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Warum die Euro/US-Dollar-Parität auch für die exportstarken Europäer kein Grund zur Freude ist

Warum die Euro/US-Dollar-Parität auch für die exportstarken Europäer kein Grund zur Freude ist

Viele europäische Länder – allen voran Deutschland – sind exportstark. Auf den ersten Blick müsste man meinen, dass sie von der gegenwärtigen Euro/US-Dollar-Schwäche profitieren, da ihre Exporte für den größten Handelspartner, USA, günstiger werden. Doch dem ist nicht so, konstatiert Philip Bold, Portfolio Manager bei Ethenea Independent Investors S.A.

Analysen

Mitte Juli durchbrach der Euro die Parität zum US-Dollar. „Damit war eine Einheit der Gemeinschaftswährung – erstmalig seit knapp zwei Dekaden – kurzzeitig weniger wert als eine Einheit der US-Währung,“ erläutert Philip Bold. „Obwohl die Euro/US-Dollar-Schwäche mit rund -7 Prozent bereits im Jahr 2021 beträchtlich war, beschleunigte sie sich zuletzt mit dem Kriegsausbruch in der Ukraine.“ Seit dem 24.02.2022 büßte der Euro auf dem Weg zur Parität am 14.07.2022 rund -10,5 Prozent gegenüber dem US-Dollar ein.

 

Vier Gründe, die zur Parität geführt haben

Die Gründe für die Parität sind vielfältig: „Zum einen hat sich die Währungsunion langsamer vom Pandemieschock erholt. Als zweites begann sie zögerlicher mit dem Zinserhöhungszyklus. Und als drittes ist die Währungsunion zuletzt durch die unsichere Rohstoff- und Energieversorgungslage stark angeschlagen,“ zählt der Portfolio Manager auf. „Der vierte Grund ist, dass der US-Dollar mit seinem Status als sicherer Hafen in Krisenzeiten von genau dieser ökonomischen und geopolitischen Unsicherheit profitiert.“

 

Euro/US-Dollar-Schwäche gut für den Export? 

Dennoch profitieren die exportstarken Europäer, und darunter insbesondere Deutschland, nicht von der Euro/US-Dollar-Schwäche. „Zwar macht der Export von Gütern und Dienstleistungen in Nicht-Eurozonen-Länder in der Regel einen substanziellen Anteil des Bruttoinlandproduktes aus – 2021 waren es rund 20 Prozent“, so Philip Bold. „Allerdings geht davon nur ein Bruchteil – rund 15 Prozent – in die USA.“ Repräsentativer für die Bewertung der Euro-Wettbewerbsfähigkeit sei deshalb der Vergleich zu einem breiteren, handelsgewichteten Währungskorb. „Der von der EZB veröffentlichte Wechselkurs ‚EER-42‘ ist dafür eine geeignete Referenz. Er berücksichtigt die Handelsintensität mit den 42 wichtigsten Partnerstaaten der Währungsunion“, erläutert der Portfolio Manager. Gegen diesen Währungskorb habe der Euro seit Beginn des Kriegsausbruchs bis zur Euro/US-Dollar-Parität nur rund -4 Prozent eingebüßt. „Die international gewonnene Wettbewerbsfähigkeit des Euro ist also wesentlich geringer als es die Entwicklung des Euro/US-Dollar Währungspaares suggeriert,“ so Bold.

Zudem bringe die Euro/US-Dollar-Schwäche einen wesentlichen Nachteil mit sich: Energie und Rohstoffe seien in der Regel in US-Dollar notiert. „Die doppelte Last aus gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten sowie ein sich verteuernder US-Dollar dürfte den leichten Wettbewerbsvorteil aus der generellen Euro-Schwäche überkompensieren,“ führt Bold aus. „Damit ist die Euro/US-Dollar-Parität auch für die exportstarken Europäer kein Grund zur Freude“.

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