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Paladin Investorenbrief Q4 2021

Paladin Investorenbrief Q4 2021

Unser Jahresrückblick: radikale Transparenz. Den branchenüblichen Rückblick auf das, was die Märkte im letzten Jahr bewegt hat, wollen wir uns an dieser Stelle schenken: COVID-19, Lieferengpässe, eine anspringende Inflation und die Aussicht auf steigende Zinsen. Über all das wurde bereits mehr als ausreichend berichtet und bringt keinen neuen Erkenntnisgewinn.

Stattdessen ziehen wir an dieser Stelle detailliert und öffentlich Bilanz in eigener Sache: Welche Anlageentscheidungen sind 2021 aufgegangen und haben die Wertentwicklung des Paladin ONE maßgeblich positiv beeinflusst? Wir haben intern analysiert, welchen individuellen Beitrag jedes unserer Investments zur Gesamtperformance des Fonds geleistet hat. Diese Ergebnisse teilen wir traditionell mit unseren Investoren: unser Jahresrückblick der besonderen Art. Die erfolgreichen Investments fassen wir in unserer Hall of Fame zusammen.

Natürlich entwickelt sich nicht jedes Investment erwartungsgemäß. Denn jedes Unternehmen ist mit spezifischen operativen Risiken konfrontiert. Und Risiko bedeutet: manchmal kommt es anders, als erhofft. Unser Ziel ist es, Risiken zu erkennen und diese im Rahmen des Portfoliomanagements im Paladin ONE geschickt auszusteuern. Das ist uns auch im abgelaufenen Jahr gut gelungen, wie der Blick auf unsere Hall of Shame zeigt.

Transparenz erfordert Ehrlichkeit und die Bereitschaft, „sich in die Karten schauen zu lassen.“ Diesem Anspruch folgend, muten wir unseren Investoren in diesem Investorenbrief viele Details und ordentlich Tiefgang zu. Wer Freude daran hat, einzelne Aspekte noch eingehender mit uns zu diskutieren, ist dazu herzlich eingeladen.

Wir verbleiben mit den besten Wünschen für einen guten Start ins neue Jahr mit viel Gesundheit, Glück und Zufriedenheit.

Paladin ONE

Die Performance-Attribution 2021

Die Portfolio-Allokation liefert uns einen guten Gesamtüberblick, indem sie die Performancebeiträge der einzelnen Portfolio-Unternehmen zur gesamten Wertentwicklung transparent macht. Aus Gründen der Übersichtlichkeit konzentrieren wir uns dabei wie im letzten Jahr auf die großen Gewinner und Verlierer, die die Fondsperformance um mehr als 1% bewegt haben – positiv wie negativ.

Und nein, es ist kein Fehler, wenn die Grafik für das Jahr 2021 keinen Verlierer zeigt. Tatsächlich gab es im abgelaufenen Jahr kein Unternehmen, das die Fondsperformance mit mehr als 1% negativ belastete. Das Fondsportfolio enthält keinen negativen Ausreißer. Wo nötig, haben wir Verluste konsequent begrenzt.

Stattdessen zeigt die Grafik gleich neun Positionen, die mehr als 1% zur Wertentwicklung des Paladin ONE beigetragen haben. Mit der Blue Elephant Energy AG gab es im positiven Sinne einen Ausreißer nach oben. Die positive Wertentwicklung wird auch im abgelaufenen Jahr wieder von vielen starken Schultern getragen.
 

Hall of Fame

Neun Mal >1% Performancebeitrag zum Jahresergebnis

Hier und heute die komplette Hall of Fame zu beleuchten, würde den Rahmen unseres Investorenbriefs sprengen. Für den Moment konzentrieren wir uns deshalb auf zwei Unternehmen, die zu den TOP 10 Positionen des Fonds zählen: Blue Elephant Energy AG – an unserem Spitzenreiter führt kein Weg vorbei. Und die Aareal Bank – das intensive Ringen um die Bank wollen wir mit einem spannenden Update würdigen.
 

