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QUO VADIS, LIEBES GELD?

QUO VADIS, LIEBES GELD?

Es geht zu in Sachen Geld und Aktien! Da kann einem schon mal der Kopf rauchen. Erst hieß es Börsencrash, dann doch wieder Stabilität. "Quo Vadis deutsche Wirtschaft" ist jetzt das Motto, doch eigentlich sieht alles summa summarum gar nicht so dramatisch aus. Oder doch? Hätten wir unsere Experten nicht, denen wir an dieser Stelle mal den größten Dank aussprechen möchten. Sie sagen uns, was jetzt wirklich so los ist, was wir tun könnten und müssten und wo es letztlich hingeht!

Artikel ist in dem Lifestyle-Magazin The HARBOR erschienen

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Die Zeit mit und nach Covid-19: Die Krise als Chance!

Was war und ist das wieder für eine aufregende Zeit in den Finanzmärkten. Untergangsliebhaber proklamierten den völligen Zusammenbruch, da die Folgen aus 2008 verschleppt worden seien, andere machten den Profit ihres Lebens, weil sie rechtzeitig auf sinkende Kurse gesetzt hatten, wiederum andere riefen "Nur Bares ist Wahres", plünderten schon mal alle Konten und sorgten für Warteschlangen vor den Geldautomaten und in Banken. Doch ganz ruhig, rät Dr. Markus Elsässer. Das wird sich nicht nur alles wieder legen, aus der Krise erwachsen auch ungeahnte Chancen. Hier seine Tipps, was nun wirklich zu tun ist.

Dr. Markus Elsässer besitzt eine souveräne Mischung aus mitreißendem Enthusiasmus und analytischem Urteilsvermögen. Während des Lockdowns hat er eine große Zahl von Videos mit Finanztipps auf YouTube gepostet und Abertausende von Followern schwören auf sein Wissen. Schließlich bietet er mehrere Jahrzehnte erfolgreiche Börsenerfahrung – und das zahlt sich eben aus, wie auch sein ME Fonds Special Values beweist. Dieser lieferte in 2019 einen Wertzuwachs von sagenhaften +24 Prozent. Auch sein gesamtes Portfolio hat seit Beginn in 2002 +171 Prozent erwirtschaftet. Was bedeutet, dass wenn man in 2002 eine Million Euro angelegt hatte, sind daraus heute exakt 2,7 Millionen Euro geworden. Es ist aus soliden Firmen zusammengestellt, deren Produkte und Dienstleistungen unverändert gefragt sind. Diese Unternehmen haben intakte Geschäftsaussichten und werden weiter nach vorne marschieren. Komme, was wolle. Vielmehr ist er mehr denn je der Meinung, dass eine selektive Herangehensweise bei der Anlage-Auswahl geboten ist. Gerade in Zeiten, in denen geopolitische Verwerfungen, niedrige Zinsen, aufgeblähte Geldmengen und nun auch ein Virus temporär für große Unsicherheit sorgen, ist es ihm wichtig, ein Portfolio an defensiven, aber hochkarätigen Firmen zusammenzustellen. Diese bieten einen sehr guten Krisenschutz.

Herr Dr. Elsässer, wie beurteilen Sie die jetzige Zeit?

Anders als man es vielleicht in den Medien wahrnimmt, sehe ich in der Krise, die durch das Covid-19 ausgelöst wurde, aber letzten Endes wirtschaftlich durch extreme Regierungsmaßnahmen verursacht ist und weiter am Leben gehalten wird, eine sehr große Chance.

Das möchten wir natürlich genauer wissen. Wie sehen die Chancen aus und was raten Sie folgenden Zielgruppen: Privaten Investoren, der jungen Generation und dann Gewerbetreibenden und Unternehmern?

Das Gute ist, dass die Krise an den Börsen und bei den normalen Kapitalanlagen kurz und kräftig war, aber auf vielen Gebieten, nach diesem kurzen Schrecken, bereits wieder verflogen ist. Für die nächsten 24 Monate glaube ich, dass man genügend Zeit hat, gute Lehren aus dem Erlebten zu ziehen. Da steht für mich an vorderster Stelle zum einen, wie wichtig es ist, dass die Investoren trotz Null-Zinseinkommen genügend liquide Reserven vorhalten. Es bringt nichts, das Geld zu vergewaltigen, es muss nicht jeder Cent Zinsen bringen, vielmehr muss die private Absicherung an erster Stelle stehen. Denn es nützt alles nichts – wenn man bei der kleinsten Krise in Nervenstress verfällt oder gar in finanzielle Probleme rutscht, einfach deshalb, weil man keine Cash-Reserven aufgebaut hat – dann muss hier nachgebessert werden. Wichtig dabei ist: Geld ist nur dann Geld, wenn es auch als Geld entweder bar oder auf dem Bankkonto liegt. In allen anderen Fällen ist das Geld investiert.

