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Als Amateur die Börsen-Profis schlagen

Als Amateur die Börsen-Profis schlagen - kleine Tipps aus der Börsenwerkstatt von Dr. Markus Elsässer

Ich möchte mit Ihnen meine Erfahrungen teilen und Ihnen helfen, mit ein paar kleinen Tricks noch besser in die Finanzlandschaft hineinzuwachsen und ein finanziell unabhängiges Leben aufzubauen. Ein wichtiger Mosaikbaustein dafür ist Festigkeit im Umgang mit dem eigenen Geld!

Spardose

Lassen Sie sich von der Hektik des Alltags und der stetig wachsenden Medienflut nicht anstecken und verfallen Sie nicht direkt in Panik, Angst oder Euphorie! Nutzen Sie die Medien, aber bleiben Sie am Steuerrad und steuern Sie das Tempo, in welchem Sie sich mit dieser Materie beschäftigen möchten. Des Weiteren sollten Sie Ihr Vermögen nicht zu häufig zählen und daraus Rückschlüsse ziehen, wie reich oder wie weit weg Sie von Ihren Zielen sind! Sollte ein Asset in Ihrem Portfolio existieren, welches bereits einen beachtlichen Wertzuwachs erfahren hat, wird es Ihnen Angst machen, wenn Sie täglich oder wöchentlich Überlegungen zu dem aktuellen Buchwert oder was passieren könnte, wenn sich die Börse rückwärts entwickelt, anstellen! Notieren Sie sich lediglich einmal pro Quartal, wie der Kurs steht und erstellen Sie eine vernünftige Übersicht! Dieses tägliche Fiebern, zu welchem Kurs die Börse geschlossen oder eröffnet hat und wie sie zur Mittagszeit steht, ist ganz schlecht! Wenn Sie ehrlich zu sich selbst sind, wissen Sie ganz genau, dass Sie Ihre Assets an diesem Tag weder verkaufen noch nachkaufen möchten. Lösen Sie sich von diesem Aktionismus, denn es gibt nichts zu tun für Sie! Seien Sie froh, dass Sie das Wertpapier besitzen und halten Sie es langfristig! Erstellen Sie Übersichten von Wertpapieren, die Sie nicht gekauft haben! Halten Sie folgende Punkte drauf fest: Datum, Art des Wertpapiers, Kursstand und weswegen Sie sich dagegen entschieden haben! Es lohnt es sich auch Jahre später noch in diese Auflistungen reinzuschauen, denn bei Sanierungsfällen dauert ein Wandel viel länger als man denkt. Deswegen ist es sehr interessant ein bis zwei Male im Jahr darauf zu schauen und zu überlegen: „Was habe ich damals eigentlich nicht gemacht, und wäre es heute nicht an der Zeit, es zu tun?“ Gleichzeitig ist das eine sehr gute Übung, um festzustellen, ob Ihre Grundüberlegungen bei der Analyse richtig sind oder eben nicht. Es kommt vor, dass komplette Branchen aufgrund negativer Berichterstattungen an Attraktivität verlieren und in Vergessenheit geraten. Ich halte also sehr viel davon ein Privatarchiv anzulegen, auch wenn Sie kein großes Privatvermögen haben.

Im nächsten Abschnitt möchte ich näher auf die richtige Kaufs- oder Verkaufsentscheidung eingehen.
Sollten Sie die Thematik nicht richtig greifen, Argumente nicht nachvollziehen können oder Sie sind sich schlicht und ergreifend nicht schlüssig, dann ist es entscheidend, nichts zu tun und die weitere Entwicklung abzuwarten! Mein Kollege, Herr Lars Kolbe, hat es mit der Abkürzung „Fomo“ (Fear of missing out) richtig formuliert! Die Angst, nicht dabei zu sein und einen Gewinn zu verpassen, ist ein übler Widerhaken, welcher Sie auf Glatteis führen kann. Trainieren Sie sich diese Angst „etwas zu verpassen, während andere an der Börse das große Geld verdienen“ ab! Wenn Sie nicht zu einer klaren Entscheidung kommen, kann es helfen, in wenigen Punkten die eigenen Argumente zu notieren. Die bisherigen Tipps sind keine große Hexerei, doch ich versichere Ihnen, dass es oft die einfachen Dinge sind, die einen großen Effekt erzielen! Man muss nicht Finanzwirtschaft studiert haben, um ein sehr kluger Investor für das eigene Privatvermögen zu sein! Verwerfen Sie den Gedanken: „Als Privatperson habe ich keine Chance gegen ein voll besetztes Hochhaus mit Finanzexperten!“ Diese Menschen müssen sich im Team abstimmen, sich an Abläufe halten und verwalten institutionelles Geld – diese Menschen sind in der Regel nicht frei im Denken! Das ist eine ganz andere Sache! Die Zahl der Einzelkämpfer, die sich selbst um ihr Geld kümmern, den richtigen Rat einholen und die richtigen Entscheidungen treffen, schlagen das höchste Hochhaus. Ich kenne so viele Privatanleger, die schon richtig tolle Erfolge haben und fantastische Geldanleger sind. Sie werden von diesen Anlegern allerdings nie hören, denn sie brauchen keine PR – wozu denn auch? Seien Sie sich sicher, dass das Feld der Privatinvestoren äußerst zukunftsträchtig ist.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Ordnung am Schreibtisch, denn für einen langfristig denkenden Menschen ist die Sortierung der Datenflut äußerst wichtig.

