiner strukturellen Zusammensetzung nur zwölf Mal im Jahr – immer zum Monatsende – gehandelt.

Zurzeit herrschen ungewisse Zeiten an den Kapitalmärkten. Können Sie uns in diesem Zusammenhang von möglichen Auswirkungen auf den GLS AI Mikrofinanzfonds berichten?

 Der Krieg in der Ukraine und die Wende in der Zinspolitik beeinflussen die Kapitalmärkte zurzeit negativ. In den letzten 40 Jahren hatten wir per saldo überwiegend fallende Zinsen, allerdings ist dieser Zyklus nun beendet. Hohe Inflationsraten, Lieferkettenproblematiken und Zinserhöhungen durch die Zentralbanken dominieren die Märkte.

Wir spüren die Problematik der steigenden Zinsen sehr stark im Bereich Währungen, denn eine Zinserhöhung bedeutet für uns höhere Absicherungskosten und höhere Kosten bei den Partnerinstituten vor Ort. Die Mikrofinanzinstitute vor Ort nehmen Geld in Euro oder Dollar auf und zahlen die Kredite in den entsprechenden Lokalwährungen aus. Marktseitig passiert einiges an den Zinskosten, genauer gesagt an den Zinsabsicherungskosten, und da der Prozess gerade erst angefangen hat, lässt sich die weitere Entwicklung kaum einschätzen. Schaut man sich die Wirtschaftshistorie an, stellt man fest, dass ein Zinserhöhungszyklus aus makroökonomischer Perspektive eine schwierige Zeit für Schwellen- und Entwicklungsländer darstellt. Die Inflationsrate in den USA liegt bei 8%, während der Notenbankzins bei 1,75% liegt. Das heißt aktuell sind wir bei knapp 6% negativen Realzinsen. Schwellen- und Entwicklungsländer haben mit 5% im Mittel erstmalig eine geringere Inflationsrate als die USA. Makroökonomisch betrachtet ist das eine positive Nachricht, denn es bedeutet auch, dass noch ein Puffer für diese Länder existiert. Außerdem kann die Bevölkerung in Schwellenländern im Normalfall besser mit hohen Nominalzinsen umgehen. So liegt Brasilien bei knapp 10% und Armenien bei 8%. Das sind hohe Zinssätze, während der Zinssatz im Euroraum immer noch im Minusbereich liegt. Auch die Pandemie hat gezeigt, dass Länder außerhalb des Euroraumes eine wesentlich höhere Anpassungsgeschwindigkeit haben, die uns als Europäern fehlt.

In Bezug auf mögliche Auswirkungen müssen wir den Krieg in der Ukraine in den Fokus rücken, denn Russland und die Ukraine sind große Exporteure von Getreide und Dünger und der Krieg wird zu einer Verknappung dieser Güter führen. So war die ostafrikanische Küste von Ägypten nach Tansania einst der Schwerpunkt für Getreideexporte der beiden Länder. In der Presse war zudem das Weizenexportverbot von Indien.

Zu beachten ist außerdem der Staatsdefault von Sri Lanka und die Unruhen aufgrund von hohen Energiepreisen in Kasachstan, obwohl dieses Land ein energiereiches Land ist und Öl und Gas exportiert.

Ein weiteres Erbe der Pandemie ist die hohe Verschuldung vieler Länder. In einem Umfeld aus per saldo gestiegener Verschuldung der Staaten, stärkerem Dollar, höheren Zinsen und einer hohen Inflation sinkt die Möglichkeit für eine erneute Verschuldung. Nicht so dramatisch, als dass überhaupt kein Geld mehr fließt, aber es wird a) teurer und b) die Möglichkeit für eine neue Schuldenaufnahme durch dieses Kapitalmarktumfeld beeinträchtigt.

Der Fonds wird von der GLS Investments und der Frankfurt School betreut. Können Sie uns erläutern, wie Ihre Zusammenarbeit abläuft?

Die Zusammenarbeit ist sehr gut und langjährig. Wir sind seit der Fondsauflage im Jahre 2015 als Partner tätig. Es gibt eine klare Aufgabenteilung sowie ein klares Verständnis darüber, was wir gemeinsam erreichen möchten. Operativ kümmern wir uns mit unseren Investmentmanagern um den Fonds, während die GLS Investments über den Anlagebeirat die Leitplanken setzt. Wir berichten über jeden Kredit, erheben und sammeln die Daten und beliefern schließlich die GLS Investments mit diesen Informationen. Wir stehen beinahe täglich mit Mikrofinanzinstituten vor Ort in Kontakt und berichten über unsere Aktivitäten und Entwicklungen auf Institutsebene, unter anderem dann auch an die GLS Investments. Diese verfasst auf dieser Grundlage den Impact-Report für den GLS AI – Mikrofinanzfonds. Außerdem tritt die GLS Investments als Anlageberater auf und kann in ihrem Netzwerk interessante Investmentmöglichkeiten identifizieren und Kontakte herstellen. Wir haben im Gegensatz zu einem Wertpapierportfoliomanager kein Menü wie beispielsweise Bloomberg an der Hand, sodass wir für unser Investment entweder einen bestehenden Kontakt oder einen Zwischenkontakt zu unserem Zielinvestment benötigen.

Im Kapitalmarktumfeld dreht sich aktuell viel um die Regulatorik. Wie sieht das im Mikrofinanzbereich aus?

