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Diabetes, Adipositas & Co: Zivilisationskrankheiten treiben Therapieentwicklung an

Diabetes, Adipositas & Co: Zivilisationskrankheiten treiben Therapieentwicklung an

Zivilisationskrankheiten sind auf dem Vormarsch. Die Anzahl an Diabetes-, aber auch Adipositas-Erkrankten nimmt stetig zu – Diabetes ist in den USA aktuell die achthäufigste Todesursache. Hier können Innovationen Betroffenen helfen. Entsprechend hoch ist das Potenzial für Unternehmen in diesem Markt.

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Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und die mit ihr zusammenhängenden Erkrankungen gehören zu den großen globalen Herausforderungen in diesem Jahrhundert. Durch eine „Verwestlichung“ der Ernährungsgewohnheiten ist er auch in den Emerging Markets auf dem Vormarsch. Die globale Prävalenz von Diabetes wird von der International Diabetes Federation auf 537 Millionen Menschen geschätzt, von denen aktuell ca. 212 Millionen behandelt werden. Die Erwartungen sind, dass die weltweite Prävalenz auf 783 Millionen im Jahre 2045 steigen wird. Korrelierende Erkrankungen z.B. der Augen, der Nieren und des zentralen Nervensystems können eine Folge der Nichtbehandlung sein. Die genaue Ursache des Diabetes ist noch nicht sicher erforscht. Jedoch kann davon ausgegangen werden, dass sowohl genetische Einflüsse als auch körperliche Inaktivität und Fettleibigkeit (Adipositas) eine Rolle spielen. Die Prävalenz bei Adipositas ist ähnlich hoch: Laut WHO sind weltweit über 600 Millionen Menschen stark übergewichtig (=/+30 BMI). In Deutschland sind es laut der Deutschen Adipositas Gesellschaft ein Viertel der Erwachsenen.

 

Große Schritte in der Behandlung bei Diabetes

Die Behandlung des Diabetes hat in den letzten Jahrzehnten sehr große Fortschritte gemacht. Zum einen ist die Qualität der Insuline immer besser geworden. Zum anderen ist es gelungen, durch neuartige, minimalinvasive Glukosemessgeräte und Insulinpumpen die Durchführung der Therapie für den Behandelten so angenehm und präzise wie möglich zu gestalten. Ursprünglich haben Hersteller wie Abbott und Dexcom ihre Blutglukosemessgeräte nur für die 5 % bis 10 % der Patientinnen und Patienten hergestellt, die Typ-1-Diabetiker sind, und gar kein Insulin mehr selber produzieren. Durch die ersten positiven Erfahrungen und die einfache Handhabung der Geräte werden diese in Zukunft auch bei einem Großteil der Typ-2-Diabetiker zur Anwendung kommen. Diese machen mit über 90 % den Großteil der Patientinnen und Patienten aus. Ähnliches gilt für die Pumpen, die z.B. Insulet und Tandem Diabetes herstellen. Diese verfügen über modellbasierte Algorithmen und können bis zu 30 Minuten im Vorhinein den Insulinbedarf prognostizieren. Aber auch andere, nicht-insulinhaltige Medikationen (GLP-1, SGLT-2) sind in den letzten Jahren auf den Markt gekommen, die die Behandlungsoptionen von Typ-2–Patientinnen und -patienten nachhaltig verbessert haben.

 

Adipositas: Lichtstreif am Horizont

Die Behandlung der Adipositas ist im Vergleich zur Diabetes nicht so einfach. Eine Option ist z.B. die Verkleinerung des Magens (Magenband oder tatsächliche Verkleinerung) und die daraus resultierende geringere Aufnahme von Lebensmitteln. Um einen operativen Eingriff zu verhindern, sind in den letzten Jahren auch eine ganze Reihe von Medikamenten entwickelt worden. Deren Ergebnisse sind aber nicht zufriedenstellend. Die Voraussetzungen für eine medikamentöse Behandlung sind eine dauerhafte Gewichtsabnahme sowie eine sichere Langanwendung ohne die Gefahr, eine Abhängigkeit vom Medikament zu entwickeln. Viele bereits zugelassene Medikamente sind in der Vergangenheit wegen einsetzender Nebenwirkung bei längerer Einnahme wieder vom Markt genommen worden. Andere wiederum zeigten zwar statistisch relevante Erfolge, die absolut erzielte Gewichtsreduktion war jedoch nicht ausreichend, um eine längere Anwendung bei Patientinnen und Patienten zu rechtfertigen. Aktuell erscheint es so, dass die Medikamentenklasse der GLP-1-Agonisten (Glucagon-like Peptid 1), die schon länger zur Behandlung von Diabetes eingesetzt wird, auch die Gewichtsreduktion überdurchschnittlich positiv beeinflusst. Eli Lilly und Novo Nordisk, die beide zu den Vorreitern der Diabetestherapie gehören, haben hier sehr interessante Produkte entwickelt, die adipöse Menschen in Zukunft zu deutlicher Gewichtsreduktion führen könnten.

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