Platz 1 im Performance-Ranking: Blue Elephant Energy AG

Ganz oben auf dem Siegertreppchen der Performance-Attribution steht in diesem Jahr die Blue Elephant Energy AG (BEE). Über die Hintergründe haben wir bereits im Investorenbrief Q2 2021 ausführlich berichtet. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Betreiber von Solar- und Windparks die Weichen für einen Börsengang eigentlich bereits gestellt. Durch den Einstieg des Family Office Athos KG wurde dieser jedoch kurzfristig abgesagt. Hinter Athos stehen die Brüder Andreas und Thomas Strüngmann. Beide legten den Grundstein für ihr Vermögen mit der Gründung und dem Aufbau des Generikaherstellers Hexal. Athos investierte in einem ersten Schritt 75 Mio. Euro bei BEE. Der im Sommer 2021 gezahlte Preis lag 85% über der Bewertung der 2020er Kapitalerhöhung und sogar 185% über unserem Einstand. Dieser erfreuliche Umstand führte zu einer entsprechenden Höherbewertung unserer Position.

BEE ist derzeit unsere größte Portfolioposition im Paladin ONE. Wir sind zuversichtlich, dass nicht nur unser Planet von den Aktivitäten der Gesellschaft profitiert, sondern auch der Anleger. Das Unternehmen investiert das frische Kapital mit der von uns beschriebenen doppelstufigen Finanzierungsstruktur, die aus Fremdkapital auf Projektebene Eigenkapital macht. Diese Systematik generiert attraktive Renditen, von denen die Aktionäre profitieren. Darüber hinaus ist das Unternehmen nach unserem Dafürhalten auch nicht von der yield expansion betroffen, mit der sich Betreiber von Erneuerbaren-Energien-Anlagen im letzten Jahr konfrontiert sahen. Bei BEE ist die weitere Entwicklung aus unserer Sicht bereits vorgezeichnet. Athos hat die Option, weitere 75 Mio. Euro in das Unternehmen zu investieren. Es würde uns sehr überraschen, wenn die Strüngmann-Brüder diese Option nicht ziehen.
 

Ringen um die Aareal Bank – die letzte Runde naht

„Eine Bank mit versteckter IT-Tochter.“ Unter diesem Titel haben wir in einem vorherigen Investorenbrief unser Engagement bei der Aareal Bank vorgestellt. Unsere damalige Analyse ergab eine eklatante Unterbewertung, da der Kurs der Aktie im Grunde nur den Wert des Bankgeschäfts widergespiegelte. Die Tatsache, dass sich über die letzten Jahre innerhalb der Bank ein erfolgreicher IT-Anbieter als selbständige Einheit entwickelt hatte, wurde am Kapitalmarkt offensichtlich noch nicht wahrgenommen. Kein Wunder, begann die Bank zum damaligen Zeitpunkt doch erst damit, isolierte Zahlen der IT-Tochter Aareon zu veröffentlichen. Unsere These: eine zunehmende Visibilität von Aareon sollte sich in einer Höherbewertung der Aareal Bank niederschlagen.

Zwischenzeitlich gab es bei unserem Engagement – sagen wir – „interessante“ Entwicklungen. Denn offensichtlich teilten auch andere Investoren unsere Ansicht, dass in der Bank deutlich mehr Potential steckt. Hierzu gehört Petrus Advisers. Der aktivistische Investor versuchte bereits auf der ordentlichen Hauptversammlung im April 2021, drei Mitglieder des Aufsichtsrats durch eigene Kandidaten zu ersetzen. Offensichtlich meinte man, einer Führungsschwäche entgegenwirken zu müssen. Im Kreuzfeuer der Kritik stand insbesondere die Aufsichtsratsvorsitzende Marija Korsch. Die für die Abwahl notwendige Mehrheit wurde zu diesem Zeitpunkt jedoch (noch) nicht erreicht.

Zum 15. September bestellte der durch das Abstimmungsergebnis geschwächte Aufsichtsrat Jochen Klösges zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Bank. Und der frühere Commerzbank- und Eurohypo-Vorstand war umgehend gefordert. Nachdem erste Gerüchte am Kapitalmarkt die Runde machten, bestätigte die Bank schon wenige Wochen nach seinem Amtsantritt „ergebnisoffene Gespräche über eine Mehrheitsbeteiligung mit einer Gruppe von Finanzinvestoren“.