Wenn Sie lieber etwas in den Händen halten, sollten Sie sich eine Hängekartei anlegen. Ansonsten erstellen Sie sich digitale Ordnerstrukturen! Sortieren Sie alphabetisch nach Sachgebieten (z.B. Artikel über interessante Länder) sowie alphabetisch nach Personen (z.B. Investoren, Schlüsselpersonen einer Branche). Im Laufe der Jahre stoßen Sie auf so viele Menschen und Sachverhalte, dass Sie das nicht alles im Kopf behalten können. Schauen Sie sich einmal im Jahr die Kartei an und misten Sie rigoros aus, denn in überquellende Aktenordner schaut niemand gerne rein! Sollte ich irgendwann nicht mehr in der Lage sein, meine Geschäfte zu führen, muss mein Nachfolger meine Handlungen nachvollziehen und schnell einen Überblick über die Geschäftstätigkeiten bekommen können. Ich rate Ihnen dazu, einmal jährlich einen vollständigen Report zu erstellen, so als hätten Sie Mit-Gesellschafter, denen Sie einen Bericht liefern müssen. Nehmen Sie Depotentwicklungen, Charts, Kommentare und Performances auf! Das macht auch bei einem kleinen Volumen Sinn! Der Vorteil ist, dass Sie gezwungen sind, sich mit Ihrem Vermögen auseinanderzusetzen und einmal alles zu analysieren. Diese Reports nimmt man im Laufe der Jahre immer wieder zur Hand, sodass automatisch ein roter Faden entsteht. Wichtig ist die freie Bahn zum Denken, denn oftmals werden die Anleger durch die Informationsflut schier erdrückt.

Zum Abschluss ein ganz wichtiger Appell:

Sie haben täglich die Wahl bei der Organisation Ihres Tagesablaufes! Bei vielen Investoren gibt es eine Zeitreserve, die oftmals von der älteren Generation nicht effizient genutzt wird. Denn diese Generation informiert sich in den frühen Abendstunden häufig über öffentlichen Medien zu den Nachrichten des Tages und bleibt vielfach bei einem danach folgenden Spielfilm hängen. Natürlich haben Sie das gute Recht, sich auch mal zu entspannen und den Tag ausklingen zu lassen, dennoch möchte ich an dieser Stelle etwas wachrütteln. Jüngere Leser betrifft diese Zeitressource nicht mehr ganz so häufig, da sie sich in der Regel über zeitlich flexible Medien über das aktuelle Tagesgeschehen informieren. Verkriechen Sie sich nicht jeden Abend auf ihrer Couch und probieren Sie es eine Woche lang aus, abends gezielt zu Lesen bzw. sich weiterzubilden.

Ich hoffe der ein oder andere Tipp wird Ihnen in Zukunft helfen!

Vielen Dank für Ihre Zeit und bis zum nächsten Mal!

Der Autor Dr. Markus Elsässer ist seit 1998 selbstständiger Investor und Fondsberater sowie Gründer der ME-Fonds, die er seit dem Jahr 2002 betreut. In seinem Buch, im "Des klugen Investors Podcast"  und auf seinem YouTube-Channel geht er regelmäßig auf Handwerkszeug zum Value-Investing, psychologische Gefahren beim Investieren und wertvolle Tipps zum Vermögensaufbau ein.

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