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EXTRABLATT: Im Krisenmodus Fehler vermeiden

EXTRABLATT: Im Krisenmodus Fehler vermeiden

Der Angriff Russlands auf Ukraine und die zu erwartende Sanktionsspirale stellt zentrale Annahmen des Wirtschaftsausblicks in Frage. Für Europa steht die Energieversorgung im Zentrum. Denn eine Einschränkung russischer Lieferungen kann nur zu erheblichen Kosten substituiert werden. Dies trifft Haushalte und insbesondere energieintensive Industrieunternehmen und darüber die Konjunktur. Das Risiko einer globalen Stagflation steigt, das Dilemma der Geldpolitik wird noch größer. Profitieren werden kurzfristig sichere Anlagen. Vor allem mittelfristig orientierte Anleger sollten zunächst aber die Füße stillhalten.

Eyb&Wallwitz

Der militärische Angriff Russlands auf die Ukraine scheint lange vorbereitet, kam für viele Beobachter und Investoren dennoch überraschend. Über die Motive und Ziele des russischen Präsidenten ist viel gerätselt worden. Nun wurden Fakten geschaffen. Das Leid der Zivilbevölkerung in den betroffenen Gebieten steht im Fokus. Die internationale Gemeinschaft arbeitet zwar fieberhaft an einer geeigneten Gegenreaktion. Es darf allerdings bezweifelt werden, dass diese die Aggression schnell eingrenzen und beenden wird.

Die globale Wirtschaft und die Finanzmärkte werden in dem Konflikt vor allem über vier Kanäle getroffen. Kurzfristig dominiert der Unsicherheitsschock, welcher sich in Investitionszurückhaltung bei Anlegern wie auch bei Unternehmen spiegelt. Darüber hinaus trifft die nun zu erwartende Sanktionsspirale Warenhandel und Lieferketten und damit insbesondere die Industrie und das Bankensystem. Gleiches gilt für die Zweitrundeneffekte einer zu erwartenden Rezession in Russland. Auch angesichts der geografischen Nähe ist Europa hiervon besonders betroffen, die ökonomischen Effekte sind aber begrenzt. So stehen die Exporte nach Russland etwa für 0,7% an der deutschen Wirtschaftsleistung. Ähnliches gilt für die EU insgesamt. In einer vergleichbaren Größenordnung liegen auch die Forderungen europäischer Banken gegenüber Russland. Einzelne Geschäftsmodelle werden gleichwohl hart getroffen, auch da bei Produktionsstätten und Lieferketten mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen ist. Gesamtwirtschaftlich im Fokus steht für Europa und die globale Ebene aber die Energieversorgung. Denn eine Einschränkung russischer Lieferungen kann, wenn überhaupt, nur zu erheblichen Kosten substituiert werden. Auch hier ist die EU besonders exponiert. Der Anteil der Importe aus Russland liegt bei den zentralen Energieträgern Öl, Kohle und Gas zwischen 26 und 37% am Verbrauch. Im Fall einer Ausweitung der Sanktionen kann deshalb eine Energiekrise inklusive einer temporären Rationierung insbesondere der Industrie nicht ausgeschlossen werden.  

Folgen für Anleger   

Die Finanzmärkte reagieren kurzfristig mit starken Kursrücksetzern in allen Bereichen. Eine Differenzierung bleibt zunächst aus. Mittelfristig wird entscheidend, wie weit sich die Sanktionsspirale dreht. In jedem Fall steigt das Risiko einer Stagflation vor allem in Europa, wodurch das Dilemma der Geldpolitik noch größer wird. Bereits in den vergangenen Wochen hatte sich das Risiko durch die hartnäckig hoch bleibende Teuerung und die angekündigten Straffungsschritte der Notenbank in diese Richtung verstärkt, weshalb wir die Portfolien insgesamt bereits deutlich defensiver ausgerichtet hatten.

Mit Blick nach vorne steht der Grundsatz, dass politische Krisen mit Blick auf die Börse meist „kurze Beine“ haben, zumindest in Frage. Dennoch tun mittelfristig orientierte Anleger mit breiter Diversifikation gut daran, die Füße zunächst still zu halten und in der Anlage die fundamentalen Aussichten der Unternehmen nicht aus dem Blick zu verlieren. Diese sind es, die letztendlich über den Anlageerfolg entscheiden.

Dr. Johannes Mayr
Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz

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