Pikantes Detail: zu dieser Bietergruppe gehört auch Advent – eben jener Finanzinvestor, dem die Bank erst ein Jahr zuvor einen 30%-igen Anteil an der IT-Tochter Aareon verkauft hatte. Da die Aareal Bank keine weiteren Aareon-Anteile abgeben will, greift Advent nun möglicherweise nach der ganzen Bank, um sich die IT-Tochter zu sichern.

Ende November legte die Investorengruppe dann tatsächlich ein Übernahmeangebot vor: 29 Euro pro Aktie standen im Raum. Vorstand und Aufsichtsrat unterstützten das Angebot. Brachte das die erhoffte Ruhe für die Bank? Nein, ganz im Gegenteil.

Am 09. Dezember kam es dann auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der Aareal Bank zum Eklat. Eigentlich sollte die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 1,10 Euro pro Aktie beschlossen werden. Stattdessen wurde der Vorschlag durch die Verwaltung von der Tagesordnung gestrichen. Mit welcher Begründung? Die vermeintlich künftigen Eigentümer der Bank rund um Advent haben dies schlichtweg so verlangt. Das harsche Vorgehen trug erwartungsgemäß nicht gerade zur guten Stimmung unter den Aktionären bei. Vielleicht war das sogar der Katalysator für die dann folgende Abwahl der Aufsichtsratsmitglieder Marija Korsch, Christof von Dryander und Dietrich Voigtländer.

Dabei hatte Marija Korsch bereits vor der Hauptversammlung ihr Amt als Vorsitzende niedergelegt und ihren Rückzug aus dem Aufsichtsrat zum 31. März 2022 angekündigt. Den freiwilligen Abgang verkünden und dann – wenige Monate vorher – von den Aktionären abgesägt werden; so etwas haben wir in zwei Jahrzehnten am Kapitalmarkt noch nicht erlebt.

Braucht es einen eindeutigeren Beleg für die fehlende Euphorie der Aktionäre mit Blick auf das Übernahmeangebot? Frau Korsch begründete ihren Rücktritt unter anderem damit, dass mit der „erzielten Investorenvereinbarung mit einer Bietergesellschaft“ „wesentliche Weichenstellungen für die Zukunft“ erfolgt seien. Wir werden sehen, ob sie recht behält.

Nach der Abwahl der drei genannten Aufsichtsratsmitglieder kam es im Rahmen der außerordentlichen Hauptversammlung allerdings nicht zu einer Neuwahl. Die von Petrus Advisers vorgeschlagenen Kandidaten haben nicht die erforderliche Mehrheit hinter sich versammeln können. Wie sich zwischen den Feiertagen herausstellte, trug die US-Investmentbank Morgan Stanley hierzu maßgeblich bei. Und zwar durch einen „peinlichen Fehler“, wie das Manager Magazin schreibt. Morgan Stanley hat es demnach versäumt, die Stimmen des Fonds Teleios abzugeben, der immerhin rund 5% an der Aareal Bank hält. Dadurch kamen die entscheidenden Prozentpunkte für die Neubesetzung des Aufsichtsrats nicht zusammen. Was Morgan Stanley in ein noch schlechteres Licht rückt: Kommt das Übernahmeangebot zustande, „profitiert auch Morgan Stanley, da die Investmentbank bei der geplanten Übernahme zu den Beratern zählt und als zentrale Abwicklungsstelle für den Prozess fungiert“, so das Manager Magazin.

Der Patzer von Morgan Stanley wäre einfach zu heilen. Die Aareal Bank müsste dem Amtsgericht lediglich empfehlen, die drei auf der Hauptversammlung zur Wahl vorgeschlagenen Kandidaten, zum Aufsichtsrat zu bestellen. Die Aareal Bank tritt die Mitbestimmungsrechte der Aktionäre allerdings mit Füßen. Denn laut Manager Magazin reagiert das Finanzinstitut auf diesen Vorschlag mit Verwunderung: Warum sollte man diejenigen nominieren, die bei der Hauptversammlung keine Mehrheit erhalten haben, so ein Sprecher.

