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Trends im Vertrieb - MIFID II Zuwendungen

Trends im Vertrieb - MIFID II Zuwendungen

Die Richtlinie 2014/65/EU über Märkte für Finanzinstrumente „MiFID II“ wurde als Reaktion auf die Finanzkrise erlassen und zielt darauf ab, Regelungslücken der Richtlinie 2004/39/EG „MiFID“ aus dem Jahr 2004 zu schließen. Zu den Hauptzielen der MiFID II zählen unter anderem, die Finanzmärkte und Finanzinstrumente stärker zu regulieren, die Transparenz der Märkte zu verstärken und Anleger – insbesondere Kleinanleger – unter einen erweiterten Schutz zu stellen. Eine maßgebliche Änderung der MiFID II betrifft den Umgang mit Zuwendungen.

Aufgabenbereich Portfoliomanager

Was fällt unter den Begriff Zuwendungen?

Es ist zwischen der Gewährung und dem Einbehalt von Zuwendungszahlungen zu unterscheiden.

 

Die Gewährung von Zuwendungszahlungen hängt zum einen an der Lizenz der gewährenden Partei und an den engen Vorgaben des Gesetzgebers (zur Einstufung von reinen Verwaltungsgesellschaften/ Kapitalanlagegesellschaften unter der Regulierung MiFID II-siehe unten). Grundsätzlich ist die Zahlung von Zuwendungen unabhängig der Vertriebsart weiterhin möglich. So wird in bestimmten Vertriebsarten der Einbehalt von Zuwendungen – mit Ausnahme „geringfügiger nicht-monetärer Zuwendungen“ – gänzlich ausgeschlossen, während er in anderen Vertriebsarten an enge Vorgaben geknüpft ist. Jedoch ist zu prüfen, ob der Empfänger der Zuwendungen – in Abhängigkeit der Vertriebsstruktur – weiterhin Zuwendungen einbehalten darf. Als weitere Herausforderung fällt unter der MiFID II durch Broker bereitgestelltes Research unter den Zuwendungsbegriff. Dies führt zu einer Verschärfung der Anforderungen unter welchen Portfoliomanager zukünftig Research erhalten können.

 

Gewährung von Zuwendungen

Bei der Gewährung von Zuwendungen ist zunächst die Frage zu stellen, wie die gewährende Partei organisiert ist. Reine Kapitalverwaltungs-gesellschaften bzw. Kapitalanlagegesellschaften, die keine Vertriebs- oder Portfoliomanagementlizenz besitzen, dürfen ohne weitere Anforderungen Zuwendungen gewähren, sofern dies mit den auf sie anwendbaren regulatorischen Anforderungen (UCITS, AIFMD) vereinbar ist, da sie nicht von der MiFID II betroffen sind.

Unternehmen die von der MiFID II betroffen sind, müssen bei der Gewährung von Zuwendungen sicherstellen, dass die Gewährung:

 

  • zu einer Verbesserung der Dienstleistungsqualität für den Endanleger führt,
  • die Höhe der Zahlung proportional zur Verbesserung der Dienstleistungsqualität ist und
  • bei fortlaufenden Zahlungen eine fortlaufende Verbesserung der Dienstleistungsqualität sichergestellt werden kann.

 

Sachgerechte Gebühren, die für die Erbringung einer spezifischen Dienstleistung (Fonds-management Fee, Anlageberatergebühren, Listinggebühren, etc.) gezahlt werden, fallen nicht unter den Zuwendungsbegriff der MiFID

 

 

Einbehalt von Zuwendungen.

 

Die Möglichkeiten zum Einbehalt hängen in erster Linie an der Art der Dienstleistung, die gegenüber dem Endanleger erbracht wird. Während für die Bereiche Vermögensverwaltung und unabhängige Beratung ein Einbehalt von Zuwendungen ausgeschlossen ist, können in den Bereichen der abhängigen Beratung und des beratungsfreien Geschäfts bzw. im „execution-only“ - Bereich weiterhin Zuwendungen durch den Vertrieb einbehalten werden.

 

Für die Vermögensverwaltung und die unabhängige Beratung hat dies zur Folge, dass gezahlte Zuwendungen gänzlich an den Endanleger weitergereicht werden müssen oder solche Produkte an Bedeutung gewinnen, die keine Zuwendungszahlungen beinhalten. Auf diese Weise kann der Aufwand bei der Verwaltung der Weiterleitung der Zahlungen an die betroffenen Endanleger minimiert werden.

 

In den Bereichen der abhängigen Beratung und des beratungsfreien bzw. „execution-only“ - Geschäfts können die Vertriebe weiterhin Zuwendungen einbehalten, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind (äquivalent zur Gewährung von Zuwendungen):

 

  • Verbesserung der Dienstleistungsqualität,
  • Beachtung einer Proportionalität und
  • Sicherstellung der fortlaufenden Qualitätsverbesserung bei fortlaufenden Zuwendungszahlungen.

 

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