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Simon Westendorf: „Bei Inflation haben Value-Aktien Rückenwind“

Simon Westendorf: „Bei Inflation haben Value-Aktien Rückenwind“

Ob in Amerika oder der Eurozone: Die Preise steigen so schnell wie lange nicht mehr. Ist das ein vorübergehendes Phänomen oder ein längerfristiger Trend? Simon Westendorf, Portfoliomanager bei StarCapital, liefert Ein- und Ausblicke und erklärt, welche Aktien in diesem Umfeld gute Chancen haben.

Artikel ist in der Fachzeitschrift Tiam Fundresearch erschienen

Perfomance

TiAM: Seit einigen Monaten sehen wir in den USA und in der Eurozone steigende Inflationszahlen. Worin liegen Ihrer Ansicht nach die Gründe dafür?

Simon Westendorf: In der Regel ist es der anziehende Konsum, der eine Inflation begünstigt: Die Konsumenten geben mehr Geld aus, die Händler erhöhen entsprechend ihre Preise, die Unternehmen machen mehr Gewinn, was wiederum dazu führt, dass höhere Löhne gefordert und schließlich auch gezahlt werden, was wiederum den Konsum anheizt. So entsteht die klassische Lohn-Preis-Spirale. Ein weiterer Grund für eine konsumentengetriebene Inflation kann in der Niedrigzins­politik der Zentralbanken liegen – wenn es keine Zinsen gibt, geben die Menschen ihr Geld eher aus, anstatt es zu unattraktiven Konditionen zu sparen.

TiAM: Derzeit stehen aber doch andere Faktoren im Vordergrund.

Westendorf: Ja, da sind Gründe hinzugekommen, die auf der Angebotsseite liegen. So hat sich die Nachfrage nach Öl zwar wieder erholt, aber das Angebot steigt nicht schnell genug, weil die Fördermengen nicht erhöht werden. Die Folge sind die hohen Energiepreise, die wir zurzeit sehen. Gleichzeitig steigen die Löhne – aber nicht, weil es den Unternehmen besser ginge, sondern weil vor allem in den USA die Arbeitnehmer nach dem Corona-Break aktuell nur zögerlich an den Arbeitsmarkt zurückkehren. Entsprechend entwickelt sich das für die Unternehmen zu einem großen Problem – und sie müssen mit höheren Löhnen Anreize schaffen.

TiAM: Wie steht es mit den Lieferketten?

Westendorf: Da wären etwa die Mikrochips zu nennen, bei denen wir einen erheblichen Angebotsmangel sehen, was sich auf die gesamte Elektroniksparte auswirkt. Darüber hinaus werden die Chips, die da sind, vorrangig in teuren Gegenständen verbaut – salopp gesagt: eher im margenhohen SUV als im Polo. Entsprechend werden aktuell verstärkt teure, anstelle von günstigen Autos hergestellt und verkauft. Und last but not least leidet die gesamte Wirtschaft unter den Corona-bedingt hohen Frachtkosten. Wo früher der Transport eines Containers von Asien in die USA 2500 Dollar kostete, müssen Unternehmen heute fünfmal so viel Geld auf den Tisch legen. Zugleich stauen sich die Schiffe noch immer vor den Häfen und warten auf Ent- und Beladung. Corona hat die Wertschöpfungsketten in diesem Bereich massiv durcheinandergebracht – bis sich hier wieder etwas wie Normalität einstellt, dauert es sicher noch eine Weile.

TiAM: Können die Zentralbanken auf diese Entwicklung Einfluss nehmen?

Westendorf: Die Zentralbanken haben die aktuelle Inflation weder getrieben noch können sie etwas dagegen tun. Denn die Inflation beruht, wie gesagt, nicht auf zu starkem Konsum. Diesem könnten sie mit Zinserhöhungen entgegenwirken – dann lassen die Konsumenten ihr Geld eher auf Tages- und Festgeldkonto liegen, anstatt es auszugeben. Gegen die Engpässe auf der Angebotsseite können die Zentralbanken mit zinspolitischen Maßnahmen jedoch nichts ausrichten.