Stattdessen empfehlen Vorstand und Aufsichtsrat den Aktionären praktisch zeitgleich zu den Enthüllungen des Manager Magazins die Annahme des Übernahmeangebots. Dieses sei „strategisch vorteilhaft“ und der Preis von 29 Euro pro Aktie „angemessen“. Was soll man angesichts der oben skizzierten Vorgänge von solch einer Empfehlung halten?

Zumal auch die zwischenzeitlich zum Übernahmeangebot veröffentlichte Angebotsunterlage viele Fragen aufwirft. Die Einzelheiten würden diesen Investorenbrief sprengen. Dem interessierten Leser empfehlen wir jedoch den offenen Brief von Petrus Advisers an Vorstand und Aufsichtsrat der Aareal Bank.

Aus unserer Sicht ist insbesondere bedenklich, dass die Bieterin unverhohlen ein Delisting der Aareal Bank-Aktie anstrebt – und das ohne weitere Strukturmaßnahmen, insbesondere einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Die Handelbarkeit der Aktie soll durch das Delisting des nicht beherrschten Unternehmens eingeschränkt werden, obwohl ggf. weiterhin maßgeblicher Streubesitz besteht. Allerdings stellt die Bieterin in der Angebotsunterlage klar, ein Delisting definitiv nur dann durchzuführen, wenn dabei kein höherer Preis als 29 Euro bezahlt werden muss. Grundsätzlich ist der Vorstand allen Aktionären gleichermaßen verpflichtet, nun hat er sich allerdings in der Investmentvereinbarung mit der Bieterin festgelegt, das Delisting zu unterstützen.

Das Ziel ist klar. (Klein-)Aktionäre der Bank sollen weichgekocht und zur Annahme des Angebots bewegt werden. Dieses Verhalten zeugt nicht von Anstand. Das Vorgehen mag legal sein – legitim ist es definitiv nicht.

Der Übernahmepreis von 29 Euro liegt mehr als 30% über unserem Einstandspreis. Die Position leistete damit im Jahr 2021 einen Performance-Beitrag von 2,42% für die Investoren des Paladin ONE. Ohne das Übernahmeangebot würde die Aktie sicherlich nicht da stehen, wo sie heute steht. Ist das Angebot deswegen fair? Ja und nein: für den Moment geht der aufgerufene Preis vielleicht in Ordnung. Allerdings spiegelt er das eigentliche Potential der Bank aus unserer Sicht bei weitem nicht wider. Die Angebotsfrist läuft noch mindestens bis zum 19. Januar. Der Ausgang des Übernahmeangebots dürfte vermutlich bis zur letzten Sekunde spannend bleiben.
 

Nachklapp zur Performance-Attribution: Kapitalerhöhungen, wie wir sie lieben

Im Jahr 2016 waren wir mit dem Fonds Paladin ONE größter Zeichner der ersten öffentlichen Kapitalerhöhung der Medios AG. Der Ausgabepreis der neuen Aktien lag damals bei 7 Euro. Seitdem begleiten wir das Unternehmen als Investor. Zwischenzeitlich schaffte Medios den Aufstieg in den SDAX und auch bei der letzten Kapitalerhöhung vor wenigen Wochen für 35,50 Euro waren wir dabei – unser Beitrag zur Finanzierung weiteren Wachstums.

Medios war kein Einzelfall. Die Performance-Attribution des letzten Jahres lässt bei gleich vier Unternehmen ein ähnliches Muster erkennen: Blue Elephant Energy, The Social Chain, Veganz und Wolftank-Adisa haben gemeinsam, dass wir sie über Kapitalerhöhungen finanziert haben. Und das jeweils zu einem Zeitpunkt, als sie kapitalmarktseitig noch nicht weit entwickelt beziehungsweise noch nicht einmal börsennotiert waren.