Wieviel Cash-Vorrat soll ich halten?

Generell und besonders in einer Krise benötigt man unbedingt immer einen guten Cash-Vorrat, der möglichst lange hält (mindestens 2-3 Jahre). Dies sichert vieles ab. Das hat sich nun eindeutig wieder gezeigt. An zweiter Stelle würde ich sagen, dass die klugen Privatinvestoren nun durch diese Krise gelernt haben, dass sie viel genauer hinschauen müssen, was sich denn exakt in ihren Aktien-Depots befindet. In welchen Ländern habe ich Aktien? Habe ich zum Beispiel Zertifikate? Welche Unternehmen habe ich genau in meinem Depot? Das hört sich zuerst selbstverständlich an, dass man das weiß und hinterfragt, ist aber oft keineswegs der Fall, weil viele Investoren in guten Zeiten ihre Bankberater oder Vermögensverwalter einfach segeln ließen, und wenn eine Vermehrung des Vermögens da war, dann wurde das billigend in Kauf genommen. Aber sobald der Gegenwind bläst stellt sich die Frage: Wo habe ich mein Geld? Was genau ist das, in was ich investiert habe? Da muss man nun Antworten darauf bekommen und hier ist meine Empfehlung: Alles was NICHT auf eine Din A4-Seite für eine Erklärung passt und alles was ich NICHT in einfachen Worten meinem minderjährigen Kind oder meiner Großmutter erklären kann, muss aus dem Depot raus.

Wie geht es an der Börse weiter?

Es ist so: Was sich jetzt in der Bewältigung der Krise deutlich zeigt, ist die große Trennung zwischen Spreu und Weizen. Aus meiner Sicht wird es in den nächsten 24 Monaten einfache Börsenkurs-Bewegungen – also alles nach oben oder alles nach unten – so nicht geben. Es zeichnet sich bereits heute ab: Viele Aktien hängen tief im Loch und die Firmen sind entsprechend bedroht. Aber anderen geht es so gut wie noch nie und sie haben allerbeste Vorraussetzungen. Das heißt für den privaten Anleger: Genau hinschauen, sich notfalls Rat holen und Aktien, beziehungsweise Fonds finden, in denen diese Top-Qualität abgebildet ist. Diese Top-Qualität sollte am besten aus verschiedenen Ländern und in verschiedenen Währungen (US-Dollar, Euro, Schweizer Franken) ausgesucht werden. Private Anleger sollten ihr Portfolio bereinigen und sich von allem Mittelmaß trennen. Fazit: Lieber insgesamt überschaubarere Depots und nur Werte, die ein absolut tolles Standing haben. Dabei darauf achten, gut zu verstehen, was darin enthalten ist. Lassen Sie sich nichts aufschwatzen!

Tipps für die junge Generation?

Besonders positiv sehe ich die ganze Situation für junge Menschen. Lassen Sie sich auf gar keinem Fall entmutigen von pseudo-schlechten Nachrichten! Die Zukunft sieht für junge Menschen, die eine gute Ausbildung haben, sowohl im handwerklichen als auch im akademischen Bereich ganz hervorragend aus. Warum: Wir haben es in den nächsten zehn Jahren in Deutschland mit einer großen Welle von Pensionierungen zu tun und diese Arbeitsplätze müssen zum großen Teil mit jungen Menschen besetzt werden. Vor allem haben wir eine riesige technologische Veränderung, die auch durch diese Krise sehr beschleunigt wurde. Die Welt des Digitalen macht gigantische Fortschritte. Auch das Reiseverhalten der Menschen verändert sich. Unglaublich viele neue Dienstleistungen werden gefordert und das ist ein großartiges Potential für junge Menschen. Gleichermaßen sollten junge Menschen auch Geld anlegen. Man kann früh auch mit kleinen Beträgen das systematische Sparen anfangen, Sparpläne abschliessen und – wenn man ein festes Einkommen hat – mit einer Hypothek eine Immobilie erwerben. Und für das Sparen und Anlegen ist es doch jetzt gerade gut, wenn nicht alles auf Höchstkursen ist. Bei unserem Fonds sind etwa zwei Drittel der Aktien wieder auf dem Niveau vor der Krise, der Markt ist also im Augenblick nicht teuer, angesichts der GeldmengenAufblähung und der sehr guten Zukunftsaussichten.

Tipps für Gewerbetreibende und Unternehmer?