TiAM: Wie bewerten Sie den Anstieg der Inflation insgesamt?

Westendorf: Zunächst hieß es ja von vielen Seiten, die Inflation würde nur leicht steigen. Wir waren dagegen bereits Anfang des Jahres skeptisch und haben mit höheren Inflationsraten gerechnet. Und so ist es nun auch gekommen. In den USA ist sie im November auf knapp 7 Prozent gestiegen, in Deutschland erreichte sie sie Ende November mit 5,2 Prozent ein 29-Jahres-Hoch. Beide Zahlen beziehen sich auf die Konsumentenpreise, die Produzentenpreise sind in vielen Regionen sogar um mehr als zehn Prozent gestiegen. Gleichzeitig wurde zu Beginn des Jahres erwartet, dass die Inflation zum Sommer auf um die drei Prozent steigt und dann wieder fällt. Auch das hat sich nicht bewahrheitet, wie in der Grafik gut zu erkennen ist. Stattdessen steigt sie immer weiter - und ist mittlerweile fast dreifach so hoch wie ursprünglich erwartet. Wir haben also entgegen der Anfang des Jahres verbreiteten Markterwartung eine stark ansteigende Inflation – die uns, davon gehe ich aus, auch noch eine Weile begleiten wird.

*Stand: 20.12.2021

TiAM: Wie können sich Investoren in dieser Lage gut aufstellen?

Westendorf: Da eine Rückkehr zu den gewohnten niedrigen bis moderaten Inflationszahlen derzeit nicht in Sicht ist, wäre mein Rat an Investoren, ihre Portfolios anzupassen, anstatt abzuwarten, sodass sie im besten Falle von der aktuellen Lage sogar profitieren können.

TiAM: Wie das?

Westendorf: Hinsichtlich der Asset-Allokation bietet der Blick in die Vergangenheit Orientierung. So ist die Inflation in den 70er-Jahren ebenfalls deutlich gestiegen – in den USA und Frankreich über zwölf Prozent, in Deutschland über acht Prozent. Wenn man sich anschaut, welche Assetklassen in diesem Umfeld besonders gut performten landet man bei Gold und Rohstoffen sowie Value-Fonds. Value-Aktien konnten sich in dieser Phase deutlich besser entwickeln als Growth-Titel. Anleger, die sich an der historischen Lektion orientieren, beschäftigen sich nun das erste Mal seit Jahren wieder verstärkt mit Value-Aktienfonds und tätigen erste Käufe.

TiAM: Wo sehen Sie Ihren Value-Aktienfonds im aktuellen Markt?

Westendorf: Grundsätzlich erhalten Value-Fonds bei steigender beziehungsweise hoher Inflation mehr Rückenwind als Growth-Fonds. Ausschlaggebend ist, wie stark der Fonds in Sektoren und Aktien investiert, die von der Inflation profitieren. Wir sind mit dem StarCapital Equity Value Plus unter anderem auch in Goldminen investiert, die größten Anteile des Fonds liegen im Rohstoffsektor. Gleichzeitig setzen wir auf einen Value-Ansatz, der nicht auf weiter steigende Inflation angewiesen ist, in einem solchen Umfeld jedoch noch stärkeren strukturellen Rückenwind bekommt.

TiAM: Nach einem kurzen Zwischenspurt von Value-Titeln hat Growth zuletzt aber rasch wieder die Oberhand gewonnen.

Westendorf: Das liegt daran, dass viele Marktteilnehmer die Probleme, die Wachstumstitel mit hoher Inflation bekommen können, noch nicht erkennen – oder wahrhaben wollen. Zugleich sind die Vorteile von Value-Aktien noch nicht eingepreist worden, womit die Titel rekordverdächtig günstig zu haben sind. Somit hat sich aus unserer Sicht ein sehr gutes Umfeld für unseren Value-Fonds gebildet. Um zum Abschluss noch ein aktuelles Beispiel zu bringen: Nachdem die Inflationszahl von 5,2% Ende November für Deutschland veröffentlicht wurde, ist der MSCI World Value Index um 2,5% gestiegen während Growth-Aktien (MSCI World Growth) im gleichen Zeitraum um 2,4% gefallen sind. Das ist eine Value-Outperformance von knapp 5% in den ersten 3 Dezember Wochen!