Wir werden zunehmend häufiger angesprochen, wenn Unternehmen für ihre Kapitalerhöhungen gezielt einen größeren (Anker-)Investor suchen. Unsere Erfahrung zeigt, dass dies eine win-win-Situation für alle Beteiligten sein kann.

Die Unternehmen ersparen sich aufwändige Roadshows mit unzähligen Investorenterminen und umschiffen die Risiken, die eine kleinteilige Platzierung mit sich bringt. Stattdessen gewinnen sie mit uns einen langjährig verlässlichen Partner, der ihnen gern auch für weitere Finanzierungsrunden zur Seite steht. Uns wiederum eröffnet sich die Möglichkeit, mit dem Fonds Paladin ONE eine fühlbare Beteiligung an einem attraktiven Unternehmen zu erwerben, die zwischen 5% und 10% der ausstehenden Aktien liegen kann. Und das bevor andere große Investoren auf die Unternehmen aufmerksam werden.

Die vier genannten Unternehmen haben im abgelaufenen Jahr zusammen respektable 9,54% zur Wertsteigerung des Paladin ONE beigesteuert. Es sind allerdings nicht die einzigen Unternehmen, bei denen wir im letzten Jahr im Rahmen einer Kapitalerhöhung eingestiegen sind. Gut möglich also, dass wir auch künftig über derartige Erfolgsgeschichten berichten können.
 

Hall of Shame

Die Performance-Attribution für 2021 zeigt, dass wir im abgelaufenen Jahr keine großen Verlierer im Portfolio hatten. Trotzdem gab es Unternehmen, die enttäuschten. Unsere diesjährigen Hall of Shame erzählt von einer verpassten Chance und der bereits erwähnten yield expansion, die auch unser Portfolio gestreift hat.
 

MPC Container: Chance verpasst

Immerhin: mit MPC Container haben wir im laufenden Jahr kein Geld verloren. Allerdings haben wir einen enormen Performance-Beitrag liegenlassen; MPC Container hat damit zu Recht in der Hall of Shame festgemacht.

Die Gesellschaft ist im Besitz von über 60 Containerschiffen. Es handelt sich um sogenannte Feeder-Schiffe, die in der Regel auf kürzeren Strecken unterwegs sind. Wie die gesamte Schifffahrt, wurde auch MPC Container im Jahr 2020 durch COVID-19 erheblich getroffen. Weltweite Lockdown-Maßnahmen unterbrachen die Lieferketten rund um den Globus. In direkter Folge wurden auch Schiffskapazitäten von jetzt auf gleich nicht mehr benötigt. Unzählige Schiffe lagen monatelang beschäftigungslos vor Anker.

In dieser Phase hielten wir im Paladin ONE Aktien von MPC Container. Die Kursentwicklung tat weh, doch wir unterstützten das Unternehmen und nahmen im Sommer 2020 an einer Kapitalerhöhung teil. Wir hatten gute Gründe: es galt die Finanzierung zu sichern, gleichzeitig bewerteten wir die Rahmenbedingungen als attraktiv. Denn die Schieflage war durch ein externes Schockereignis verursacht worden, eine Normalisierung erschien wahrscheinlich. Im Rahmen der Kapitalerhöhung stockten wir deswegen unseren Bestand für 1 NOK pro Aktie kräftig auf.

Die darauffolgende Entspannung im Welthandel und ein Impfstoff gegen COVID-19 gaben der MPC Container-Aktie bis zum Jahresende Rückenwind. Der Kurs kletterte auf rund 6 NOK. Unterm Strich trug die Position 2020 immerhin noch 0,85% Performance zur Fondsentwicklung bei.

Wir haben unsere Position in dieser Zeit sukzessive abgebaut. Zu groß erschienen uns die Unwägbarkeiten. Die letzten Anteile an MPC Container verkauften wir im Januar 2021 für rund 6 NOK. Sechs Monate später handelte die Aktie zeitweilig für 28 NOK. Das Prinzip ist häufig dasselbe: schwingt ein Pendel stark in eine Richtung, ist auch die Gegenbewegung heftig. So auch hier. Die aufgestaute Nachfrage rund um den Globus suchte plötzlich freie Schiffskapazitäten. Die Charterraten explodierten – zumindest kurzfristig – auf absurd hohe Niveaus. MPC Container, im Jahr 2020 noch mit dem Rücken zur Wand, ist nun in der Lage, die Verschuldung über die nächsten zwei bis drei Jahre vollständig zurückzuführen. Dazu werden voraussichtlich kräftig Dividenden ausgeschüttet.