Für diese Zielgruppe ist diese Krise nun ein helles Erwachen und das halte ich für ein positives Momentum. Sie müssen nun doch einmal viel genauer hinschauen, wie es eigentlich um ihr Unternehmen oder ihren Betrieb steht. Denn in der Hektik des Tagesgeschäftes ist da in den letzten Jahren unglaublich viel auf der Strecke geblieben und zwar was genau? Der Blick auf die Profitabilität! Es ist in Deutschland überhaupt nicht unüblich, dass wir tüchtige Gewerbetreibende haben, die fleißig Aufträge einholen und ausgebucht sind, dann einmal im Jahr zum Steuerberater gehen, der ihnen dann sagt, was sie überhaupt verdient haben. Das heißt, die Steuerung von Firmen, gerade von privaten Unternehmen, muss viel mehr auf die Profitabilität ausgerichtet sein und nicht auf pure Expansion und dem Hinterherjagen von Aufträgen. Es hat sich jetzt gezeigt, und das kann meiner Ansicht nach ja nicht angehen, dass jemand 20-30 Jahre gearbeitet hat, eine vernünftige Firma aufgebaut hat und beim geringsten Gegenwind beim Staat betteln gehen muss.

Was genau ist da falsch gelaufen?

Hier ist es schlichtweg in Deutschland so – anders als in vielen anderen Ländern – dass eben leider die private Kapitalausstattung in den Firmen selbst, also das Eigenkapital, häufig viel zu gering ist. Das bedeutet für die Zukunft aber auch, dass man sich da umstellen kann und Geschäfte, an denen man nichts verdient, einfach nicht mehr machen darf. Ich empfehle: Lieber die Firma kleiner halten, nicht noch eine zweite Niederlassung betreiben oder ein drittes Zweigwerk, sondern nur einen Hauptsitz halten, über den man aber die totale Kontrolle hat und mit dem man profitable Geschäfte macht. Wenn sich ein Geschäft nicht rechnet muss man eben dem Kunden sagen: „Take it or leave it“, für dieses Geld können wir den Auftrag leider nicht erledigen. Das ist es, was den deutschen Firmen jetzt so unglaublich zu schaffen macht, die eben genau das jahrelang versäumt haben. Ich habe als Beispiel und Messlatte hier unseren ME Special Values Fonds, in den wir überhaupt keine Firma hineinnehmen, die nicht mindestens 10 Prozent Umsatzrendite nach Steuern verdient. Wir haben auch eine Reihe von Firmen, die 15 und 20 Prozent Umsatzrendite nach Steuern verdienen und das vergleicht sich zu einer Durchschnittsertragsrechnung von etwa 3 Prozent bei deutschen Firmen. Da sehen wir also ganz genau, wo das Problem liegt. Eine weitere Auswirkung dieser Krise auf Unternehmen muss meines Erachtens sein, dass sich die Gesellschafter von Familienunternehmen, die nicht mehr aktiv in dieser Firma tätig sind, also auch ganze Familien-Clans, nun einmal Gedanken machen müssen, ob sie auch weiterhin so viele Dividenden oder Ausschüttungen pro Jahr entgegen nehmen, wenn die Firma noch auf hohen Schulden sitzt. Dies ist meiner Meinung nach auf Dauer eine äußerst gefährliche Entwicklung für ein unabhängiges Familienunternehmen und dies erfordert eine Grundsatz-Entscheidung. Solch ein Thema ist in den letzten Jahren, bei steigendem Umsatz bei diesen Firmen, überhaupt nicht auf den Tisch gekommen, das ist aber jetzt die „Gretchenfrage“.

Wie lösen wir diese "Gretchenfrage" in den nächsten Jahren?

Ich kann allen nur zuraten: Wenn Sie das Wohl der Firma im Sinn haben, müssen Sie handeln und die Firmenrücklagen in den nächsten Jahren stärken. Und zum Abschluss, was wir jetzt auch gesehen haben: Dem Privatunternehmer und dem Gewerbetreibenden nützt es gar nichts, wenn die Firma groß und größer wird und dabei der gesamte Gewinn wieder reinvestiert wird. Grundsätzlich sind Reinvestitionen richtig, aber die Ertragslage der Firma muss so hoch sein, dass zusätzlich zur Stärkung der Firmen-Rücklage auch ein Privatvermögen anwächst. Ich meine damit, wer 20 Jahre eine Firma profitabel betreibt, muss nach dieser Zeit auch fast den gleichen Vermögenswert privat zuhause aufgebaut haben, sodass, wenn der Firma etwas passiert, er immer noch ein vermögender Mensch ist und seinen Lebensstandard fortführen kann. Und da trennt sich eben gerade in Deutschland die Spreu vom Weizen, bei Firmen mit relativ schwachem Eigenkapital. Ich möchte deshalb diese Krise auch als eine ganz große Ermutigung sehen für diejenigen Firmen, denen das bisher nicht so gelungen ist. Sie können diese Zeit als Katalysator nutzen, um genau diese Dinge anzugehen, die man bisher vernachlässigt hat.

 

 

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