 

Verbindliche Grundlage für den Kauf des Fonds sind die wesentlichen Anlegerinformationen (KIID), der jeweils gültige Verkaufsprospekt mit dem Verwaltungsreglement bzw. der Satzung, der zuletzt veröffentlichte und geprüfte Jahresbericht und der letzte veröffentlichte ungeprüfte Halbjahresbericht, die in deutscher Sprache kostenlos bei der IPConcept (Luxemburg) S.A. (société anonyme), 4, rue Thomas Edison L-1445, Strassen, Luxembourg, (siehe auch https://www.ipconcept.com/ipc/de/fondsueberblick.html) erhältlich sind. Die steuerliche Behandlung ist von den individuellen Verhältnissen jedes einzelnen Anlegers abhängig. Dieser Artikel ist eine Werbemitteilung, dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen dar. Hinweise zu Chancen und Risiken entnehmen Sie bitte dem aktuellen Verkaufsprospekt. Es kann keine Zusicherung gemacht werden, dass die Anlageziele erreicht werden. Dieser Artikel wendet sich ausschließlich an Interessenten in den Ländern, in denen der genannte Fonds zum öffentlichen Vertrieb zugelassen ist. Der Fonds wurde nach luxemburgischem Recht aufgelegt und ist in Luxemburg, Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Vertrieb zugelassen. Der Fonds darf in den Vereinigten Staaten von Amerika ("USA") sowie zugunsten von US Personen nicht öffentlich zum Kauf angeboten werden. Die Dokumente können ebenfalls kostenlos in deutscher Sprache bei der deutschen Vertriebs- und Informationsstelle, StarCapital AG, Kronberger Str. 45, D-61440 Oberursel, bezogen werden. Die Dokumente können ebenfalls bei der österreichischen Zahl- und Informationsstelle, ERSTE BANK DER OESTERREICHISCHEN SPARKASSEN AG, Am Belvedere 1, A-1100 Wien bezogen werden. Für Anleger in der Schweiz: Vertreterin ist die IPConcept (Schweiz) AG, Münsterhof 12, Postfach, CH-8022 Zürich und die Zahlstelle ist die DZ PRIVATBANK (Schweiz) AG, Münsterhof 12, Postfach, CH-8022 Zürich. Der Verkaufsprospekt, die wesentlichen Anlegerinformationen sowie der Jahres- und Halbjahresbericht können kostenlos bei der Vertreterin in der Schweiz bezogen werden. Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Die Bruttowertentwicklung nach BVI Methode lässt die bei der Ausgabe und Rücknahme der Anteile erhobenen Kosten (Ausgabe- und Rücknahmeaufschlag) und während der Haltedauer anfallenden Gebühren (z.B. Transaktionskosten) unberücksichtigt. Wenn ein Anleger für 1.000,– € Anteile erwerben möchte, muss er bei einem Ausgabeaufschlag von 5 % 1.050,– € dafür aufwenden. Es können für den Anleger Depotkosten und weitere Kosten (z.B. Depot- oder Verwahrkosten) entstehen, welche die Wertentwicklung mindern. Der Fonds weist aufgrund der Zusammensetzung seines Portfolios oder der verwendeten Portfoliomanagementtechniken eine erhöhte Volatilität auf, d.h. der Anteilpreis kann auch innerhalb kurzer Zeiträume erheblichen Schwankungen nach oben und unten unterworfen sein. Außerdem kann bei Fremdwährungen die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen. Die Verwaltungsgesellschaft kann beschließen, die Vorkehrungen, die sie für den Vertrieb der Anteile ihrer Organismen für gemeinsame Anlagen getroffenen hat, gemäß Artikel 93a der Richtlinie 2009/65/EG und Artikel 32a der Richtlinie 2011/61/EU aufzuheben. Weitere Informationen zu Anlegerrechten sind auf der Homepage der Verwaltungsgesellschaft (www.ipconcept.com) einsehbar. https://www.ipconcept.com/ipc/de/anlegerinformation.html

 

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