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StarCapital-CEO: DAX-Klima bleibt getrübt

StarCapital-CEO: DAX-Klima bleibt getrübt

Die Konjunktur wird durch den rasanten Anstieg der Rohstoffpreise beeinträchtigt. Solange sich für die Ukraine keine Lösung abzeichnet, dürfte das Anlageumfeld gestört bleiben, konstatiert Manfred Schlumberger, CEO von StarCapital.

StarCapital

Auf der Anlageseite favorisiert Manfred Schlumberger, CEO von StarCapital, günstig bewertete Substanzwerte. Für die Zinsanhebungen der EZB sieht er weitere Verzögerung, eine Rezession werde aber wegen der breiten Corona-Wiederöffnungen ausbleiben. Dafür sei die Erholung der Jobmärkte sehr robust und die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibe auf hohem Niveau.

Der DAX hat seit dem Februar-Hoch bei 15.600 Punkten zeitweise bis zu 17% eingebüßt. Wie schätzen Sie die weiteren Entwicklungen bei Aktien ein? Wo könnte ein erster Haltepunkt beim DAX sein?

Vorläufig entscheidend bleibt die Entwicklung im Ukrainekrieg. Verzichtet Putin auf die Installation einer Marionettenregierung in Kiew und kommt es zu einer Verhandlungslösung, beispielsweise mit einem Verzicht der Ukraine auf die NATO-Mitgliedschaft und einer Autonomie der Ostukraine, kann es an der Börse schnell wieder nach oben gehen.

Aktuell sehen wir bestenfalls den Beginn einer Bodenbildung, bei der zunächst nur Shortseller zur Eindeckung gezwungen werden. Möglicherweise haben wir den Tiefpunkt beim DAX in der Nähe von 12.500 schon gesehen, aber genau werden wir es erst hinterher wissen. Sicher prognostizieren kann man aktuell nur eine anhaltend hohe Volatilität.

Die EU-Taxonomie-Verordnung ist seit dem Einschluss bestimmter Atomkraft- und Erdgasprojekte aufgeweicht. Nehmen Sie Anpassungen vor?

Wir unterliegen mit unseren Fonds dem Artikel 8 der Offenlegungsverordnung. Damit bleiben Rüstungsunternehmen komplett ausgeschlossen. Auch dies wird die EU wieder ändern (müssen). Grundsätzlich ist es sinnvoll, dass Anbieter ihre Vorgehensweise hinsichtlich ESG umfassend offenlegen. Eine Taxonomie halte ich aber grundsätzlich für eine Zumutung für den mündigen Bürger. Die EU-Taxonomie sollte man dort entsorgen, wo sie hingehört: in die Biotonne.

Sollte sich die Situation in der Ukraine/Russland-Krise relativ kurzfristig entspannen und es zu einer eine Lösung kommen: Glauben Sie, Sie würden auf mittelfristige Sicht in Russland investieren (Gas, Öl, andere Rohstoffe)?

Man soll niemals nie sagen! Wegen der Sanktionen ist das aktuell kein Thema. Einen Regimewechsel in Russland kann man zwar erhoffen, aber nicht erwarten. Russisches Gas und Öl brauchen wir leider für den nächsten Winter, ansonsten gilt, was Ex-Bundespräsident Gauck so unvergleichlich auf den Punkt gebracht: Dann ist „Frieren für den Frieden“ angesagt!

Die Fed – möglicherweise schon bald auch die EZB – beendet die lockere Geldpolitik. Die USA müssen den vorgezeichneten Weg höherer Zinsen gehen. Welche Konsequenzen hat das Ihrer Meinung nach?

Die Verschärfung der US-Geldpolitik kommt leider zum falschen Zeitpunkt, da wegen der massiv steigenden Energiepreise das Wachstum etwas nachlassen wird. Da die Inflation gekommen ist, um zu bleiben, gibt es leider keine Alternative. Die Fed muss den geldpolitischen Sektkübel behutsam vom Tisch nehmen, ohne bei Anlegern und Wirtschaft einen Kater zu hinterlassen.

Leicht steigende Zinsen geben weiter Rückenwind für günstig bewertete Substanzwerte. Die befinden sich bevorzugt im Grundstoff-, Energie- und Goldminensektor. Unprofitable Wachstumstitel werden es weiterhin sehr schwer haben.

Die EZB-Politik trudelt vor sich hin. Höhere Inflation und geringeres Wachstum sind so gut wie sicher. Wann kommt Ihrer Meinung nach der erste EZB-Zinsschritt?

Die EZB wird unter südeuropäischem Einfluss weiterhin versuchen, die erste Zinserhöhung so weit wie möglich nach hinten zu schieben. Es wird spannend zu beobachten, mit welchen kreativen Ausreden Frau Lagarde und Herr Lane angesichts der Rekord-Inflation aufwarten werden. 

Schlittern wir in eine handfeste Rezession?

Angesichts der auslaufenden Corona-Maßnahmen erwarten wir das in diesem Jahr keineswegs. Mittelfristig gewinnt jedoch ein Stagflations-Szenario mehr und mehr an Wahrscheinlichkeit.

Die Volatilität schlägt in voller Breite durch. Das Halten von Index-gebundenen Anlagen birgt mehr und mehr Gefahren. Sehen Sie mehr den Trend hin zum aktivischen Ansatz?

Indexfonds haben in den letzten Jahren wegen ihrer enormen Mittelzuflüsse ein gewaltiges Momentum erzeugt, der den Trend zu Indexschwergewichten sehr verstärkt hat. Wir stehen jetzt vor einer Zeitenwende hin zu einer aktiven und bewertungsorientierten Anlagepolitik. Die nachlassende (Geld-)Flut hebt nicht mehr alle Schiffe.

Anderes Thema: Altersvorsorge-Initiativen der Regierenden. Denken Sie, dass die neue Bundesregierung bessere Ansätze zur Förderung liefern kann? Welche sollten das sein?

Sinnvoll wäre eine einfache Förderung des Aktiensparens und die Befreiung der Lebensversicherungen von unsinnigen Regularien zur Risikobegrenzung. Mein Optimismus hinsichtlich des hierfür notwendigen Sachverstands der Regierenden ist jedoch stark gedämpft.

Aber dennoch bin ich froh, in einer Demokratie zu leben, was für die Mehrheit der Menschheit leider nicht selbstverständlich ist.

Würden Sie Kunden empfehlen oder erwägen Sie selbst, die langlaufenden Anleihen des neuen Bundes-Sondervermögens „Bundeswehr“ zu kaufen? Welche Renditen müssten dafür anfallen?

Wir werden alle mehr Steuern zur Finanzierung der Bundeswehr zahlen müssen. Da muss man nicht auch noch EU-Anleihen mit negativer Realverzinsung kaufen. Die werden aber sicherlich gemäß EU-Taxonomie als nachhaltig eingestuft werden, genauer gesagt als „nachhaltig wertvernichtend“!

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