Der Punkt Regulierungen treibt uns zurzeit stark umher. Auch hier gibt es ein sehr partnerschaftliches Verständnis zwischen uns und der GLS Investments, sodass wir Themen wie die EU-Taxonomie gemeinschaftlich angehen. Unser Mikrofinanzfonds zielt auf soziale und finanzielle Inklusion ab. Denn nur wer Zugriff auf Kredite, Sparprodukte oder Versicherungen hat, kann auch gesellschaftlichen Leben teilhaben. Doch bei diesen sozialen Aspekten des Investments bleibt die Regulatorik noch schwammig und die Aufsicht weiß noch nicht genau, was sie abfragen soll. Mit den vergebenen Krediten können wir die direkte Wirkung bei den Endkreditnehmer*innen nachvollziehen. Mit den Mikrokrediten des GLS AI – Mikrofinanzfonds wollen wir finanzielle Inklusion schaffen – die Indikatoren für den Grad der finanziellen Inklusion sind allerdings noch schwer messbar.

Die Aussichten auf dem Markt sind weiterhin unruhig. Wie ist Ihre Perspektive auf den weiteren Verlauf von 2022?

Unsere Kredite haben in der Regel eine Laufzeit von drei Jahren. Im Mikrofinanzbereich gilt jegliche Voraussicht also eher langfristig. Angesichts der Geschwindigkeit, mit der sich Dinge ändern, ist eine mittelfristige Prognose daher kaum möglich. So gab es beispielsweise in Myanmar einen Militärputsch, der es den Mikrofinanzinstituten erschwert ihren vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen. Und das vor allem wegen aufsichtsrechtlichen Regulierungen in Bezug auf Devisen, die das Land verlassen sollen.

Aber auch andere unkalkulierbare Naturgewalten, wie Erdbeben und Vulkanausbrüche, beeinflussen unsere Arbeit sehr. In solchen Fällen versuchen wir grundsätzlich den Kund*innen konstruktiv durch Modifizierung der Kreditkonditionen zu helfen. Wir bereiten uns stetig auf solche Szenarien vor, indem wir zum Beispiel Zinsabsicherungen aufbauen, die aktuell im Umfeld von steigenden Zinsen auch sehr gut funktionieren. Wir sind aktuell in 37 Ländern investiert und profitieren daher von einer hohen Diversifikation.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Nachfrage intakt ist und es weiterhin solide und gute Kreditnehmer*innen auf Ebene der Mikrofinanzinstitute gibt. Und auf Ebene der Endkund*innen gibt es einen wachsenden Bedarf nach Mikrokrediten.

 

Verbindliche Grundlage für den Kauf des Fonds sind die wesentlichen Anlegerinformationen (KIID), der jeweils gültige Verkaufsprospekt mit dem Verwaltungsreglement bzw. der Satzung, der zuletzt veröffentlichte und geprüfte Jahresbericht und der letzte veröffentlichte ungeprüfte Halbjahresbericht, die in deutscher Sprache kostenlos bei der IPConcept (Luxemburg) S.A. (société anonyme), 4, rue Thomas Edison L-1445, Strassen, Luxembourg, (siehe auch https://www.ipconcept.com/ipc/de/fondsueberblick.html) erhältlich sind. Die steuerliche Behandlung ist von den individuellen Verhältnissen jedes einzelnen Anlegers abhängig. Dieser Artikel ist eine Werbemitteilung, dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen dar. Hinweise zu Chancen und Risiken entnehmen Sie bitte dem aktuellen Verkaufsprospekt. Es kann keine Zusicherung gemacht werden, dass die Anlageziele erreicht werden. Dieser Artikel wendet sich ausschließlich an Interessenten in den Ländern, in denen der genannte Fonds zum öffentlichen Vertrieb zugelassen sind. Der Fonds wurde nach luxemburgischem Recht aufgelegt und ist in Luxemburg und Deutschland zum Vertrieb zugelassen. Der Fonds darf in den Vereinigten Staaten von Amerika ("USA") sowie zugunsten von US Personen nicht öffentlich zum Kauf angeboten werden. Die Dokumente können ebenfalls kostenlos in deutscher Sprache bei der deutschen Vertriebs- und Informationsstelle, GLS Gemeinschaftsbank eG, Christstraße 9, 44789 Bochum, bezogen werden. Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Die Bruttowertentwicklung nach BVI Methode lässt die bei der Ausgabe und Rücknahme der Anteile erhobenen Kosten (Ausgabe- und Rücknahmeaufschlag) und während der Haltedauer anfallenden Gebühren (z.B. Transaktionskosten) unberücksichtigt. Wenn ein Anleger für 1.000,– € Anteile erwerben möchte, muss er bei einem Ausgabeaufschlag von 2,5 % 1.025,– € dafür aufwenden. Es können für den Anleger Depotkosten und weitere Kosten (z.B. Depot- oder Verwahrkosten) entstehen, welche die Wertentwicklung mindern.  Der Fonds weist aufgrund der Zusammensetzung seines Portfolios oder der verwendeten Portfoliomanagementtechniken eine erhöhte Volatilität auf, d.h. der Anteilpreis kann auch innerhalb kurzer Zeiträume erheblichen Schwankungen nach oben und unten unterworfen sein. Außerdem kann bei Fremdwährungen die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.Die Verwaltungsgesellschaft kann beschließen, die Vorkehrungen, die sie für den Vertrieb der Anteile ihrer Organismen für gemeinsame Anlagen getroffenen hat, gemäß Artikel 93a der Richtlinie 2009/65/EG und Artikel 32a der Richtlinie 2011/61/EU aufzuheben. Weitere Informationen zu Anlegerrechten sind auf der Homepage der Verwaltungsgesellschaft (www.ipconcept.com) einsehbar. https://www.ipconcept.com/ipc/de/anlegerinformation.html

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