Per Saldo haben wir hier eine Vervierfachung verpasst, weil wir die Entwicklung nicht haben kommen sehen. Ein kleiner Trost besteht darin, dass wir über unsere Beteiligung an der MPC Capital AG zumindest mittelbar profitieren konnten. MPC Capital ist für das Management der Schiffe von MPC Container verantwortlich und hält zudem eine fühlbare Beteiligung. Entsprechend profitierte auch die MPC Capital-Aktie.
 

Das hat Geld gekostet: yield expansion

Unsere Welt funktioniert Just-in-Time. Genauer gesagt: funktionierte. Denn der Motor ist durch die COVID-19-Pandemie ins Stottern geraten. Die Weltwirtschaft wollte nach dem Lockdown wieder anspringen, aber rund um den Globus fehlten (Vor-)Produkte. Dies führt nun zwangsläufig zu steigenden Preisen. Und wenn das große Teile der weltweiten Wertschöpfung betrifft, springt die Inflation an. Eine steigende Inflation wiederum führt zu einer steigenden Zinserwartung und mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu steigendenden Zinsen, wenn sich die Inflation als nachhaltig erweisen sollte.

Steigende Zinsen erhöhen die Renditeerwartung der Investoren auch bei anderen Anlagen. Die Folge: Anleger sind nicht länger bereit, die gleichen Preise zu bezahlen, weshalb diese zwangsläufig sinken müssen. Das bezeichnet man als yield expansion.

Betroffen sind insbesondere die Unternehmen, deren Geschäftsmodell maßgeblich auf einer Renditearbitrage beruht. Eine solche Arbitrage entsteht dadurch, dass der Kapitalmarkt einem Unternehmen eine höhere Bewertung zugesteht, als das Unternehmen selbst beim Einkauf seines Vermögens bezahlt. Diesen Mechanismus haben wir bereits mehrfach beleuchtet.

Besonders schmerzhaft wirkt die yield expansion, wenn sich das Unternehmen noch in der Wachstumsphase befindet. Denn Wachstum erfordert kontinuierlich neues Eigenkapital. Sinkende Börsenkurse machen neues Eigenkapital aber teurer und damit die Renditearbitrage weniger attraktiv. Dadurch wird das Unternehmenswachstum zwangsläufig ausgebremst.
 

Pacifico Renewables Yield AG und MPCES NV

Auch zwei unserer Portfoliounternehmen wurden im abgelaufenen Jahr durch die skizzierte Entwicklung getroffen: Pacifico Renewables Yield AG sowie der MPCES NV. Beide Gesellschaften bauen sukzessive ein Portfolio mit Erneuerbaren-Energien-Anlagen auf. Der Aufbau geschieht bisher allerdings ausschließlich mit Fremdkapital auf Projektebene. Ohne eine weitere, darüber gelagerte Fremdkapitalebene (wie bei Blue Elephant) musste die yield expansion diese Unternehmen treffen.

Zusammen betrachtet haben beide Beteiligungen die Fondsperformance mit -1,44% belastet. Kein schönes Ergebnis, in der Gesamtbetrachtung aber verschmerzbar. Und es wird deutlich, dass die von uns auf Portfolioebene angestrebte Vermeidung von Risikokumulationen sehr gut funktioniert hat. Auch wenn hier ein übergeordnetes, makroökonomisches Risiko zu unserem Nachteil eingetreten ist, waren die direkten Konsequenzen für unser Portfolio verkraftbar.
 

Erneut ein erfolgreiches Jahr: wir geben gern etwas zurück

In diesem Jahr haben wir uns entschieden, für das Galapagos Penguin Research & Conservation-Projekt zu spenden. Durch persönliche Reisen auf das Archipel sind uns die Inseln und – nicht nur, aber ganz besonders – die Pinguine ans Herz gewachsen. Gerade der Galapagos-Pinguin ist abhängig vom Funktionieren des fragilen lokalen Ökosystem; und sein (Fort-)Bestand ist insofern gleichzeitig ein Spiegelbild für den Zustand der gesamten Inselwelt. Deswegen ist es uns ein besonderes Anliegen, Dee Boersma von der Universität Washington, Seattle und Godfrey Merlen zu unterstützen.

Vor einem Jahr haben wir von unserem Engagement für die Bite-Back Shark and Marine Conservation und die Misool Foundation berichtet. Besonders erfreulich ist, dass in Großbritannien - maßgeblich durch den Einsatz von Bite-Back - eine entscheidende Gesetzesänderung durchgesetzt wurde. Diese schiebt der Einfuhr von Haifischflossen, insbesondere für exklusive Restaurants, ein Riegel vor.

 

Hinweis:

Dieser Artikel ist eine Werbemitteilung, dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen dar. Verbindliche Grundlage für den Kauf des Fonds sind die wesentlichen Anlegerinformationen (KIID), der jeweils gültige Verkaufsprospekt mit dem Verwaltungsreglement bzw. der Satzung, der zuletzt veröffentlichte und geprüfte Jahresbericht und der letzte veröffentlichte ungeprüfte Halbjahresbericht, die in deutscher Sprache kostenlos bei der IPConcept (Luxemburg) S.A.  (société anonyme), 4, rue Thomas Edison L-1445, Strassen, Luxembourg, (siehe auch www.ipconcept.com) erhältlich sind. Die steuerliche Behandlung ist von den individuellen Verhältnissen jedes einzelnen Anlegers abhängig. Hinweise zu Chancen und Risiken entnehmen Sie bitte dem aktuellen Verkaufsprospekt. Es kann keine Zusicherung gemacht werden, dass die Anlageziele erreicht werden. Dieser Artikel wendet sich ausschließlich an Interessenten in den Ländern, in denen der genannte Fonds zum öffentlichen Vertrieb zugelassen sind. Der Fonds wurde nach deutschem Recht aufgelegt und ist in Deutschland zum Vertrieb zugelassen. Der Fonds darf in den Vereinigten Staaten von Amerika ("USA") sowie zugunsten von US Personen nicht öffentlich zum Kauf angeboten werden. Die Dokumente können ebenfalls kostenlos in deutscher Sprache bei der Paladin Asset Management Investmentgesellschaft mit TGV bezogen werden. Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Die Bruttowertentwicklung nach BVI Methode lässt die bei der Ausgabe und Rücknahme der Anteile erhobenen Kosten (Ausgabe- und Rücknahmeaufschlag) und während der Haltedauer anfallenden Gebühren (z.B. Transaktionskosten) unberücksichtigt. Wenn ein Anleger für 1.000,– € Anteile erwerben möchte, muss er bei einem Ausgabeaufschlag von 5 % 1.050,– € dafür aufwenden. Es können für den Anleger Depotkosten und weitere Kosten (z.B. Depot- oder Verwahrkosten) entstehen, welche die Wertentwicklung mindern.  Der Fonds weist aufgrund der Zusammensetzung seines Portfolios oder der verwendeten Portfoliomanagementtechniken eine erhöhte Volatilität auf, d.h. der Anteilpreis kann auch innerhalb kurzer Zeiträume erheblichen Schwankungen nach oben und unten unterworfen sein. Außerdem kann bei Fremdwährungen die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.

Die Verwaltungsgesellschaft kann beschließen, die Vorkehrungen, die sie für den Vertrieb der Anteile ihrer Organismen für gemeinsame Anlagen getroffenen hat, gemäß Artikel 93a der Richtlinie 2009/65/EG und Artikel 32a der Richtlinie 2011/61/EU aufzuheben. Weitere Informationen zu Anlegerrechten sind auf der Homepage der Verwaltungsgesellschaft (www.ipconcept.com) einsehbar. https://www.ipconcept.com/ipc/de/anlegerinformation.html

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